Meine Wörter

herabsetzen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
herabsetzen
Worttrennung
he·rab·set·zen
Präsens
setzt herab
Präteritum
setzte herab
Partizip II
herabgesetzt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar
Kasus
Akkusativobjekt
Ergänzungen
etwas oder jemanden herabsetzen (Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

Herabsetzen bedeutet, einen Wert oder eine Größe zu verringern. Auf Menschen, Leistungen oder Fähigkeiten bezogen heißt es dagegen, sie abwertend darzustellen und ihre Bedeutung zu schmälern.

Eine Größe verringern oder jemanden abwerten

Bei einer Zahl, einem Grenzwert oder einem Preis bezeichnet herabsetzen zunächst eine Veränderung nach unten. Ein Verein kann seinen Mitgliedsbeitrag herabsetzen; damit wird der zu zahlende Betrag kleiner. Ob diese Entscheidung sinnvoll ist, sagt das Verb allein nicht. Es beschreibt die Veränderung, nicht ihre Bewertung.

In der zweiten Bedeutung geht es um Ansehen und Wertschätzung. Wer einen Vorschlag als lächerlich abtut, kann damit die Arbeit eines anderen herabsetzen. Hier ist die Abwertung Teil der Aussage. Eine sachliche Fehleranalyse ist deshalb nicht automatisch ein Herabsetzen. Entscheidend ist, ob konkrete Einwände begründet oder eine Person und ihre Leistung pauschal klein gemacht werden.

Senken, verringern oder herabwürdigen?

ZusammenhangPassende AlternativeWorauf du achten solltest
Ein Betrag wird kleiner.senken, reduzierenBei Beiträgen und Preisen sind das häufig sachliche Alternativen. Eine konkrete Zahl macht den Umfang der Änderung deutlich.
Eine Anforderung wird geringer.verringern, absenkenDie Alternative sollte zur jeweiligen Größe passen. Nicht jede Anforderung ist ein messbarer Zahlenwert.
Eine Leistung wird klein gemacht.abwerten, geringschätzenGeringschätzen kann auch eine innere Haltung bezeichnen; herabsetzen richtet den Blick auf die abwertende Darstellung oder Behandlung.
Eine Person wird missachtet.herabwürdigenDas Wort betont die verletzende Missachtung. Es passt nicht zur neutralen Verringerung eines Geldbetrags.

Zwei Vergleiche mit unterschiedlicher Aussage

„Der Sportverein setzt den Jahresbeitrag für Auszubildende herab.“
„Der Sportverein senkt den Jahresbeitrag für Auszubildende.“

Beide Fassungen beschreiben hier eine Verringerung des Beitrags. Keine von ihnen sagt, dass die Auszubildenden weniger wertgeschätzt werden. Die finanzielle Bedeutung ergibt sich aus dem Objekt Jahresbeitrag.

„Mira kritisiert Leos Auswertung.“
„Mira setzt Leos Auswertung vor der Gruppe herab.“

Der zweite Satz deutet den Umgang mit der Arbeit als abwertend. Der erste lässt offen, ob Mira sachliche Fehler nennt oder ungerecht urteilt. Wer die Formulierung austauscht, verändert deshalb die Bewertung der Szene und sollte sie begründen können.

Ein trennbares Verb mit Akkusativobjekt

Im Hauptsatz steht der Verbzusatz häufig am Ende: Die Leitung setzt den Beitrag herab. Im Nebensatz bleiben die Teile zusammen: weil die Leitung den Beitrag herabsetzt. Der Infinitiv mit zu lautet herabzusetzen; das Partizip II heißt herabgesetzt. Das Perfekt wird mit haben gebildet.

Konjugation von herabsetzenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
herabsetzen: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichsetze herabsetzte herabsetze herabsetzte herab
dusetzt herabsetztest herabsetzest herabsetztest herab
er/sie/essetzt herabsetzte herabsetze herabsetzte herab
wirsetzen herabsetzten herabsetzen herabsetzten herab
ihrsetzt herabsetztet herabsetzet herabsetztet herab
sie/Siesetzen herabsetzten herabsetzen herabsetzten herab

Das Objekt steht im Akkusativ: den Beitrag, eine Leistung, jemanden herabsetzen. Die Formen im Kasten zeigen die dritte Person Singular. Bei eine herabgesetzte Gebühr wird das Partizip wie ein Adjektiv vor dem Nomen gebeugt. Das zugehörige Nomen Herabsetzung kann ebenfalls eine Verringerung oder eine abwertende Behandlung bezeichnen.

Die Abwertung am Text zeigen

In einer Charakterisierung genügt die Behauptung „Die Figur setzt andere herab“ noch nicht. Zeige, welche Worte oder Handlungen diese Deutung tragen. Als erfundene Beispielsituation: Eine Figur nennt die sorgfältige Arbeit ihrer Mitschülerin wiederholt „Kinderkram“, ohne auf deren Ergebnisse einzugehen. Die Wortwahl und das Ausweichen vor sachlichen Argumenten stützen hier die Deutung einer Abwertung.

Ein herablassender Umgang kann dabei eine Rolle spielen. Geringschätzig beschreibt die geringe Achtung, die in einem Urteil zum Ausdruck kommt. Eine einzelne ungeschickte Bemerkung beweist jedoch noch keine dauerhafte Charaktereigenschaft.