markieren
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- markieren
- Worttrennung
- mar·kie·ren
- Präsens
- er/sie/es markiert
- Präteritum
- markierte
- Partizip II
- markiert
- Perfekt
- hat markiert
- Hilfsverb
- haben
Gebrauch: Schwach, nicht trennbar, Partizip II ohne ge-. Je nach Zusammenhang kennzeichnen, anzeigen, andeuten, vortäuschen oder eine sportliche Leistung erzielen.
Ergänzungen: Etwas markieren (Akkusativ); etwas mit einem Zeichen markieren. Sich markieren: sich abzeichnen.
Definition · kurz erklärt
Markieren heißt meist, etwas durch ein Zeichen kenntlich zu machen oder hervorzuheben. Ein Gegenstand oder Ereignis kann auch selbst etwas anzeigen. Daneben hat das Verb besondere Bedeutungen bei Bühnenproben, im Sport und im umgangssprachlichen Sinn von vortäuschen.
Bedeutungen
Bedeutung 1: Ein Zeichen setzen oder etwas anzeigen
Ein Kreuz markiert einen ausgewählten Punkt auf einer Karte; eine farbige Linie kann eine Textstelle kenntlich machen. Der Satz kann entweder das Setzen des Zeichens oder dessen Funktion beschreiben.
„Mila markiert den Beginn der Strecke mit einer Fahne“ nennt eine Handlung. „Die Fahne markiert den Beginn der Strecke“ erklärt dagegen, wofür das Zeichen steht.
„Eine gelbe Fahne markiert die Stelle, an der der Weg abzweigt.“
Das Zeichen macht einen bestimmten Ort kenntlich. Der Satz erklärt die Funktion der Fahne und benennt nicht, wer sie aufgestellt hat.
Bedeutung 2: Etwas hervorheben oder einen Einschnitt bezeichnen
„Die neue Entscheidung markiert einen Wendepunkt“ bedeutet, dass an ihr eine Veränderung erkennbar wird. Das Ereignis wird dabei als bedeutsamer Einschnitt eingeordnet.
Reflexiv kann sich markieren heißen, dass etwas deutlich hervortritt: Eine Kontur markiert sich etwa unter einem Stoff. In einem einfachen Alltagstext ist sich abzeichnen dafür meist verständlicher.
„Die Eröffnung der Bibliothek markiert einen Wendepunkt in der Geschichte des Viertels.“
Das Ereignis wird als erkennbarer Einschnitt eingeordnet. Weshalb es so bedeutsam ist, muss der weitere Text erläutern.
Bedeutung 3: Eine Handlung bei der Probe andeuten
Bei einer Probe kann jemand eine Bewegung oder einen Gesangspart markieren, also zunächst nur andeuten und nicht vollständig ausführen. Das ist eine vereinbarte Probenweise, kein Täuschungsvorwurf.
„Bei der Probe markiert der Sänger die lange Schlussnote nur.“
Die vereinbarte Ausführung wird angedeutet. Das ist keine Behauptung, der Sänger wolle das Publikum täuschen.
Bedeutung 4: Etwas vortäuschen
Umgangssprachlich kann markieren dagegen bedeuten, etwas nur vorzugeben. Wer sagt „Er markiert bloß“, behauptet, dass das gezeigte Verhalten nicht echt sei. Diese Behauptung braucht einen passenden Zusammenhang und ist nicht allein an einer kurzen Beobachtung sicher festzumachen.
„Die Figur behauptet, der andere markiere nur den Erschöpften.“
Hier wird ein Verhalten als vorgetäuscht dargestellt. Die Behauptung der Figur ist noch kein unabhängiger Beleg für die Täuschung.
Bedeutung 5: Einen Treffer erzielen
In Sportberichten kann jemand einen Treffer oder Rekord markieren, also erzielen. Außerdem kann markieren bedeuten, einen gegnerischen Spieler zu decken.
„Kurz vor Schluss markiert die Stürmerin den Ausgleich.“
Das Objekt bezeichnet einen sportlichen Treffer. Markieren bedeutet hier erzielen, nicht ein Zeichen auf dem Spielfeld anbringen.
Bedeutung 6: Eine Gegenspielerin oder einen Gegenspieler decken
„Sie markiert das zweite Tor“ und „Sie markiert die Angreiferin“ beschreiben daher unterschiedliche Aufgaben. Das Objekt hilft, die gemeinte Bedeutung zu erkennen.
„Die Verteidigerin markiert ihre Gegenspielerin eng.“
Die Spielerin wird gedeckt. Anders als beim Markieren eines Treffers geht es um eine defensive Zuordnung, nicht um einen Torerfolg.
markieren: Synonyme und andere Wörter
Bei Zeichen und Textstellen
kennzeichnen · hervorheben · anstreichen · auswählen
Kennzeichnen ist die allgemeine Entsprechung. Anstreichen benennt eine bestimmte Art der Markierung. Auswählen passt beispielsweise bei einer Auswahl am Bildschirm, aber nicht automatisch zu jedem sichtbaren Zeichen.
„Markiere die Begründung im Text.“ → „Hebe die Begründung im Text hervor.“ Beide Arbeitsaufträge lassen die genaue Methode offen. „Unterstreiche die Begründung“ schreibt dagegen eine Linie unter dem Text vor.
Bei einem Ereignis oder einer Leistung
anzeigen · einen Einschnitt bilden · erzielen
Die passende Alternative hängt vom Objekt ab. Eine Fahne zeigt eine Grenze an; ein Ereignis bildet einen Einschnitt; einen Treffer kann man erzielen.
„Die Mannschaft markiert kurz vor Schluss den Ausgleich.“ → „Die Mannschaft erzielt kurz vor Schluss den Ausgleich.“ „Die Mannschaft kennzeichnet den Ausgleich“ wäre in diesem Sportbericht keine passende Ersetzung.
Bei einer unvollständigen oder vorgegebenen Handlung
andeuten · vortäuschen · so tun, als ob
Andeuten passt zur vereinbarten Probe. Vortäuschen enthält dagegen die Behauptung, dass ein falscher Eindruck erzeugt werden soll. Diese Bewertungen sollte eine Umformulierung nicht vermischen.
„Bei der Probe markiert sie den Sprung nur.“ → „Bei der Probe deutet sie den Sprung nur an.“ Der Satz unterstellt ihr keine Unaufrichtigkeit.
Beispiele und Verwendung
„Nora markiert die Behauptungen blau und die Begründungen grün.“
Die Farben haben festgelegte Funktionen. Erst diese Zuordnung macht die Markierungen für die spätere Auswertung nützlich.
„Der Abschied markiert im Roman den Beginn einer neuen Lebensphase.“
Das ist eine Deutung der Handlung. In einer Analyse sollte erklärt werden, was sich nach dem Abschied verändert.
„Bei der Stellprobe markiert der Darsteller die Verbeugung; in der Aufführung führt er sie vollständig aus.“
Die eingeschränkte Ausführung ist hier Teil der Probe. Der Zusammenhang unterscheidet sie vom bloßen Vortäuschen.
Beim Vorbereiten einer Textanalyse hilft das Markieren, passende Belege wiederzufinden. Es ersetzt nicht die Erklärung, welche Aussage sich auf diese Belege stützt.
Grammatik und Beugung
Die Stammformen lauten markiert – markierte – hat markiert. Das Verb ist schwach und nicht trennbar. Sein Partizip II steht ohne ge-: Sie hat die Zeile markiert.
Das direkt markierte Ziel steht im Akkusativ: den Weg, die Textstelle, einen Treffer markieren. Eine Ergänzung mit mit nennt ein Mittel: mit einem Kreuz markieren.
Beim reflexiven Gebrauch kommt das passende Pronomen hinzu: Die Kontur markiert sich unter dem Stoff. Diese Bedeutung ist nicht mit dem aktiven Setzen eines Zeichens gleichzusetzen.
Die Worttrennung lautet mar·kie·ren. In markiert und markierte bleibt ie erhalten. Der Imperativ lautet markier! oder markiere!, im Plural markiert!
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | markiere | markierte |
| du | markierst | markiertest |
| er/sie/es | markiert | markierte |
| wir | markieren | markierten |
| ihr | markiert | markiertet |
| sie/Sie | markieren | markierten |
| Person | Perfekt | Plusquamperfekt |
|---|---|---|
| ich | habe markiert | hatte markiert |
| du | hast markiert | hattest markiert |
| er/sie/es | hat markiert | hatte markiert |
| wir | haben markiert | hatten markiert |
| ihr | habt markiert | hattet markiert |
| sie/Sie | haben markiert | hatten markiert |
| Person | Futur I | Futur II |
|---|---|---|
| ich | werde markieren | werde markiert haben |
| du | wirst markieren | wirst markiert haben |
| er/sie/es | wird markieren | wird markiert haben |
| wir | werden markieren | werden markiert haben |
| ihr | werdet markieren | werdet markiert haben |
| sie/Sie | werden markieren | werden markiert haben |
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| ich | markiere | markierte |
| du | markierest | markiertest |
| er/sie/es | markiere | markierte |
| wir | markieren | markierten |
| ihr | markieret | markiertet |
| sie/Sie | markieren | markierten |
| Person | Konjunktiv I: Perfekt | Konjunktiv II: Vergangenheit |
|---|---|---|
| ich | habe markiert | hätte markiert |
| du | habest markiert | hättest markiert |
| er/sie/es | habe markiert | hätte markiert |
| wir | haben markiert | hätten markiert |
| ihr | habet markiert | hättet markiert |
| sie/Sie | haben markiert | hätten markiert |
| Person | Konjunktiv I: Futur I | würde-Form |
|---|---|---|
| ich | werde markieren | würde markieren |
| du | werdest markieren | würdest markieren |
| er/sie/es | werde markieren | würde markieren |
| wir | werden markieren | würden markieren |
| ihr | werdet markieren | würdet markieren |
| sie/Sie | werden markieren | würden markieren |
| Person | Konjunktiv I: Futur II | würde-Form mit Partizip II |
|---|---|---|
| ich | werde markiert haben | würde markiert haben |
| du | werdest markiert haben | würdest markiert haben |
| er/sie/es | werde markiert haben | würde markiert haben |
| wir | werden markiert haben | würden markiert haben |
| ihr | werdet markiert haben | würdet markiert haben |
| sie/Sie | werden markiert haben | würden markiert haben |
| Form | Wortform |
|---|---|
| du | markier! / markiere! |
| ihr | markiert! |
| Sie | markieren Sie! |
| Form | Wortform |
|---|---|
| Infinitiv | markieren |
| Partizip I | markierend |
| Partizip II | markiert |
