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knüllen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
knüllen
Worttrennung
knül·len
Präsens
er/sie/es knüllt
Präteritum
er/sie/es knüllte
Partizip II
geknüllt
Perfekt
hat geknüllt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
knüllen

Reflexiver Gebrauch: Auch reflexiv: sich knüllen.

Gebrauch: Schwaches Verb; besonders bei Papier und Stoff.

Ergänzungen: etwas knüllen; etwas knüllt sich

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Knüllen bedeutet, Papier, Stoff oder ein ähnliches Material unregelmäßig zusammenzudrücken. Häufig entsteht dabei ein lockerer Ballen oder ein Knäuel. Bei sich knüllen verformt sich das Material, ohne dass eine absichtliche Handlung genannt wird.

Bedeutungen

Etwas unregelmäßig zusammendrücken

Ein Blatt wird beim Knüllen nicht ordentlich entlang einer Kante gefaltet. Es bekommt viele unregelmäßige Falten und verliert seine flache Form. Der Gegenstand kann weiterhin zusammenhalten; ein Zerreißen ist nicht Bestandteil der Bedeutung.

Ob man ein Stück Papier achtlos wegwirft oder es gezielt als Füllmaterial benutzt, ergibt sich erst aus dem Zusammenhang. Das Verb beschreibt die Verformung, nicht automatisch die Stimmung der handelnden Person.

Ein Stoff knüllt sich

Ein Kleidungsstück kann sich beim Sitzen oder in einer Tasche knüllen. Dann bildet es Falten oder schiebt sich unregelmäßig zusammen. In dieser Verwendung steht das Reflexivpronomen: Der Stoff knüllt sich. Die Ursache lässt sich ergänzen, muss aber keine bewusste Handlung sein.

knüllen: Synonyme und andere Wörter

Beim Zusammendrücken

zusammenknüllen · knautschen · zusammendrücken

Zusammenknüllen hebt das Zusammennehmen besonders deutlich hervor. Knautschen kann auch eine breitere Verformung eines weichen Gegenstands beschreiben. Zusammendrücken ist allgemeiner und muss keine vielen Falten erzeugen.

„Er knüllt das Papier zu einem Ball.“ → „Er drückt das Papier zu einem Ball zusammen.“ Die Ergänzung zu einem Ball macht in beiden Fassungen das Ergebnis deutlich.

Wenn die Oberfläche verändert wird

knittern · Falten bekommen

Diese Ausdrücke passen, wenn vor allem die Falten wichtig sind. Sie sagen weniger über einen zusammengeballten Gegenstand aus. Ein Blatt mit einer einzelnen Falte ist daher nicht unbedingt schon geknüllt.

„Der Stoff knüllt sich in der engen Tasche.“ → „Der Stoff bekommt in der engen Tasche viele Falten.“ Die zweite Fassung beschreibt den sichtbaren Zustand genauer.

Verwendung und Beispiele

„Für die Theaterkulisse knüllten die Kinder graues Papier zu kleinen Felsen.“

Das Knüllen dient hier der Gestaltung. Die unregelmäßige Oberfläche ist erwünscht. Der Satz zeigt, warum die Tätigkeit nicht automatisch als Zerstören verstanden werden sollte.

„Der Brief lag geknüllt neben dem Papierkorb; wer ihn dort abgelegt hatte, blieb unklar.“

Der Zustand des Gegenstands ist beobachtbar, die Ursache nicht. Eine Erzählung kann damit eine Frage eröffnen, ohne bereits die Wut oder Absicht einer bestimmten Figur zu behaupten.

In einer Anleitung sollte die Ergänzung das gewünschte Ergebnis nennen: locker knüllen, zu einem Ball knüllen, nur leicht zusammendrücken. Für eine geordnete Kante passt dagegen falten. So wird aus einem anschaulichen Verb eine verständliche Arbeitsbeschreibung.

Grammatik

Die Stammformen lauten knüllen – knüllte – hat geknüllt. Das ü bleibt in der Vergangenheit erhalten. Das Perfekt steht mit haben.

Beim transitiven Gebrauch steht ein Akkusativobjekt: Sie knüllt den Zettel. Reflexiv heißt es Der Stoff hat sich geknüllt. Die Worttrennung lautet knül·len.

Die Tabellen zeigen die aktiven Formen ohne ein zusätzliches Objekt oder Reflexivpronomen. Bei einem reflexiven Satz wird das passende Pronomen ergänzt. Ein gedachter Vorgang lässt sich beispielsweise durch würde sich knüllen ausdrücken.

Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichknülleknüllte
duknüllstknülltest
er/sie/esknülltknüllte
wirknüllenknüllten
ihrknülltknülltet
sie/Sieknüllenknüllten
Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe geknüllthatte geknüllt
duhast geknüllthattest geknüllt
er/sie/eshat geknüllthatte geknüllt
wirhaben geknüllthatten geknüllt
ihrhabt geknüllthattet geknüllt
sie/Siehaben geknüllthatten geknüllt
Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde knüllenwerde geknüllt haben
duwirst knüllenwirst geknüllt haben
er/sie/eswird knüllenwird geknüllt haben
wirwerden knüllenwerden geknüllt haben
ihrwerdet knüllenwerdet geknüllt haben
sie/Siewerden knüllenwerden geknüllt haben
Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichknülleknüllte
duknüllestknülltest
er/sie/esknülleknüllte
wirknüllenknüllten
ihrknülletknülltet
sie/Sieknüllenknüllten
Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
ichhabe geknüllthätte geknüllt
duhabest geknüllthättest geknüllt
er/sie/eshabe geknüllthätte geknüllt
wirhaben geknüllthätten geknüllt
ihrhabet geknüllthättet geknüllt
sie/Siehaben geknüllthätten geknüllt
Konjunktiv: Verbindungen mit werden und würde
PersonKonjunktiv I: Futur Iwürde-Form
ichwerde knüllenwürde knüllen
duwerdest knüllenwürdest knüllen
er/sie/eswerde knüllenwürde knüllen
wirwerden knüllenwürden knüllen
ihrwerdet knüllenwürdet knüllen
sie/Siewerden knüllenwürden knüllen
Konjunktiv: zusammengesetzte Formen
PersonKonjunktiv I: Futur IIwürde + Partizip II + haben
ichwerde geknüllt habenwürde geknüllt haben
duwerdest geknüllt habenwürdest geknüllt haben
er/sie/eswerde geknüllt habenwürde geknüllt haben
wirwerden geknüllt habenwürden geknüllt haben
ihrwerdet geknüllt habenwürdet geknüllt haben
sie/Siewerden geknüllt habenwürden geknüllt haben
Imperativ
FormWortform
duknüll! / knülle!
ihrknüllt!
Sieknüllen Sie!
Infinitiv und Partizipien
FormWortform
Infinitivknüllen
Partizip Iknüllend
Partizip IIgeknüllt