hauen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hauen
- Worttrennung
- hau·en
- Präsens
- haut
- Präteritum
- haute / hieb
- Partizip II
- gehauen
- Hilfsverb
- haben
- Gebrauch
- Haute besonders umgangssprachlich; hieb besonders beim Bearbeiten mit Werkzeug oder Waffe. Gehaut ist regional.
Haute besonders beim umgangssprachlichen Schlagen; hieb besonders beim Schlagen mit einem Werkzeug oder einer Waffe. Gehaut ist landschaftlich.
Hauen bedeutet je nach Zusammenhang schlagen, mit kräftigen Schlägen bearbeiten oder etwas herausarbeiten. Das häufig umgangssprachliche Verb kommt außerdem in vielen festen Verbindungen vor. Die gemeinte Handlung und der Ton hängen stark von den Ergänzungen ab.
Schlagen und Bearbeiten
Wer jemanden haut, schlägt diese Person. Das Wort ist im Alltag vertraut, macht die Handlung aber nicht harmlos. Bei Materialien kann hauen dagegen eine handwerkliche Bearbeitung bezeichnen: Aus Stein wird beispielsweise eine Form gehauen. Hier steht nicht der Angriff auf einen Menschen im Mittelpunkt.
Auch ein kräftiger Schlag auf eine Fläche kann mit hauen beschrieben werden. Die Formulierung nennt häufig eine energische Bewegung. Ob sie ärgerlich, spielerisch oder arbeitsbedingt ist, muss aus der Situation hervorgehen. Das Verb allein erklärt die Absicht nicht zuverlässig.
Schlagen, klopfen und meißeln
- Schlagen ist ein weiter Oberbegriff und meist weniger umgangssprachlich.
- Klopfen beschreibt häufig leichtere oder wiederholte Schläge. Es kann die Heftigkeit deutlich verringern.
- Meißeln benennt bei Steinbearbeitung ein bestimmtes Verfahren und Werkzeug. Nicht jedes Hauen ist Meißeln.
„Im Streit haut die Figur mit der Faust auf den Tisch.“
„Im Streit schlägt die Figur mit der Faust auf den Tisch.“
Die Handlung bleibt nahezu gleich. Die erste Fassung klingt alltagssprachlicher; ihre Heftigkeit wird vor allem durch Faust und Streitsituation deutlich.
„Die Bildhauerin hat die Form aus dem Stein gehauen.“
„Die Bildhauerin hat die Form aus dem Stein gemeißelt.“
Die zweite Fassung legt das Werkzeug genauer fest. Sie passt nur, wenn der Arbeitsvorgang tatsächlich dazu stimmt.
Haute und hieb
Die Gegenwartsform lautet haut, das Partizip gehauen. Im Präteritum kommen haute und hieb vor, mit Unterschieden nach Gebrauch und Bedeutung. Für das umgangssprachliche Schlagen ist haute besonders geläufig. Gehaut ist eine landschaftliche Variante und keine überall neutrale Ersatzform.
Haute besonders beim umgangssprachlichen Schlagen; hieb besonders beim Schlagen mit einem Werkzeug oder einer Waffe. Gehaut ist landschaftlich.
Konjugation von hauenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | haue | haute / hieb | haue | haute / hiebe |
| du | haust | hautest / hiebst | hauest | hautest / hiebest |
| er/sie/es | haut | haute / hieb | haue | haute / hiebe |
| wir | hauen | hauten / hieben | hauen | hauten / hieben |
| ihr | haut | hautet / hiebt | hauet | hautet / hiebet |
| sie/Sie | hauen | hauten / hieben | hauen | hauten / hieben |
Auf den Tisch hauen
Übertragen kann auf den Tisch hauen bedeuten, energisch seine Position geltend zu machen: „Nach mehreren Vertagungen haut die Vorsitzende auf den Tisch und verlangt eine Entscheidung.“ Ein wirklicher Tischschlag muss dabei nicht stattfinden. Die Wendung beschreibt Nachdruck, nicht automatisch eine überzeugende Begründung.
