irreführen
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- irreführen
- Worttrennung
- ir·re·füh·ren
- Präsens
- führt irre
- Präteritum
- führte irre
- Partizip II
- irregeführt
- Hilfsverb
- haben
- Trennbarkeit
- trennbar
- Ergänzungen
- jemanden irreführen (Akkusativ)
Irreführen bedeutet, jemanden in eine falsche Richtung zu lenken oder bei ihm eine falsche Vorstellung hervorzurufen. Bei Personen kann damit ein bewusst täuschendes Vorgehen gemeint sein.
Eine falsche Orientierung entsteht
Der Ausdruck lässt sich räumlich verstehen: Eine falsche Wegangabe kann jemanden vom richtigen Weg abbringen. Eine unvollständige Beschriftung kann dafür bereits ausreichen. Übertragen betrifft die Richtung das Denken. Eine Darstellung kann beispielsweise einen Eindruck erzeugen, der dem tatsächlichen Sachverhalt nicht entspricht.
In einer genauen Beschreibung ist zwischen Wirkung und Absicht zu unterscheiden. Die Aussage „Die Angabe führt Leser irre“ beschreibt zunächst eine problematische Wirkung. Die stärkere Behauptung „Die Person will Leser irreführen“ unterstellt eine Absicht und benötigt dafür eigene Anhaltspunkte.
Täuschen, fehlleiten und verwirren
Täuschen liegt bei einer falschen Vorstellung nahe. Auf eine falsche Spur bringen betont eine verfehlte Orientierung. Fehlleiten passt auch zu einem falschen räumlichen Ziel. Verwirren bezeichnet dagegen eher Unsicherheit oder Unübersichtlichkeit. Wer verwirrt ist, hat nicht unbedingt bereits eine bestimmte falsche Überzeugung.
„Die falsche Beschriftung führt die Besucher irre.“ → „Die falsche Beschriftung lenkt die Besucher in die falsche Richtung.“
Die zweite Fassung erklärt die räumliche Wirkung. Sie sagt noch nicht, ob der Fehler absichtlich eingebaut wurde. Ein Versehen bei der Beschriftung bleibt möglich.
„Die vielen Angaben verwirren die Leserin.“ → „Die vielen Angaben führen die Leserin irre.“
Der zweite Satz behauptet mehr als Überforderung: Die Angaben lassen sie einen falschen Weg einschlagen oder etwas falsch verstehen. Dafür müsste eine entsprechende Fehlvorstellung erkennbar sein.
Führt irre, hat irregeführt
Das Verb ist trennbar: „Der Hinweis führt ihn irre.“ Im Infinitiv steht irreführen zusammen, im Partizip irregeführt. Die Person, die fehlgeleitet wird, steht häufig als Akkusativobjekt.
Konjugation von irreführenPräsens, Präteritum und Konjunktiv
| Person | Präsens | Präteritum | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|---|---|
| ich | führe irre | führte irre | führe irre | führte irre |
| du | führst irre | führtest irre | führest irre | führtest irre |
| er/sie/es | führt irre | führte irre | führe irre | führte irre |
| wir | führen irre | führten irre | führen irre | führten irre |
| ihr | führt irre | führtet irre | führet irre | führtet irre |
| sie/Sie | führen irre | führten irre | führen irre | führten irre |
In einer Textanalyse hilft es, den falschen Eindruck genau zu benennen. „Die Überschrift lässt ein sicheres Ergebnis erwarten, obwohl der Absatz nur eine Vermutung enthält“ erklärt die Wirkung genauer als das pauschale Urteil „Der Text führt irre“.
