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keilen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
keilen
Worttrennung
kei·len
Präsens
er/sie/es keilt
Präteritum
er/sie/es keilte
Partizip II
gekeilt
Perfekt
hat gekeilt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
keilen
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: nicht obligatorisch reflexiv

Gebrauch: Reflexiv bei sich prügeln oder sich durchdrängen; weitere Bedeutungen ohne zwingendes sich. Anwerbegebrauch teils regional und abwertend.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Keilen kann das Arbeiten mit einem Keil, ein kräftiges Drängen oder das Ausschlagen eines Huftiers bezeichnen. Sich keilen bedeutet umgangssprachlich, sich zu prügeln. Daneben wird das Verb für ein aufdringliches Anwerben von Mitgliedern oder Kunden gebraucht.

Bedeutungen

Keil und Druck

Im handwerklichen Gebrauch wird ein Keil eingesetzt, etwa zum Spalten oder Befestigen. Beim übertragenen Drängen stellt man sich vor, wie jemand oder etwas in eine enge Stelle gepresst wird. In „sich durch die Menge keilen“ ist nicht zwingend ein Werkzeug beteiligt.

Schlagen und Ausschlagen

Bei Huftieren meint keilen das Ausschlagen mit einem Bein oder den Hinterbeinen. Bei Menschen ist sich keilen eine umgangssprachliche Bezeichnung für eine Prügelei. Ein bloßer Meinungsunterschied wird dadurch stärker und körperlicher dargestellt.

Anwerben

In bestimmten Zusammenhängen bezeichnet keilen das Gewinnen von Mitgliedern oder Kunden. Besonders beim abwertenden österreichischen Gebrauch kann aufdringliches Verkaufen gemeint sein. Ein neutrales Werbegespräch ist deshalb nicht automatisch Keilen.

keilen: Synonyme und andere Wörter

Arbeiten und Drängen unterscheiden

mit einem Keil spalten · hineintreiben · sich durchdrängen

Die passende Umschreibung hängt vom Gegenstand ab. Spalten meint ein Trennen, Hineintreiben eine gerichtete Bewegung. Sich durchdrängen beschreibt die übertragene enge Bewegung.

„Sie keilten sich durch die Menge.“ → „Sie drängten sich durch die Menge.“ Damit ist kein handwerkliches Spalten gemeint.

Körperliche Auseinandersetzung benennen

sich prügeln · sich schlagen · ausschlagen

Sich prügeln und sich schlagen passen zu Menschen. Ausschlagen beschreibt hier die Bewegung eines Tiers. Streiten kann rein sprachlich sein und ist daher weniger eindeutig körperlich.

„Die beiden keilten sich auf dem Hof.“ lässt eine Prügelei verstehen. „Die beiden stritten auf dem Hof“ behauptet noch keine Schläge.

Werbung genauer bewerten

anwerben · umwerben · aufdringlich werben

Anwerben ist neutraler. Die Ergänzung aufdringlich erklärt die negative Bewertung, statt sie nur durch ein wenig geläufiges Verb anzudeuten.

„Der Bericht kritisiert, dass vor dem Laden Kunden gekeilt werden.“ wird genauer, wenn die beobachteten Verkaufsmethoden beschrieben werden.

Verwendung und Beispiele

„Im historischen Text werden die Balken mit Keilen befestigt; der Autor nennt diesen Schritt keilen.“

Der Werkzeugbezug ist ausdrücklich. Der Satz ist eine Begriffserklärung, keine Arbeitsanleitung.

„Der Erzähler sagt, die Jugendlichen hätten sich gekeilt.“

Der Konjunktiv ordnet die Aussage einer Erzählstimme zu. Für eine genaue Beschreibung bleibt zu klären, was tatsächlich geschah.

Grammatik

Keilen ist schwach: keilt – keilte – hat gekeilt. Die Trennung lautet kei·len. Das Verb ist nicht trennbar und bildet das Perfekt mit haben.

Die Ergänzungen unterscheiden die Bedeutungen. Ein Gegenstand kann im Akkusativ stehen. Für Prügeln und gegenseitiges Drängen steht sich: „Sie keilen sich.“ Beim Tiergebrauch heißt es ohne Reflexivpronomen: „Das Pferd keilt.“

Die Tabellen zeigen die einfachen Aktivformen. Für reflexive Sätze werden mich, dich, sich, uns oder euch passend ergänzt; sie sind keine Bestandteile der Verbendung.

keilen: Indikativ: Gegenwart und einfache Vergangenheit
PersonPräsensPräteritum
ichich keileich keilte
dudu keilstdu keiltest
er/sie/eser/sie/es keilter/sie/es keilte
wirwir keilenwir keilten
ihrihr keiltihr keiltet
siesie keilensie keilten
keilen: Indikativ: abgeschlossene Handlungen
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe gekeiltich hatte gekeilt
dudu hast gekeiltdu hattest gekeilt
er/sie/eser/sie/es hat gekeilter/sie/es hatte gekeilt
wirwir haben gekeiltwir hatten gekeilt
ihrihr habt gekeiltihr hattet gekeilt
siesie haben gekeiltsie hatten gekeilt
keilen: Indikativ: Zukunft und Vermutung
PersonFutur IFutur II
ichich werde keilenich werde gekeilt haben
dudu wirst keilendu wirst gekeilt haben
er/sie/eser/sie/es wird keilener/sie/es wird gekeilt haben
wirwir werden keilenwir werden gekeilt haben
ihrihr werdet keilenihr werdet gekeilt haben
siesie werden keilensie werden gekeilt haben
keilen: Konjunktiv I: Gegenwart und Vergangenheit
PersonGegenwartVergangenheit
ichich keileich habe gekeilt
dudu keilestdu habest gekeilt
er/sie/eser/sie/es keileer/sie/es habe gekeilt
wirwir keilenwir haben gekeilt
ihrihr keiletihr habet gekeilt
siesie keilensie haben gekeilt
keilen: Konjunktiv II: Gegenwart und Vergangenheit
PersonEinfache FormVergangenheit
ichich keilteich hätte gekeilt
dudu keiltestdu hättest gekeilt
er/sie/eser/sie/es keilteer/sie/es hätte gekeilt
wirwir keiltenwir hätten gekeilt
ihrihr keiltetihr hättet gekeilt
siesie keiltensie hätten gekeilt
keilen: Aufforderungsformen
AnredeImperativ
dukeil! / keile!
ihrkeilt!
Siekeilen Sie!