Meine Wörter

imaginieren

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
imaginieren
Worttrennung
ima·gi·nie·ren
Präsens
imaginiert
Präteritum
imaginierte
Partizip II
imaginiert
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
etwas imaginieren (Akkusativ)

Bildungssprachlich; im Alltag häufig verständlicher: sich vorstellen.

Formen und Verwendung im Detail

imaginieren: Imaginieren bedeutet, sich etwas vorzustellen oder ein inneres Bild davon zu entwerfen.

Bedeutung und Zusammenhang

Wer etwas imaginiert, stellt es sich innerlich vor. Das kann ein vergangener Zustand sein, von dem nur wenige Spuren erhalten sind, oder eine erfundene Möglichkeit. Die Tätigkeit findet im Denken statt und verlangt nicht, dass das Vorgestellte gerade vor Augen liegt.

Das Verb ist bildungssprachlich. Es kann das bewusste Entwerfen einer Vorstellung hervorheben, ohne deren Wahrheit zu behaupten. Eine Person kann eine andere Zukunft imaginieren und zugleich wissen, dass diese Zukunft noch nicht eingetreten ist. Genau diese Trennung zwischen innerem Bild und äußerer Wirklichkeit ist für den Gebrauch wichtig.

Synonyme im Gebrauch

Sich vorstellen ist die gewöhnliche, sehr nahe Alternative. Sich ausmalen betont eine anschauliche, oft detailreiche Vorstellung. Erdenken hebt das schöpferische Hervorbringen hervor.

Sich einbilden kann dagegen so klingen, als halte jemand etwas Falsches für wahr. Erinnern bezieht sich auf bereits Erlebtes oder Gewusstes. Beim Imaginieren kann es auch um etwas gehen, das die Person niemals selbst erlebt hat. Die Wörter benennen deshalb unterschiedliche Beziehungen zur Wirklichkeit.

Wörter im Satz vergleichen

Vergleiche: „Die Besucher imaginieren den früheren Zustand der Ruine.“
„Die Besucher erinnern sich an den früheren Zustand der Ruine.“

Im ersten Satz entwickeln sie eine Vorstellung, etwa aus Spuren und Erklärungen. Im zweiten wird eine frühere Kenntnis oder Erfahrung vorausgesetzt. Wer den Ort nie zuvor gesehen hat, muss ihn nicht erinnern können.

Vergleiche: „Die Autorin imaginiert eine Stadt auf dem Meer.“
„Die Autorin dokumentiert eine Stadt auf dem Meer.“

Imaginieren lässt eine erfundene oder gedachte Möglichkeit zu. Dokumentieren behauptet eine Darstellung von etwas tatsächlich Vorhandenem. Die Wahl des Verbs verändert daher den Wahrheitsanspruch.

Verwendung und Satzbau

In dieser Verwendung steht ein Akkusativobjekt: „Sie imaginiert eine andere Lösung.“ Bei der Umschreibung braucht man häufig ein Reflexivpronomen: „Sie stellt sich eine andere Lösung vor.“ Ein bloßer Austausch einzelner Wörter reicht deshalb nicht; auch der Satzbau wird angepasst.

Die Vergangenheitsformen lauten imaginierte und hat imaginiert. Das Partizip enthält kein zusätzliches ge-. „Die imaginierte Landschaft“ benennt eine vorgestellte Landschaft, nicht automatisch eine bewusst als wahr ausgegebene Behauptung.

Für eine anschauliche Erklärung sollte der Gegenstand genannt werden. Was wird vorgestellt, welche Merkmale werden ergänzt, und welche Anhaltspunkte gibt es? Besonders bei historischen Rekonstruktionen hilft es, gesicherte Angaben und imaginierte Ergänzungen sprachlich auseinanderzuhalten.

Grammatik und Wortformen

Bildungssprachlich; im Alltag häufig verständlicher: sich vorstellen.

Konjugation von imaginierenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
imaginieren: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichimaginiereimaginierteimaginiereimaginierte
duimaginierstimaginiertestimaginierestimaginiertest
er/sie/esimaginiertimaginierteimaginiereimaginierte
wirimaginierenimaginiertenimaginierenimaginierten
ihrimaginiertimaginiertetimaginieretimaginiertet
sie/Sieimaginierenimaginiertenimaginierenimaginierten