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kotzen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
kotzen
Worttrennung
kot·zen
Präsens
er/sie/es kotzt
Präteritum
er/sie/es kotzte
Partizip II
gekotzt
Perfekt
hat gekotzt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
kotzen

Gebrauch: Salopper Ausdruck für erbrechen. In festen Verbindungen auch starker Ekel oder eine sehr ablehnende Bewertung. Schwaches Verb; nominalisierter Infinitiv in zum Kotzen groß.

Ergänzungen: kotzen; etwas kotzen; feste Verbindung zum Kotzen

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Kotzen ist ein saloppes Wort für erbrechen oder sich übergeben. In festen Verbindungen kann es außerdem starken Ekel und große Ablehnung ausdrücken. Dann ist nicht zwingend ein körperliches Erbrechen gemeint.

Bedeutungen

Der körperliche Vorgang

Im wörtlichen Gebrauch geht es um das Entleeren von Mageninhalt durch den Mund. Das Verb ist sehr direkt und passt sprachlich anders als eine neutrale Mitteilung mit sich übergeben. Es sagt allein nichts über eine bestimmte Ursache oder den weiteren Verlauf.

In einem Dialog kann die saloppe Wortwahl zur Figur und zur Situation gehören. Eine sachliche Inhaltsangabe muss diese Färbung nicht übernehmen: Sie kann erklären, was geschieht, und die auffällige Wortwahl bei Bedarf gesondert untersuchen.

Starke Ablehnung ausdrücken

Wenn jemand etwas zum Kotzen findet, ist meist eine sehr negative Bewertung gemeint. Ob tatsächlich körperliche Übelkeit besteht, folgt daraus nicht. Die Wortwahl kann Ärger oder Abscheu deutlich zuspitzen; eine genaue Begründung liefert sie nicht.

Für eine Analyse ist deshalb die Frage hilfreich, was die Figur damit abwertet und weshalb. Wer die Redewendung einfach als sachliche Beschreibung übernimmt, vermischt die Perspektive der Figur mit der eigenen Darstellung.

kotzen: Synonyme und andere Wörter

Den Vorgang neutraler benennen

sich übergeben · erbrechen

Sich übergeben ist eine weniger derbe Umschreibung. Erbrechen ist auch im sachlichen Sprachgebrauch üblich. Beim Umformulieren muss sich der Satzbau anpassen: Das Reflexivpronomen gehört zu sich übergeben, nicht zwingend zu kotzen.

„Die Figur musste kotzen.“ → „Die Figur musste sich übergeben.“

Der grundlegende Vorgang bleibt erhalten. Die zweite Fassung nimmt die saloppe Färbung zurück.

Die starke Bewertung erklären

widerlich finden · abstoßend finden · unerträglich finden

Diese Ausdrücke passen zur wertenden Verbindung. Unangenehm wäre deutlich schwächer. Ein sachlicher Text kann genauer benennen, welches Verhalten abgelehnt wird, statt den starken Ausdruck zu wiederholen.

„Sie fand die gehässigen Bemerkungen zum Kotzen.“ → „Sie fand die gehässigen Bemerkungen abstoßend.“

Die Ablehnung bleibt stark. Ein tatsächlich eingetretener körperlicher Vorgang wird in keiner der beiden Fassungen behauptet.

Verwendung und Beispiele

„Im Dialog sagt die Figur, sie müsse kotzen; die anschließende Erzählerpassage schildert, dass sie sich übergibt.“

Der weitere Text legt den wörtlichen Gebrauch fest. Das Verb allein wäre keine Erklärung für die Ursache.

„‚Diese Ausrede ist zum Kotzen‘, sagt die Figur, weil ihr dieselbe falsche Erklärung zum dritten Mal vorgetragen wird.“

Hier wird die Ausrede scharf abgewertet. Die Begründung macht das Urteil nachvollziehbar, ohne dass ein körperlicher Vorgang erzählt wird.

Grammatik

Die Stammformen lauten kotzen – kotzte – hat gekotzt. Das Perfekt wird mit haben gebildet. In der zweiten Person heißt es du kotzt, nicht du kotzst. Das Partizip I lautet kotzend, das Partizip II gekotzt.

Als Verb wird kotzen kleingeschrieben. In zum Kotzen steht dagegen ein substantivierter Infinitiv und deshalb ein großes K. Worttrennung: kot·zen. Die Tabellen zeigen grammatische Formen; die saloppe Stilebene bleibt auch bei einer anderen Zeitform erhalten.

Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichkotzekotzte
dukotztkotztest
er/sie/eskotztkotzte
wirkotzenkotzten
ihrkotztkotztet
sie/Siekotzenkotzten
Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe gekotzthatte gekotzt
duhast gekotzthattest gekotzt
er/sie/eshat gekotzthatte gekotzt
wirhaben gekotzthatten gekotzt
ihrhabt gekotzthattet gekotzt
sie/Siehaben gekotzthatten gekotzt
Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde kotzenwerde gekotzt haben
duwirst kotzenwirst gekotzt haben
er/sie/eswird kotzenwird gekotzt haben
wirwerden kotzenwerden gekotzt haben
ihrwerdet kotzenwerdet gekotzt haben
sie/Siewerden kotzenwerden gekotzt haben
Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichkotzekotzte
dukotzestkotztest
er/sie/eskotzekotzte
wirkotzenkotzten
ihrkotzetkotztet
sie/Siekotzenkotzten
Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
ichhabe gekotzthätte gekotzt
duhabest gekotzthättest gekotzt
er/sie/eshabe gekotzthätte gekotzt
wirhaben gekotzthätten gekotzt
ihrhabet gekotzthättet gekotzt
sie/Siehaben gekotzthätten gekotzt
Konjunktiv: Verbindungen mit werden und würde
PersonKonjunktiv I: Futur Iwürde-Form
ichwerde kotzenwürde kotzen
duwerdest kotzenwürdest kotzen
er/sie/eswerde kotzenwürde kotzen
wirwerden kotzenwürden kotzen
ihrwerdet kotzenwürdet kotzen
sie/Siewerden kotzenwürden kotzen
Konjunktiv: zusammengesetzte Formen
PersonKonjunktiv I: Futur IIwürde-Form mit Partizip II
ichwerde gekotzt habenwürde gekotzt haben
duwerdest gekotzt habenwürdest gekotzt haben
er/sie/eswerde gekotzt habenwürde gekotzt haben
wirwerden gekotzt habenwürden gekotzt haben
ihrwerdet gekotzt habenwürdet gekotzt haben
sie/Siewerden gekotzt habenwürden gekotzt haben
Imperativ
FormWortform
dukotz! / kotze!
ihrkotzt!
Siekotzen Sie!
Infinitiv und Partizipien
FormWortform
Infinitivkotzen
Partizip Ikotzend
Partizip IIgekotzt

Feste Verbindungen

Zum Kotzen

Die Verbindung kann abstoßend oder unerträglich bedeuten: „Er fand die Schadenfreude zum Kotzen.“ Sie ist salopp und stark emotional. In verstärkender Verwendung kann sie außerdem einen sehr hohen Grad ausdrücken; der weitere Satz entscheidet über die genaue Wirkung.

Das Kotzen kriegen

Übertragen heißt das, angewidert zu sein: „Bei der selbstgerechten Ausrede kriegte sie das Kotzen.“ Eine sachliche Erläuterung kann stattdessen den Grund ihrer Abscheu nennen. Die Formulierung ist keine neutrale Mengen- oder Zustandsangabe.

Kotzen wie ein Reiher

Der saloppe Vergleich bezeichnet heftiges Erbrechen: „In der Erzählung berichtet der Matrose, er habe wie ein Reiher gekotzt.“ Der Vergleich verstärkt die Schilderung. Er erklärt nicht, weshalb es zu dem Vorgang gekommen ist.