gefangen nehmen
Form & Grammatik
- Stichwort
- gefangen nehmen
- Worttrennung
- ge·fan·gen neh·men
- Präsens
- nimmt gefangen
- Präteritum
- nahm gefangen
- Partizip II
- gefangen genommen
- Hilfsverb
- haben
- Gebrauch
- Sechs Personen mit den finiten Grundformen. Die getrennte Ergänzung steht im Hauptsatz hinter dem gebeugten Verb.
Verbverbindung; jemanden gefangen nehmen; auch übertragen
gefangen nehmen: Wer jemanden gefangen nimmt, bringt diese Person in seine Gewalt und entzieht ihr die Möglichkeit, sich frei zu entfernen. Übertragen kann etwas die Aufmerksamkeit so stark binden, dass anderes für eine Weile in den Hintergrund tritt.
Bedeutung und Gebrauch
Die wörtliche Bedeutung begegnet besonders in Berichten über Krieg, Entführungen oder gewaltsame Auseinandersetzungen. Sie benennt den Beginn der Gefangenschaft. Ob eine spätere Haft rechtmäßig ist, ergibt sich daraus nicht. Im übertragenen Gebrauch wird dagegen kein Mensch eingesperrt: Eine Geschichte kann ihr Publikum gefangen nehmen. Die Formulierung malt ein kräftiges Bild für anhaltende Faszination. In einem nüchternen Bericht ist deshalb zu prüfen, welche dieser beiden Bedeutungen gemeint ist.
Synonyme im Gebrauch
| Alternative | Wann sie passt – und was sich ändert |
|---|---|
| festnehmen | Bezeichnet häufig einen Zugriff durch die Polizei. Das Wort legt einen behördlichen Zusammenhang näher, den „gefangen nehmen“ nicht voraussetzt. |
| in Gewahrsam nehmen | Betont den Zustand unter Aufsicht. Die Formulierung ist sachlicher, aber keine automatische rechtliche Gleichsetzung mit jeder Gefangennahme. |
| fesseln | Passt übertragen zur Aufmerksamkeit. Wörtlich bezeichnet es zunächst das Anlegen von Fesseln und ist deshalb nicht immer bedeutungsgleich. |
Beispiele im Vergleich
Wörtliche Handlung
„Die Bewaffneten nahmen die Reisenden gefangen.“ – „Die Bewaffneten brachten die Reisenden in ihre Gewalt.“
Die zweite Fassung erklärt den Kern der Handlung ohne das feste Verbgefüge. „Verhafteten“ würde hier zusätzliche staatliche oder rechtliche Zuständigkeit nahelegen, die der Ausgangssatz nicht liefert.
Wirkung einer Erzählung
„Der Abenteuerroman nahm die Klasse gefangen.“ – „Der Abenteuerroman fesselte die Klasse.“
Beide Sätze meinen intensive Aufmerksamkeit. Für eine Analyse sollte anschließend ein Mittel genannt werden, etwa der Perspektivwechsel oder die offene Frage am Kapitelende. Die bloße Wirkungsbehauptung ersetzt den Textbeleg nicht.
Grammatik und Verwendung
Die Verbindung wird getrennt geschrieben: „gefangen nehmen“, „gefangen genommen“ und „gefangen zu nehmen“. Im Hauptsatz steht die finite Verbform vorn: „Die Gruppe nimmt ihn gefangen.“ Das Objekt bezeichnet die betroffene Person im Akkusativ. Im übertragenen Gebrauch können auch Aufmerksamkeit oder Gedanken als Objekt erscheinen. Nicht jede kurze Ablenkung ist bereits ein solches anhaltendes Gefesseltsein.
Verbverbindung; jemanden gefangen nehmen; auch übertragen
Konjugation von gefangen nehmenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | nehme gefangen | nahm gefangen | nehme gefangen | nähme gefangen |
| du | nimmst gefangen | nahmst gefangen | nehmest gefangen | nähmest gefangen / nähmst gefangen |
| er / sie / es | nimmt gefangen | nahm gefangen | nehme gefangen | nähme gefangen |
| wir | nehmen gefangen | nahmen gefangen | nehmen gefangen | nähmen gefangen |
| ihr | nehmt gefangen | nahmt gefangen | nehmet gefangen | nähmet gefangen / nähmt gefangen |
| sie / Sie | nehmen gefangen | nahmen gefangen | nehmen gefangen | nähmen gefangen |
