hingehen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hingehen
- Worttrennung
- hin·ge·hen
- Präsens
- geht hin
- Präteritum
- ging hin
- Partizip II
- hingegangen
- Hilfsverb
- sein
- Trennbarkeit
- trennbar
Was bedeutet hingehen?
Wer hingeht, bewegt sich zu einem Ziel oder sucht jemanden auf. „Gehst du morgen hin?“ ist verständlich, wenn zuvor eine Veranstaltung genannt wurde. Das Ziel muss nicht in jedem Satz wiederholt werden, sollte für Lesende aber erkennbar bleiben. Einen Ort besuchen betont oft den Zweck des Aufsuchens stärker als die reine Richtung.
Daneben kann hingehen das Weggehen aus einer Situation bezeichnen: „Da geht er hin“ richtet den Blick auf das Entfernen. Bei Zeit bedeutet es verstreichen; eine Woche geht über einer Arbeit hin. In gehobener Sprache kann das Verb außerdem verhüllend für sterben stehen. Diese Lesarten sind vom gewöhnlichen Besuch einer Veranstaltung zu unterscheiden.
Übertragen kann etwas „gerade noch hingehen“. Gemeint ist dann, dass man es noch akzeptiert oder unbeanstandet lässt. Das ist ein eingeschränktes Urteil, kein uneingeschränktes Lob. Auch ein Blick kann über eine Fläche hingehen; hier ist ein Schweifen gemeint, keine gehende Person.
Synonyme nach Bedeutung
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| aufsuchen / besuchen | Passt zum zielgerichteten Aufsuchen eines Ortes oder einer Person. |
| weggehen | Betont das Verlassen des Ausgangsorts statt des Ziels. |
| verstreichen | Passt zu Zeit; lässt anders als verbringen keine handelnde Person im Vordergrund stehen. |
| durchgehen / angehen | Passt zur eingeschränkten Akzeptanz: etwas kann noch als ausreichend gelten. |
Die Ergänzung „noch“ ist in der Bewertungslesart wichtig: „Das geht noch hin“ klingt nach einer Grenze. Ohne die konkrete Aufgabe oder Erwartung bleibt offen, nach welchem Maßstab die Leistung beurteilt wird.
Zwei Satzpaare erklärt
„Aylin geht zur Lesung hin.“ · „Aylin geht von der Lesung weg.“
Im ersten Satz zählt das Ziel, im zweiten das Verlassen. Hingehen kann in anderem Zusammenhang ebenfalls ein Entfernen bezeichnen; hier macht die genannte Richtung den Unterschied eindeutig.
„Die Erklärung geht gerade noch hin.“ · „Die Erklärung ist ausgezeichnet.“
Der erste Satz akzeptiert etwas knapp oder mit Vorbehalt. Der zweite lobt ausdrücklich. Wer die eingeschränkte Formulierung als großes Lob wiedergibt, verändert die Bewertung.
Form und feste Verbindung
Das trennbare Verb bildet „geht hin“, „ging hin“ und „ist hingegangen“. Mit zu heißt es hinzugehen. In der Verbindung „jemandem etwas hingehen lassen“ bedeutet es, etwas zu dulden: „Die Aufsicht ließ ihm die verspätete Abgabe diesmal hingehen.“ Das beschreibt eine konkrete Nachsicht und noch keine allgemeine Erlaubnis für zukünftige Fälle.
Konjugation von hingehenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | gehe hin | ging hin | gehe hin | ginge hin |
| du | gehst hin | gingst hin | gehest hin | gingest hin |
| er/sie/es | geht hin | ging hin | gehe hin | ginge hin |
| wir | gehen hin | gingen hin | gehen hin | gingen hin |
| ihr | geht hin | gingt hin | gehet hin | ginget hin |
| sie/Sie | gehen hin | gingen hin | gehen hin | gingen hin |
