heischen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- heischen
- Worttrennung
- hei·schen
- Präsens
- heischt
- Präteritum
- heischte
- Partizip II
- geheischt
- Hilfsverb
- haben
Gehoben: nachdrücklich fordern; gehoben veraltet auch erbitten.
heischen: bedeutet in gehobener Sprache, etwas nachdrücklich zu fordern oder zu verlangen. In älterem Gebrauch kann es auch um das Erbitten von etwas gehen.
Bedeutung und Gebrauch
Ein Blick kann Respekt heischen, eine dringliche Lage Aufmerksamkeit. Die Formulierung stellt ein starkes Verlangen oder einen nachdrücklichen Anspruch dar. Wer dagegen in einem älteren Text Hilfe heischt, kann um Hilfe bitten. Diese ältere Bedeutung ist nicht automatisch befehlend. Für die Deutung braucht man deshalb den Gegenstand des Verlangens und die konkrete Szene. Heute wirkt heischen oft feierlich, literarisch oder bewusst ungewöhnlich. Es sollte in einem einfachen Sachtext nicht nur eingesetzt werden, um ein gewöhnliches verlangen vermeintlich aufzuwerten.
Synonyme im Gebrauch
| Alternative | Wann sie passt – und was sich ändert |
|---|---|
| fordern | Passt zum deutlichen Anspruch und ist meist leichter verständlich. |
| verlangen | Ist breit einsetzbar; es kann einen Wunsch, eine Forderung oder eine notwendige Bedingung ausdrücken. |
| erbitten | Passt zum älteren bittenden Gebrauch. Beim Anspruch auf Respekt könnte dieser Ersatz den Nachdruck zu stark verringern. |
Beispiele im Vergleich
Nachdrücklicher Blick
„Mit einem Blick heischt sie Ruhe.“ → „Mit einem Blick fordert sie Ruhe.“
Die Geste behält ihre auffordernde Funktion. Fordert klingt gegenwärtiger und weniger literarisch. Ein tatsächlicher mündlicher Befehl wird durch keinen der Sätze vorausgesetzt.
Älterer Gebrauch
„Der Reisende heischt Unterstützung.“ → „Der Reisende bittet um Unterstützung.“
Im bittenden Sinn macht die zweite Fassung die Handlung verständlicher. Eine Nacherzählung sollte daraus nicht ohne weitere Anzeichen ein herrisches Fordern machen.
Grammatik und Verwendung
Die Formen lauten heischt, heischte, hat geheischt. Häufig ist die direkte Ergänzung im Akkusativ: Beifall heischen. Auch Respekt heischend begegnet als beschreibende Verbindung. Der Ausdruck bezeichnet die beabsichtigte Wirkung, nicht zwingend einen Erfolg: Ein Blick, der Respekt heischt, muss nicht tatsächlich Respekt hervorrufen. Diese Grenze ist für eine genaue Figurenbeschreibung besonders wichtig, weil Wunsch und Reaktion auseinanderfallen können. Eine Bitte um Beifall ist noch kein Beifall; erst die Reaktion des Publikums zeigt, ob das gewünschte Verhalten eintritt.
Gehoben: nachdrücklich fordern; gehoben veraltet auch erbitten.
Konjugation von heischenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | heische | heischte | heische | heischte |
| du | heischst | heischtest | heischest | heischtest |
| er/sie/es | heischt | heischte | heische | heischte |
| wir | heischen | heischten | heischen | heischten |
| ihr | heischt | heischtet | heischet | heischtet |
| sie/Sie | heischen | heischten | heischen | heischten |
