hemmen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hemmen
- Worttrennung
- hem·men
- Präsens
- hemmt
- Präteritum
- hemmte
- Partizip II
- gehemmt
- Hilfsverb
- haben
Hemmen bedeutet, eine Bewegung, Entwicklung oder Tätigkeit durch einen Widerstand zu verlangsamen oder aufzuhalten. Das Hindernis kann körperlich, organisatorisch oder innerlich sein. Hemmen bedeutet nicht in jedem Fall, etwas vollständig zu verhindern.
Einer Entwicklung Widerstand entgegensetzen
Ein Hindernis kann den Lauf eines Gegenstands hemmen. Übertragen können fehlende Absprachen die Zusammenarbeit hemmen. In beiden Fällen kommt etwas langsamer oder schwerer voran als ohne diesen Einfluss. Wie stark die Wirkung ist, muss zusätzlich beschrieben werden.
Auch eine Person kann sich in ihrem Handeln gehemmt fühlen. Dann fällt ihr beispielsweise das freie Sprechen schwer. Das sagt noch nicht, welche Ursache dahintersteht. Eine einzelne zurückhaltende Reaktion sollte daher nicht ohne weitere Hinweise zu einer dauerhaften Eigenschaft erklärt werden.
Bremsen, behindern und verhindern
- Bremsen ist ein anschaulicher Ersatz bei verlangsamter Bewegung oder Entwicklung.
- Behindern betont die Erschwerung einer Tätigkeit. Sie kann trotz des Hindernisses weitergehen.
- Verhindern ist stärker: Ein Ereignis kommt gerade nicht zustande. Dieser Ausgang steckt nicht zwingend in hemmen.
„Die unklaren Zuständigkeiten hemmen die Arbeit.“
„Die unklaren Zuständigkeiten behindern die Arbeit.“
Beide Sätze beschreiben eine Erschwerung. Sie behaupten nicht, dass die Gruppe überhaupt nichts mehr erledigen kann.
„Der Gegenwind hemmt seine Fahrt.“
„Der Gegenwind verhindert seine Fahrt.“
Der zweite Satz sagt mehr: Die Fahrt findet nicht statt. Im ersten Satz kann die Person weiterhin vorankommen, nur langsamer oder mit größerer Anstrengung.
Regelmäßige Formen
Die Formen lauten hemmt, hemmte, hat gehemmt. Das betroffene Geschehen oder die Person kann im Akkusativ stehen: den Fortschritt hemmen, jemanden hemmen. Eine Ergänzung mit in nennt den betroffenen Bereich: jemanden in seiner Entwicklung hemmen.
Konjugation von hemmenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | hemme | hemmte | hemme | hemmte |
| du | hemmst | hemmtest | hemmest | hemmtest |
| er/sie/es | hemmt | hemmte | hemme | hemmte |
| wir | hemmen | hemmten | hemmen | hemmten |
| ihr | hemmt | hemmtet | hemmet | hemmtet |
| sie/Sie | hemmen | hemmten | hemmen | hemmten |
Einfluss und Ergebnis unterscheiden
Für eine Erklärung sollte der hemmende Faktor möglichst konkret benannt werden. „Die Arbeit stockt, weil zwei Freigaben fehlen“ ist genauer als ein unbestimmtes „Etwas hemmt den Fortschritt“. Bei Figuren kann zusätzlich gezeigt werden, wann der Einfluss nachlässt. Dadurch wird deutlich, dass Hemmung situationsabhängig sein kann und nicht das ganze Verhalten festlegt.
