herumtreiben
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- herumtreiben
- Worttrennung
- he·rum·trei·ben
- Präsens
- treibt herum
- Präteritum
- trieb herum
- Partizip II
- herumgetrieben
- Hilfsverb
- haben
- Reflexiver Gebrauch
- auch reflexiv: sich herumtreiben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- jemanden oder etwas herumtreiben (Akkusativ)
Sich herumtreiben ist umgangssprachlich, häufig abwertend; auch scherzhafte Ortsfrage möglich.
Herumtreiben bedeutet, jemanden oder etwas von einer Stelle zur anderen zu treiben. In der Verbindung sich herumtreiben hält sich eine Person hier und dort auf. Diese reflexive Verwendung klingt häufig umgangssprachlich und abwertend.
Bewegung und bewerteter Aufenthalt
Wer Tiere auf einer Fläche herumtreibt, bewegt sie durch Antreiben innerhalb dieses Bereichs. Der genaue Zweck muss ergänzt werden. Das Verb allein sagt nicht, ob die Bewegung für eine bestimmte Aufgabe nötig oder tatsächlich ziellos ist.
„Er treibt sich am Hafen herum“ beschreibt den Aufenthalt aus einer bestimmten Perspektive. Es kann der Eindruck entstehen, die Person sei ohne sinnvolle Beschäftigung dort. Dieser Eindruck ist jedoch Teil der Wortwahl. Vielleicht wartet sie, beobachtet etwas oder erledigt eine Aufgabe, die der sprechenden Person nicht bekannt ist.
Unter Bekannten kann die Frage „Wo treibst du dich herum?“ scherzhaft einfach nach dem Aufenthaltsort fragen. Der Ton und die Beziehung der Beteiligten verändern die Wirkung. In einem förmlichen Bericht wäre „Wo hältst du dich auf?“ neutraler. Auch häufiges Reisen kann so beschrieben werden, ohne dass jeder Aufenthalt tatsächlich planlos ist.
Sich aufhalten, umherziehen oder treiben?
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| sich aufhalten | Benennt einen Aufenthalt neutraler und unterstellt keine Müßigkeit. |
| umherziehen | Hebt wechselnde Orte und Bewegung hervor; ein längerer Aufenthalt an nur einem Ort kann damit verloren gehen. |
| herumlaufen | Passt bei tatsächlichem Gehen, nicht bei jedem Aufenthalt. |
| ohne erkennbare Aufgabe unterwegs sein | Macht deutlich, dass das Fehlen eines Zwecks nur die Sicht der beobachtenden Person sein kann. |
„Die Jugendlichen treiben sich auf dem Platz herum.“ – „Die Jugendlichen halten sich auf dem Platz auf.“
Der zweite Satz ist neutraler. Der erste kann ihre Anwesenheit als unerwünscht oder nutzlos bewerten. Allein aus dem Ort und dem Aufenthalt lässt sich diese Bewertung nicht beweisen.
„Die Helferin treibt die Pferde auf der Fläche herum.“ – „Die Helferin hält sich bei den Pferden auf.“
Die zweite Fassung verändert den Vorgang. Im ersten Satz bewirkt die Helferin eine Bewegung der Tiere; im zweiten wird lediglich ihre Anwesenheit genannt. Reflexivität und Objekt dürfen beim Ersetzen nicht verloren gehen.
Treibt herum, hat herumgetrieben
Die Formen heißen treibt herum, trieb herum und hat herumgetrieben. Es heißt die Tiere herumtreiben, aber sich in der Stadt herumtreiben. Das Reflexivpronomen verändert hier die beteiligten Rollen.
Sich herumtreiben ist umgangssprachlich, häufig abwertend; auch scherzhafte Ortsfrage möglich.
Konjugation von herumtreibenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | treibe herum | trieb herum | treibe herum | triebe herum |
| du | treibst herum | triebst herum | treibest herum | triebest herum |
| er/sie/es | treibt herum | trieb herum | treibe herum | triebe herum |
| wir | treiben herum | trieben herum | treiben herum | trieben herum |
| ihr | treibt herum | triebt herum | treibet herum | triebet herum |
| sie/Sie | treiben herum | trieben herum | treiben herum | trieben herum |
Bei einer Charakterisierung sollte die Wortwahl zugeordnet werden: Nennt ein Erzähler den Aufenthalt so, oder erhebt eine andere Figur einen Vorwurf? Eine Beschreibung der tatsächlichen Tätigkeit kann zeigen, ob die abwertende Deutung gestützt ist oder eher die Haltung der urteilenden Person offenlegt.
