hinabsteigen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hinabsteigen
- Worttrennung
- hi·nab·stei·gen
- Präsens
- steigt hinab
- Präteritum
- stieg hinab
- Partizip II
- hinabgestiegen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- trennbar
Gehobener als hinuntersteigen.
Hinabsteigen bedeutet, sich von einem höheren zu einem tieferen Ort zu bewegen, etwa auf Stufen, einer Leiter oder einem Hang. Das Verb wirkt gehobener als hinuntersteigen. Die Richtung nach unten ist wesentlich; bloßes Ortswechseln genügt als Erklärung nicht.
Eine Bewegung mit Höhenunterschied
Wer in einen Keller hinabsteigt, gelangt auf einen tiefer liegenden Bereich. Ob die Person langsam, vorsichtig oder eilig vorgeht, sagt das Verb allein nicht. Solche Angaben können die Szene genauer machen, sollten aber nicht stillschweigend in die Wortbedeutung hineingelesen werden.
Hinabsteigen unterscheidet sich von fallen. Beim Fallen ist eine andere Bewegungsart gemeint; eine Treppe bewusst zu benutzen ist kein bloßes Herunterstürzen. Auch eine Fahrt mit einem Aufzug kann denselben tieferen Zielort erreichen, wird aber nicht ohne Weiteres als Hinabsteigen beschrieben.
Übertragen kann die Bewegung einen Wechsel von einem als hoch angesehenen Bereich zu einem anderen veranschaulichen. Eine Formulierung über das Hinabsteigen aus abstrakten Überlegungen in den Alltag enthält dann eine Bewertung der Bereiche. Der Alltag ist dadurch nicht tatsächlich räumlich tiefer gelegen. Eine Analyse sollte das Bild und die damit vermittelte Rangordnung erklären.
Hinuntersteigen, abwärtsgehen oder fallen?
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| hinuntersteigen | Die nahe, im Alltag meist unauffälligere Alternative. |
| abwärtsgehen | Benennt die Richtung allgemeiner; das Steigen über Stufen oder einen Hang tritt zurück. |
| herunterklettern | Passt bei einer kletternden Bewegung und verändert gegebenenfalls den Blickpunkt. |
| fallen | Bezeichnet eine andere Bewegungsart und ist kein gewöhnlicher Ersatz für bewusstes Steigen. |
„Sie stieg die schmale Treppe hinab.“ – „Sie stieg die schmale Treppe hinunter.“
Beide Sätze beschreiben denselben möglichen Weg. Hinab wirkt gehobener und kann zu einem erzählenden Stil passen. Die Wahl fügt aber keine neue Information über das Tempo oder die Gefährlichkeit der Treppe hinzu.
„Er stieg in den Schacht hinab.“ – „Er fiel in den Schacht.“
Der zweite Satz ändert den Ablauf erheblich. Das kontrollierte Benutzen eines Weges oder einer Leiter wird durch eine Fallbewegung ersetzt. Eine bloße Richtungsgleichheit macht die Verben nicht bedeutungsgleich.
Steigt hinab, ist hinabgestiegen
Die Formen heißen steigt hinab, stieg hinab und ist hinabgestiegen. Das Verb ist trennbar. Eine Ergänzung kann den Weg nennen, etwa die Leiter hinabsteigen, oder das Ziel, etwa in den Keller hinabsteigen.
Gehobener als hinuntersteigen.
Konjugation von hinabsteigenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | steige hinab | stieg hinab | steige hinab | stiege hinab |
| du | steigst hinab | stiegst hinab | steigest hinab | stiegest hinab |
| er/sie/es | steigt hinab | stieg hinab | steige hinab | stiege hinab |
| wir | steigen hinab | stiegen hinab | steigen hinab | stiegen hinab |
| ihr | steigt hinab | stiegt hinab | steiget hinab | stieget hinab |
| sie/Sie | steigen hinab | stiegen hinab | steigen hinab | stiegen hinab |
Für eine klare Wegbeschreibung sind Ausgangspunkt, Weg und Ziel wichtiger als eine möglichst feierliche Wortwahl. In einer Erzählung kann dagegen gerade der gehobene Ausdruck zum gewählten Ton beitragen. Seine Wirkung muss mit dem übrigen Text zusammengedacht werden.
