hinnehmen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- hinnehmen
- Worttrennung
- hin·neh·men
- Präsens
- nimmt hin
- Präteritum
- nahm hin
- Partizip II
- hingenommen
- Hilfsverb
- haben
Was bedeutet hinnehmen?
Wer etwas hinnimmt, lässt es geschehen oder nimmt es als gegeben an, ohne die erwartbare Gegenreaktion zu zeigen. Man kann eine Entscheidung, eine Einschränkung oder einen Rückschlag hinnehmen. Häufig hat das Wort einen Bezug zu etwas Unerwünschtem. Die Person muss damit keineswegs zufrieden sein.
„Sie musste die Niederlage hinnehmen“ sagt, dass sich das Ergebnis nicht mehr ändern ließ. Es behauptet keine innere Zustimmung. Ebenso bedeutet das Hinnehmen einer Bemerkung zunächst nur, dass kein entsprechender Widerspruch folgt. Schweigen oder fehlender Widerstand beweist keine Gefühllosigkeit und keine Billigung. Gründe können etwa fehlende Einflussmöglichkeiten, ein bewusster Verzicht auf Streit oder eine andere Reaktion sein.
Daneben gibt es eine umgangssprachliche räumliche Lesart: Jemand kann etwas zu einem anderen Ort mit hinnehmen. Sie ist vom Dulden einer Lage zu unterscheiden und wird durch einen Ortsbezug verständlich.
Synonyme und Grenzen
| Ausdruck | Bedeutung und Grenze |
|---|---|
| dulden | Betont, dass etwas zugelassen oder nicht unterbunden wird; Zustimmung ist nicht notwendig. |
| akzeptieren | Kann das Anerkennen einer Tatsache oder eine zustimmende Annahme meinen; die genaue Lesart ist wichtig. |
| sich abfinden | Betont das Einstellen auf eine häufig unerwünschte Lage; der Satzbau verändert sich. |
| gutheißen | Ist stärker zustimmend und deshalb kein allgemeiner Ersatz für hinnehmen. |
Für eine Charakterisierung sollte die sichtbare Reaktion beschrieben werden, bevor daraus eine Haltung abgeleitet wird. Eine einmalige hingenommene Bemerkung rechtfertigt noch kein Urteil über die gesamte Persönlichkeit.
Zwei Satzvergleiche erklärt
„Lea nahm die Entscheidung schweigend hin.“ · „Lea begrüßte die Entscheidung ausdrücklich.“
Nur der zweite Satz nennt Zustimmung. Im ersten kann Enttäuschung ebenso möglich sein wie Gleichmut; das Schweigen klärt die innere Haltung nicht.
„Das Team musste die Absage hinnehmen.“ · „Das Team veranlasste die Absage.“
Der erste Satz beschreibt das Betroffensein von einem Ergebnis. Der zweite beschreibt ein aktives Herbeiführen. Wer etwas hinnehmen muss, muss es also nicht selbst gewollt haben.
Form und Satzbau
Hinnehmen ist trennbar: „Sie nimmt den Hinweis hin“, aber „weil sie den Hinweis hinnimmt“. Die Formen heißen „nahm hin“ und „hat hingenommen“. Mit zu lautet es hinzunehmen. Statt „Sie nimmt die Lage hin“ steht bei sich abfinden „Sie findet sich mit der Lage ab“; ein Synonymtausch erfordert hier also einen anderen Satzbau.
Konjugation von hinnehmenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | nehme hin | nahm hin | nehme hin | nähme hin |
| du | nimmst hin | nahmst hin | nehmest hin | nähmest hin / nähmst hin |
| er/sie/es | nimmt hin | nahm hin | nehme hin | nähme hin |
| wir | nehmen hin | nahmen hin | nehmen hin | nähmen hin |
| ihr | nehmt hin | nahmt hin | nehmet hin | nähmet hin / nähmt hin |
| sie/Sie | nehmen hin | nahmen hin | nehmen hin | nähmen hin |
