heruntergehen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- heruntergehen
- Worttrennung
- he·run·ter·ge·hen
- Präsens
- geht herunter
- Präteritum
- ging herunter
- Partizip II
- heruntergegangen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- trennbar
Wert-/Stärkeabnahme und mehrere ergänzte Richtungsverwendungen: umgangssprachlich.
Heruntergehen bedeutet, von oben nach unten zu gehen. Umgangssprachlich kann es außerdem das Sinken eines Werts oder das Zurücknehmen einer Höhe beziehungsweise eines Preises ausdrücken. Nicht jeder Satz mit dem Verb beschreibt daher einen Fußweg.
Räumlicher Weg und sinkende Größen
„Wir gehen die Treppe herunter“ nennt eine Bewegung nach unten. Die Blickrichtung wird durch den Zusammenhang bestimmt. Eine zusätzliche Ortsangabe kann klarstellen, von welchem Stockwerk oder zu welchem Ziel der Weg führt. Über Tempo und Sicherheit sagt das Verb allein nichts.
„Die Temperatur geht herunter“ beschreibt eine abnehmende Größe. „Der Händler geht mit dem Preis herunter“ benennt dagegen eine Preisänderung durch eine handelnde Person. Das Ergebnis kann ähnlich sein, doch die sprachlichen Rollen unterscheiden sich: Einmal sinkt ein Wert, einmal verändert ihn jemand.
Auf einer Straße kann heruntergehen umgangssprachlich auch eine Richtung entlang der Straße bezeichnen, ohne dass das Gelände stark abfällt. „Geh vom Hocker herunter“ fordert, einen erhöhten Platz zu verlassen. Die konkrete Ergänzung macht deutlich, ob eine Höhenänderung, ein Weg oder eine freizugebende Fläche gemeint ist.
Hinabgehen, sinken oder senken?
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| nach unten gehen | Eine verständliche räumliche Umschreibung. |
| sinken, abnehmen | Passen zu einer Größe, die geringer wird; das Subjekt ist der Wert selbst. |
| senken | Benennt die Veränderung durch jemanden oder etwas und benötigt häufig ein Objekt. |
| räumen, verlassen | Passen, wenn ein Platz freigemacht werden soll; die Richtung nach unten wird weniger deutlich. |
„Die Preise sind im Frühjahr heruntergegangen.“ – „Die Preise sind im Frühjahr gesunken.“
Die zweite Fassung klingt sachlicher. Beide nennen die Veränderung, ohne bereits ihren Grund zu erklären. Ob eine einzelne Person sie bewusst verursacht hat, wird nicht behauptet.
„Die Anbieterin ging mit dem Preis herunter.“ – „Die Anbieterin senkte den Preis.“
Hier bleibt die handelnde Person erhalten. „Die Anbieterin sank“ wäre kein passender Ersatz, denn dann würde die Person selbst statt des Preises zum Gegenstand der Abnahme. Der Satzbau muss zur gewählten Alternative passen.
Geht herunter, ist heruntergegangen
Die Stammformen lauten geht herunter, ging herunter und ist heruntergegangen. Das Verb ist trennbar. Bei Zahlenangaben unterscheidet um die Veränderung und auf den neuen Wert: um fünf Einheiten, auf zwanzig Einheiten heruntergehen.
Wert-/Stärkeabnahme und mehrere ergänzte Richtungsverwendungen: umgangssprachlich.
Konjugation von heruntergehenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gehe herunter | ging herunter | gehe herunter | ginge herunter |
| du | gehst herunter | gingst herunter | gehest herunter | gingest herunter |
| er/sie/es | geht herunter | ging herunter | gehe herunter | ginge herunter |
| wir | gehen herunter | gingen herunter | gehen herunter | gingen herunter |
| ihr | geht herunter | gingt herunter | gehet herunter | ginget herunter |
| sie/Sie | gehen herunter | gingen herunter | gehen herunter | gingen herunter |
In einer sachlichen Darstellung sollten Ausgangswert, Endwert oder Zeitraum genannt werden. So ist klar, was die Abnahme bedeutet. Ein kleinerer Wert ist zudem nicht automatisch günstiger; diese Bewertung hängt davon ab, welche Größe beschrieben wird.
