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langen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
langen
Worttrennung
lan·gen
Präsens
er/sie/es langt
Präteritum
er/sie/es langte
Partizip II
gelangt
Perfekt
hat gelangt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
langen
Trennbarkeit
Nicht trennbar.

Umgangssprachlich; genaue Bedeutung hängt von Subjekt und Ergänzungen ab.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Langen kann umgangssprachlich ausreichen bedeuten: Das Papier langt. Es kann aber auch ein räumliches Reichen oder eine Handbewegung beschreiben. Die Vorräte langen und nach einem Glas langen sind deshalb verschiedene Verwendungen desselben Verbs.

Bedeutungen

1 In genügender Menge vorhanden sein

Ein Vorrat oder eine verfügbare Zeit langt, wenn er oder sie für einen genannten Zweck ausreicht. Der Maßstab kann ausdrücklich genannt werden oder aus dem Gespräch bekannt sein. Ausreichend bedeutet nicht unbegrenzt oder besonders hochwertig.

„Der restliche Karton langt noch für zwei kleine Schilder.“

Die Materialmenge genügt für diesen Umfang. Größere Schilder oder ein drittes Schild sind damit nicht zugesichert.

2 Mit etwas auskommen

Auch eine Person oder Gruppe kann mit einem Vorrat langen. Dann ist die Person das Subjekt; der Vorrat wird mit mit angeschlossen.

„Mit dem vorbereiteten Material langen wir bis zum Ende der Probenwoche.“

Die Gruppe kommt für die genannte Zeit damit aus. Es wird nicht behauptet, dass danach noch ebenso viel übrig ist.

3 Bis zu einer Grenze reichen

Eine Sache kann bis zu einem Punkt langen und sich damit bis dorthin erstrecken. Gemeint ist die Ausdehnung, nicht die Frage, ob eine Menge für einen Arbeitszweck genügt.

„Der lange Vorhang langt fast bis auf den Boden.“

Der Boden ist die räumliche Grenze. Das Beispiel behauptet nicht, dass der Stoff zur Anfertigung weiterer Vorhänge reicht.

4 Mit ausgestreckter Hand etwas erreichen

Wer irgendwohin langt, kann die Hand so weit ausstrecken, dass ein Punkt erreicht wird. Eine genannte Reichweite sagt noch nicht, dass dabei ein Gegenstand genommen wird.

„Vom niedrigen Hocker aus langt sie bis an das obere Brett.“

Die veränderte Position ermöglicht die Reichweite. Ob sie vom Brett etwas herunterholt, bleibt offen.

5 Irgendwohin greifen

Langen kann eine greifende Bewegung in eine bestimmte Richtung bezeichnen. Die Bewegung muss nicht erfolgreich sein; ihr Ziel oder Gegenstand kann erst eine Ergänzung nennen.

„Ohne hinzusehen langte die Figur in die leere Tasche.“

Die Handbewegung wird beschrieben. Gerade das Wort leer zeigt, dass damit noch nichts gefunden oder genommen wurde.

6 Etwas nehmen oder holen

Mit einer Gegenstandsangabe kann langen bedeuten, etwas mit der Hand zu nehmen oder herbeizuholen. Diese Verwendung ist von der bloßen Bewegung in eine Richtung zu unterscheiden.

„Kannst du mir bitte das Heft vom oberen Regal langen?“

Gebeten wird um das Herunterholen und Weitergeben. Der Satz fragt im normalen Gespräch nicht nur nach der theoretischen Reichweite.

langen: Synonyme und andere Wörter

Langen oder reichen?

Reichen kann wie langen eine genügende Menge oder eine räumliche Ausdehnung benennen. Langen ist umgangssprachlich. Beide können außerdem im Zusammenhang mit Handbewegungen auftreten, decken sich aber nicht in jeder einzelnen Konstruktion.

„Die Zeit langt für die Besprechung.“ – „Die Zeit reicht für die Besprechung.“

Beide können dieselbe ausreichende Dauer ausdrücken. Wie gründlich die Besprechung tatsächlich wird, ist damit nicht entschieden.

Ausreichen, auskommen oder greifen?

Ausreichen passt zum Vorrat, auskommen zur Person mit einem Vorrat. Greifen erklärt eine Handbewegung. Der Satzbau muss beim Umschreiben erhalten oder bewusst angepasst werden.

„Mit dem Papier langen wir noch eine Woche.“ – „Mit dem Papier kommen wir noch eine Woche aus.“

Die zweite Fassung erhält das Verhältnis von Personen und Vorrat. Wir reichen eine Woche aus würde dagegen etwas anderes beziehungsweise ohne weiteren Bezug nichts Klares ausdrücken.

Beispiele und Verwendung

„Das Budget langt gerade für die Reparatur, nicht für einen Neukauf.“

Gerade begrenzt den finanziellen Spielraum. Die Aussage beurteilt noch nicht, ob die Reparatur im konkreten Fall sinnvoll ist.

„Die Figur langte nach dem Buch, hielt aber noch einmal inne.“

Die Bewegung wird begonnen und unterbrochen. Das Buch muss deshalb noch nicht aufgenommen worden sein.

Grammatik und Beugung

Langen wird schwach und nicht trennbar gebeugt: langt – langte – hat gelangt. Die Worttrennung lautet lan·gen. Der Konjunktiv II langte stimmt mit dem Präteritum überein; die Verbindung würde langen kann eine gedachte Möglichkeit deutlicher machen.

Beim Ausreichen kann ein Vorrat Subjekt sein: Der Stoff langt für zwei Taschen. Beim Auskommen stehen Personen als Subjekt: Wir langen mit dem Stoff für zwei Taschen. Mit verlangt Dativ, für Akkusativ.

Eine Richtung kann mit einer Präposition angeschlossen werden: in die Tasche langen, bis an das Brett langen. Beim Holen steht dagegen ein Gegenstand als Akkusativobjekt: das Heft langen. Die Ergänzungen helfen deshalb bei der Bedeutungswahl.

In mit den langen Ärmeln gehört langen dagegen zum Adjektiv lang. Diese gebeugte Eigenschaftsangabe ist nicht dieselbe Wortart wie das Verb in die Ärmel langen bis zum Handgelenk. Die Tabellen zeigen ausschließlich das Verb.

Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichich langeich langte
dudu langstdu langtest
er/sie/eser/sie/es langter/sie/es langte
wirwir langenwir langten
ihrihr langtihr langtet
siesie langensie langten
Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich habe gelangtich hatte gelangt
dudu hast gelangtdu hattest gelangt
er/sie/eser/sie/es hat gelangter/sie/es hatte gelangt
wirwir haben gelangtwir hatten gelangt
ihrihr habt gelangtihr hattet gelangt
siesie haben gelangtsie hatten gelangt
Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichich werde langenich werde gelangt haben
dudu wirst langendu wirst gelangt haben
er/sie/eser/sie/es wird langener/sie/es wird gelangt haben
wirwir werden langenwir werden gelangt haben
ihrihr werdet langenihr werdet gelangt haben
siesie werden langensie werden gelangt haben
Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich langeich langte
dudu langestdu langtest
er/sie/eser/sie/es langeer/sie/es langte
wirwir langenwir langten
ihrihr langetihr langtet
siesie langensie langten
Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I PerfektKonjunktiv II Vergangenheit
ichich habe gelangtich hätte gelangt
dudu habest gelangtdu hättest gelangt
er/sie/eser/sie/es habe gelangter/sie/es hätte gelangt
wirwir haben gelangtwir hätten gelangt
ihrihr habet gelangtihr hättet gelangt
siesie haben gelangtsie hätten gelangt
Konjunktiv: Verbindungen mit werden und würde
PersonKonjunktiv I Futur Iwürde + Infinitiv
ichich werde langenich würde langen
dudu werdest langendu würdest langen
er/sie/eser/sie/es werde langener/sie/es würde langen
wirwir werden langenwir würden langen
ihrihr werdet langenihr würdet langen
siesie werden langensie würden langen
Konjunktiv: zusammengesetzte Formen
PersonKonjunktiv I Futur IIwürde + Infinitiv Perfekt
ichich werde gelangt habenich würde gelangt haben
dudu werdest gelangt habendu würdest gelangt haben
er/sie/eser/sie/es werde gelangt habener/sie/es würde gelangt haben
wirwir werden gelangt habenwir würden gelangt haben
ihrihr werdet gelangt habenihr würdet gelangt haben
siesie werden gelangt habensie würden gelangt haben
Imperativ
AnredeForm
dulang! / lange!
ihrlangt!
Sielangen Sie!
Infinitiv und Partizipien
FormtypForm
Infinitivlangen
Infinitive mit zu (Präsens / Perfekt)zu langen / gelangt zu haben
Infinitiv Perfektgelangt haben
Partizip Ilangend
Partizip IIgelangt

Was bedeutet mir langt es?

Mir langt es bedeutet umgangssprachlich, dass die Geduld zu Ende ist. Der Satz kann Ärger oder den Wunsch ausdrücken, eine Situation nicht weiter hinzunehmen.

„Nach der vierten Unterbrechung sagt die Figur: Mir langt es; ich möchte jetzt meinen Satz beenden.“

Die anschließende Bitte erklärt den Anlass. Eine ausreichende Menge Papier oder Essen ist hier nicht gemeint.

Jemandem eine langen

Die umgangssprachliche Verbindung jemandem eine langen bedeutet, der Person eine Ohrfeige zu geben. Im Dialog kann sie auch als Drohung gebraucht werden; sie ist keine neutrale Beschreibung eines freundlichen Kontakts.

„Der Erzähler berichtet, dass die Figur ihrem Gegenüber eine gelangt habe.“

Die Formulierung benennt einen Schlag. Sie erklärt weder eine Berechtigung dazu noch, wie die Beteiligten die Handlung anschließend bewerten.