gehen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- gehen
- Worttrennung
- ge·hen
- Präsens
- geht
- Präteritum
- ging
- Partizip II
- gegangen
- Hilfsverb
- sein
gehen: Gehen bezeichnet zunächst die Fortbewegung zu Fuß. Das häufige Verb hat daneben viele weitere Bedeutungen: einen Ort verlassen, funktionieren, möglich sein, sich erstrecken oder ein bestimmtes Befinden haben. Welcher Sinn gemeint ist, ergibt sich aus dem gesamten Satz.
Bedeutung und Gebrauch
„Mila geht zum Bahnhof“ beschreibt eine Bewegung; „Mila geht jetzt“ betont häufig das Verlassen eines Ortes. „Die Uhr geht wieder“ handelt von einer Funktion. In „Das geht heute nicht“ wird eine Möglichkeit verneint. „Wie geht es dir?“ fragt dagegen nach dem Befinden. Diese Verwendungen lassen sich nicht mit einem einzigen Synonym abdecken. Gerade die alltägliche Vertrautheit des Verbs macht es wichtig, zunächst den gemeinten Vorgang zu bestimmen, bevor man einen vermeintlich abwechslungsreicheren Ausdruck einsetzt.
Synonyme im Gebrauch
| Alternative | Wann sie passt – und was sich ändert |
|---|---|
| laufen | Kann Fortbewegung zu Fuß meinen, regional aber stärker an schnelles Laufen denken lassen. Bei der Uhr ist auch „laufen“ übertragen möglich. |
| verlassen | Passt beim Weggehen, verlangt aber einen anderen Satzbau: Man verlässt einen Raum, während man aus einem Raum geht. |
| funktionieren | Präzisiert eine technische oder praktische Möglichkeit. Es passt zu Geräten und Verfahren, nicht als Ersatz für jeden räumlichen Gang. |
Beispiele im Vergleich
Eine Bewegung präzisieren
„Lea ging langsam durch den Garten.“ – „Lea schlenderte durch den Garten.“
„Schlendern“ ergänzt eine eher entspannte, nicht zielstrebige Art der Bewegung. Der Ersatz ist nur passend, wenn die Szene das trägt. Langsames Gehen wegen einer Verletzung würde dadurch falsch gedeutet.
Eine Funktion benennen
„Der alte Drucker geht wieder.“ – „Der alte Drucker funktioniert wieder.“
Der zweite Satz ist eindeutiger und für eine sachliche Mitteilung gut geeignet. Er sagt jedoch noch nichts über Druckqualität oder Geschwindigkeit. Auch ein langsam arbeitendes Gerät kann grundsätzlich funktionieren.
Grammatik und Verwendung
Die Grundformen lauten „geht“, „ging“ und „ist gegangen“. Anders als bei vielen Tätigkeitsverben steht im Perfekt „sein“. Häufig folgt ein weiterer Infinitiv ohne „zu“: „einkaufen gehen“. Bei „es geht um“ wird ein Thema benannt, nicht eine Bewegung. In Schreibaufgaben ist deshalb nicht jedes „gehen“ zu vermeiden; entscheidend sind Klarheit und die richtige Bedeutung im konkreten Satz.
Gehen konjugieren
Die Übersicht zeigt die einfachen Formen im Aktiv. Das Präteritum hat den Stamm ging-, das Partizip II lautet gegangen; das Perfekt wird mit sein gebildet. Die Endungsmarkierung ist deshalb kein Bauplan, mit dem man die unregelmäßigen Stämme erraten könnte.
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gehe | ging | gehe | ginge |
| du | gehst | gingst | gehest | gingest |
| er/sie/es | geht | ging | gehe | ginge |
| wir | gehen | gingen | gehen | gingen |
| ihr | geht | gingt | gehet | ginget |
| sie/Sie | gehen | gingen | gehen | gingen |
Der Konjunktiv I kann eine Aussage wiedergeben: Sie sagt, sie gehe zum Bahnhof. Der Konjunktiv II kann eine nur gedachte Möglichkeit ausdrücken: Wenn es nicht regnete, ginge sie zu Fuß. Ob ein Satz wirklich eine fremde Aussage oder eine Bedingung ausdrückt, ergibt sich aus dem Zusammenhang.
Worttrennung
Die Trennung der Grundform lautet ge·hen.
