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keimen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
keimen
Worttrennung
kei·men
Präsens
er/sie/es keimt
Präteritum
er/sie/es keimte
Partizip II
gekeimt
Perfekt
hat gekeimt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
keimen
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: nicht obligatorisch reflexiv

Gebrauch: Ohne Akkusativobjekt; biologischer und übertragener Entwicklungsbeginn. Die Kurzform ich keim ist vor allem gesprochen oder stilisiert.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Keimen bedeutet, erste Keime auszubilden und zu wachsen zu beginnen. Übertragen kann auch ein Gedanke, ein Gefühl oder eine Hoffnung keimen: Etwas entsteht allmählich, ist aber noch nicht vollständig entwickelt.

Bedeutungen

Bei Pflanzen beschreibt keimen einen frühen Entwicklungsvorgang. Das Wort ist nicht gleichbedeutend mit blühen oder Früchte tragen. Diese Ausdrücke gehören zu anderen Vorgängen und Entwicklungsstadien.

Übertragen stellt keimen einen Anfang als Wachstum dar. Ein Verdacht kann keimen, obwohl noch keine feste Überzeugung besteht. Ebenso ist eine keimende Hoffnung noch keine sichere Erwartung.

In einem erzählenden Text eignet sich das Verb, um einen vorsichtigen, allmählichen Beginn zu zeigen. Für eine sachliche Beschreibung sollte deutlich werden, woran dieser Beginn erkennbar ist. „Eine Idee keimte“ wird anschaulicher, wenn der auslösende Gedanke oder die erste Skizze genannt wird.

keimen: Synonyme und andere Wörter

Einen Pflanzenbeginn beschreiben

austreiben · sprießen · aufgehen

Die Wörter überlappen je nach Pflanzenvorgang, sind aber nicht in jedem Fachtext gleichbedeutend. Sprießen betont sichtbares junges Wachstum. Blühen nennt einen anderen Vorgang.

„Die Saat keimt“ beschreibt den Beginn. „Die Pflanzen blühen“ würde ein anderes Stadium behaupten.

Einen gedanklichen Anfang beschreiben

entstehen · sich bilden · sich regen

Entstehen ist neutral. Sich regen lässt einen ersten, noch schwachen Ansatz verstehen. Keimen fügt das Bild einer allmählichen Entwicklung hinzu.

„In ihr keimte Hoffnung.“ → „In ihr entstand allmählich Hoffnung.“ Keine der beiden Fassungen behauptet, dass das erhoffte Ereignis sicher eintreten wird.

Verwendung und Beispiele

„Einige Samen haben bereits gekeimt, bei anderen ist noch keine Veränderung zu sehen.“

Der Satz unterscheidet Beobachtungen, ohne jedem Samen dieselbe Entwicklung zuzuschreiben.

„Nach dem freundlichen Gespräch keimte bei der Figur vorsichtige Zuversicht.“

Die Wortwahl verbindet einen Anlass mit einer beginnenden Haltung. Sie stellt keinen plötzlichen vollständigen Stimmungswechsel dar.

Grammatik

Die Formen lauten keimt – keimte – hat gekeimt. Das Perfekt wird mit haben gebildet, nicht nach dem Muster anderer Wachstumsverben automatisch mit sein. Die Trennung lautet kei·men.

Keimen wird hier ohne Akkusativobjekt gebraucht: Die Saat keimt; Hoffnung keimt. Ein Ort oder eine Person kann mit in ergänzt werden. Das Subjekt ist die Sache, deren Entwicklung beschrieben wird.

Die volle erste Person lautet ich keime; die verkürzte Form ich keim begegnet vor allem in gesprochener oder stilisiert verkürzter Sprache. Menschenformen und Aufforderungen sind grammatisch möglich, werden bei der Pflanzenbedeutung aber selten wörtlich gebraucht.

keimen: Indikativ: Gegenwart und einfache Vergangenheit
PersonPräsensPräteritum
ichich keim / ich keimeich keimte
dudu keimstdu keimtest
er/sie/eser/sie/es keimter/sie/es keimte
wirwir keimenwir keimten
ihrihr keimtihr keimtet
siesie keimensie keimten
keimen: Indikativ: abgeschlossene Handlungen
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe gekeimtich hatte gekeimt
dudu hast gekeimtdu hattest gekeimt
er/sie/eser/sie/es hat gekeimter/sie/es hatte gekeimt
wirwir haben gekeimtwir hatten gekeimt
ihrihr habt gekeimtihr hattet gekeimt
siesie haben gekeimtsie hatten gekeimt
keimen: Indikativ: Zukunft und Vermutung
PersonFutur IFutur II
ichich werde keimenich werde gekeimt haben
dudu wirst keimendu wirst gekeimt haben
er/sie/eser/sie/es wird keimener/sie/es wird gekeimt haben
wirwir werden keimenwir werden gekeimt haben
ihrihr werdet keimenihr werdet gekeimt haben
siesie werden keimensie werden gekeimt haben
keimen: Konjunktiv I: Gegenwart und Vergangenheit
PersonGegenwartVergangenheit
ichich keimeich habe gekeimt
dudu keimestdu habest gekeimt
er/sie/eser/sie/es keimeer/sie/es habe gekeimt
wirwir keimenwir haben gekeimt
ihrihr keimetihr habet gekeimt
siesie keimensie haben gekeimt
keimen: Konjunktiv II: Gegenwart und Vergangenheit
PersonEinfache FormVergangenheit
ichich keimteich hätte gekeimt
dudu keimtestdu hättest gekeimt
er/sie/eser/sie/es keimteer/sie/es hätte gekeimt
wirwir keimtenwir hätten gekeimt
ihrihr keimtetihr hättet gekeimt
siesie keimtensie hätten gekeimt
keimen: Aufforderungsformen
AnredeImperativ
dukeim! / keime!
ihrkeimt!
Siekeimen Sie!