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indoktrinieren

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
indoktrinieren
Worttrennung
in·dok·tri·nie·ren
Präsens
indoktriniert
Präteritum
indoktrinierte
Partizip II
indoktriniert
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
nicht trennbar
Ergänzungen
jemanden indoktrinieren (Akkusativ)

Besonders politisch und abwertend; nicht mit jeder Form von Unterricht oder Überzeugung gleichsetzen.

Formen und Verwendung im Detail

indoktrinieren: Indoktrinieren heißt, jemanden gezielt in eine bestimmte ideologische oder weltanschauliche Richtung zu drängen; das Wort ist abwertend.

Bedeutung und Zusammenhang

Wer andere indoktriniert, versucht ihre Vorstellungen in eine vorgegebene Richtung zu lenken. Eine bestimmte Lehre oder Ideologie soll übernommen werden, statt dass die Betroffenen die Fragen eigenständig und offen prüfen. Der Ausdruck bewertet diesen Einfluss kritisch.

Nicht jede Vermittlung von Wissen und nicht jedes Überzeugen ist deshalb schon Indoktrination. Eine Lehrkraft kann Zusammenhänge erklären, Nachfragen zulassen und gegensätzliche Positionen prüfen. Bei einem Vorwurf des Indoktrinierens muss gezeigt werden, worin die einseitige Lenkung oder das Drängen tatsächlich besteht.

Synonyme im Gebrauch

Ideologisch beeinflussen beschreibt die Richtung des Vorgangs. Einseitig prägen hebt die begrenzte Sichtweise hervor. Manipulieren ist weiter und kann auch andere verdeckte oder problematische Einflussnahmen meinen.

Unterrichten und erklären sind zunächst neutral. Überzeugen kann auf nachvollziehbaren Argumenten beruhen. Diese Wörter pauschal durch indoktrinieren zu ersetzen, fügt einen kritischen Vorwurf hinzu, der eigenständig begründet werden muss.

Wörter im Satz vergleichen

Vergleiche: „Die Gruppe drängt ihre Mitglieder, nur die eigene Lehre gelten zu lassen.“
„Die Gruppe diskutiert ihre Lehre und lässt begründete Gegenargumente zu.“

Der erste Satz kann den Vorwurf des Indoktrinierens stützen. Der zweite beschreibt ein anderes Verhältnis zur Prüfung von Aussagen. Entscheidend ist der Umgang mit Fragen und abweichenden Positionen.

Vergleiche: „Die Figur wirft der Schule vor, die Kinder zu indoktrinieren.“
„Der Erzähler zeigt, dass die Kinder ohne Nachfragen eine einzige Lehre übernehmen sollen.“

Der erste Satz berichtet zunächst einen Vorwurf. Der zweite liefert einen konkreten möglichen Beleg. Eine Analyse sollte beides unterscheiden und die Bewertung nicht allein aus der Behauptung einer Figur übernehmen.

Verwendung und Satzbau

Üblich ist jemanden indoktrinieren, häufig mit einer Bestimmung wie politisch oder ideologisch. Der Gegenstand des Einflusses sollte benannt werden. Ein Satz wie „Sie indoktrinieren alle“ bleibt ohne Erklärung des Inhalts und Vorgehens sehr pauschal.

Die Formen lauten indoktriniert, indoktrinierte und hat indoktriniert. Das Verb wird nicht getrennt. In einer sachlichen Darstellung ist eine beobachtbare Beschreibung oft der erste Schritt: Welche Aussagen sind vorgeschrieben und welche Rückfragen werden unterbunden?

Für eine Charakterisierung kann der Vorgang ein Machtverhältnis zeigen. Die beeinflusste Figur muss aber nicht in jeder Hinsicht willenlos sein. Ob sie zweifelt, widersteht oder die Lehre übernimmt, lässt sich nur aus ihrem weiteren Verhalten erschließen.

Grammatik und Wortformen

Besonders politisch und abwertend; nicht mit jeder Form von Unterricht oder Überzeugung gleichsetzen.

Konjugation von indoktrinierenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
indoktrinieren: einfache Aktivformen im Hauptsatz
PersonPräsensPräteritumKonjunktiv IKonjunktiv II
ichindoktriniereindoktrinierteindoktriniereindoktrinierte
duindoktrinierstindoktriniertestindoktrinierestindoktriniertest
er/sie/esindoktriniertindoktrinierteindoktriniereindoktrinierte
wirindoktrinierenindoktriniertenindoktrinierenindoktrinierten
ihrindoktriniertindoktriniertetindoktrinieretindoktriniertet
sie/Sieindoktrinierenindoktriniertenindoktrinierenindoktrinierten