herausputzen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- herausputzen
- Worttrennung
- he·raus·put·zen
- Präsens
- putzt heraus
- Präteritum
- putzte heraus
- Partizip II
- herausgeputzt
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich herausputzen
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- jemanden oder etwas herausputzen (Akkusativ)
Herausputzen bedeutet, jemanden oder etwas besonders auffällig zu schmücken und schön herzurichten. Eine Person kann sich selbst herausputzen; auch ein Fahrzeug, ein Gebäude oder ein Ort kann für einen Anlass herausgeputzt werden. Es geht nicht bloß darum, Schmutz zu entfernen.
Ein besonderer Auftritt
„Für die Feier putzt sich die Familie heraus“ lässt an festliche Kleidung, sorgfältiges Herrichten und einen besonderen Auftritt denken. Welche Kleidungsstücke getragen werden, ist damit noch nicht gesagt. Auch die Kosten oder ein bestimmter modischer Stil folgen nicht aus dem Verb.
Bei einem geschmückten Festwagen stehen sichtbare Verzierungen im Vordergrund. Wenn sich bildlich eine Stadt herausputzt, sind Menschen für die Gestaltung verantwortlich: Sie können etwa Plätze herrichten und Fassaden oder Straßen schmücken. Die Stadt handelt nicht wörtlich selbst. Der bildhafte Satz fasst viele einzelne Tätigkeiten zusammen und erklärt deshalb noch nicht, was genau verändert wurde.
Schmücken ist mehr als reinigen
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| schmücken | Passt zu sichtbaren Verzierungen. Bei Kleidung kann herausputzen außerdem das gesamte festliche Herrichten meinen. |
| sich fein machen | Eine verständliche, persönliche Alternative für einen besonderen Anlass. |
| festlich herrichten | Präzisiert den Anlass und passt gut zu Räumen oder Gegenständen. |
| reinigen | Bezeichnet das Entfernen von Schmutz. Das kann dazugehören, sagt aber nichts über einen auffälligen Schmuck aus. |
| verkleiden | Verändert die dargestellte Rolle oder Erscheinung; wer sich festlich herausputzt, trägt nicht automatisch ein Kostüm. |
„Die Kinder putzten sich für das Konzert heraus.“ – „Die Kinder machten sich für das Konzert fein.“
Beide Fassungen beschreiben ein besonderes Herrichten. Die erste kann das sichtbare Ergebnis etwas stärker betonen. Weder ein teurer Anzug noch ein bestimmtes Kleidungsstück muss damit gemeint sein.
„Der Verein putzte den Wagen mit bunten Bändern heraus.“ – „Der Verein reinigte den Wagen.“
Die zweite Aussage verliert die entscheidende Gestaltung durch Bänder. Reinigen und Schmücken können nacheinander geschehen, sind aber verschiedene Tätigkeiten. Das Ersatzwort würde den Inhalt also verkürzen und verändern.
Jemanden oder sich herausputzen
Die Formen lauten putzt heraus, putzte heraus und hat herausgeputzt. Nichtreflexiv heißt es Sie putzt das Kind heraus; reflexiv Sie putzt sich heraus. Im Nebensatz bleibt das Verb zusammen: weil sie sich herausputzt.
Konjugation von herausputzenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | putze heraus | putzte heraus | putze heraus | putzte heraus |
| du | putzt heraus | putztest heraus | putzest heraus | putztest heraus |
| er/sie/es | putzt heraus | putzte heraus | putze heraus | putzte heraus |
| wir | putzen heraus | putzten heraus | putzen heraus | putzten heraus |
| ihr | putzt heraus | putztet heraus | putzet heraus | putztet heraus |
| sie/Sie | putzen heraus | putzten heraus | putzen heraus | putzten heraus |
In Erzählungen kann die Wortwahl je nach Ton liebevoll, bewundernd oder leicht spöttisch wirken. Eine feste Abwertung gehört jedoch nicht zwingend dazu. Für eine genaue Beschreibung sind die sichtbaren Einzelheiten hilfreich: ein gebügeltes Hemd, glänzende Schuhe, Blumen am Eingang. Solche Angaben machen den besonderen Aufwand verständlicher als ein bloßes Urteil über das Aussehen und lassen den Leser das Bild selbst einordnen.
