grollen
Form & Grammatik
- Stichwort
- grollen
- Worttrennung
- grol·len
- Präsens
- grollt
- Präteritum
- grollte
- Partizip II
- gegrollt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- nicht trennbar
- Ergänzungen
- jemandem grollen (Dativ)
grollen: Grollen bedeutet, anhaltenden Ärger oder Unmut gegen jemanden zu empfinden. Es kann außerdem ein tiefes, rollendes Dröhnen bezeichnen, etwa das Geräusch von Donner.
Bedeutung und wichtige Unterschiede
Bei Menschen geht es um eine verstimmte oder nachtragende Haltung. Eine Person kann jemandem wegen einer Kränkung grollen, ohne den Ärger in einem lauten Streit auszutragen. Ob sie ihn offen zeigt, muss aus der Situation hervorgehen.
Grollen bezeichnet deshalb nicht einfach jede Meinungsverschiedenheit. Ein sachlicher Widerspruch kann ohne persönlichen Unmut erfolgen. Das Verb legt dagegen nahe, dass eine Entscheidung oder ein Verhalten innerlich gegen jemanden gehalten wird.
Die Geräuschbedeutung betrifft einen tiefen, rollenden Klang. Grollender Donner kann in einer Erzählung eine bedrohliche Atmosphäre erzeugen. Dennoch ist der Donner nicht tatsächlich verärgert. Die Ähnlichkeit der Ausdrucksweise ermöglicht vielmehr eine bildliche Übertragung.
Bei der Textanalyse hilft es, zuerst das Subjekt zu bestimmen. Grollt eine Figur, wird eine Haltung beschrieben. Grollt ein Gewitter in der Ferne, steht zunächst ein Höreindruck im Mittelpunkt. Eine Vermenschlichung ist dann eine mögliche Wirkung, keine zwingende wörtliche Bedeutung.
Synonyme im Zusammenhang vergleichen
| Alternative | Unterschied und Verwendung |
|---|---|
| zürnen | Bei Ärger gegen jemanden; gehoben. |
| nachtragen | Betont, dass eine Kränkung nicht verziehen wird. |
| dröhnen | Bei einem tiefen, starken Geräusch allgemeiner. |
| donnern | Bei entsprechenden lauten oder wetterbedingten Geräuschen. |
„Er grollt der Schwester noch.“ – „Er widerspricht der Schwester.“
Widersprechen benennt eine abweichende Äußerung. Grollen beschreibt einen fortbestehenden Unmut, der auch unausgesprochen bleiben kann. Der eine Vorgang beweist den anderen daher nicht.
„In der Ferne grollt es.“ – „In der Ferne knallt es.“
Grollen macht einen tiefen, rollenden Klang vorstellbar. Knallen wirkt eher plötzlich und kurz. Der Austausch verändert damit die akustische Gestaltung und möglicherweise die Stimmung einer Szene.
Grammatik und Verwendung
Die Formen lauten grollt, grollte und hat gegrollt. Bei einer Person ist ein Dativ möglich: jemandem grollen. Der Anlass kann mit wegen ergänzt werden.
Konjugation von grollenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | grolle | grollte | grolle | grollte |
| du | grollst | grolltest | grollest | grolltest |
| er/sie/es | grollt | grollte | grolle | grollte |
| wir | grollen | grollten | grollen | grollten |
| ihr | grollt | grolltet | grollet | grolltet |
| sie/Sie | grollen | grollten | grollen | grollten |
Als Nomen wird das Grollen großgeschrieben: das Grollen des Donners. In der finiten Verbform bleibt es klein: Der Donner grollt. Diese Unterscheidung betrifft die Verwendung im Satz, nicht das gehörte Geräusch.
