Meine Wörter

nachäffen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
nachäffen
Worttrennung
nach·äf·fen
Präsens
er/sie/es äfft nach
Präteritum
er/sie/es äffte nach
Partizip II
nachgeäfft
Perfekt
hat nachgeäfft
Hilfsverb
haben
Infinitiv
nachäffen
Trennbarkeit
trennbar: äfft nach; im Nebensatz: nachäfft

Gebrauch: Abwertend für übertreibendes oder verspottendes Nachahmen; nicht jede Imitation ist Nachäffen.

Ergänzungen: jemanden oder etwas nachäffen (Akkusativ)

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Nachäffen bedeutet, jemanden oder etwas auf übertriebene, häufig verspottende Weise nachzuahmen. Gemeint sein können Stimme, Bewegungen oder die Art des Auftretens. Das Wort wertet die Nachahmung ab und ist deshalb von einer neutralen Imitation zu unterscheiden.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Übertreibend oder spöttisch nachahmen

Eine Figur kann die Stimme einer anderen nachäffen und einzelne Laute oder Gesten überzeichnen. Die Nachahmung wirkt dann nicht bloß wie eine sachliche Wiedergabe. Sie kann die andere Figur lächerlich machen oder die Distanz des Nachahmenden zeigen.

Bei einer Analyse sollte erkennbar bleiben, wer diese Bewertung vornimmt. Ein Erzähler kann eine harmlose Übung als Nachäffen abwerten; die betroffene Person kann eine vermeintlich scherzhafte Imitation als verletzend erleben. Handlung, Absicht und Wirkung sind getrennte Aspekte.

„Der Bruder äfft ihre feierliche Begrüßung nach und übertreibt dabei jede Verbeugung.“

Das Überzeichnen macht die spöttische Seite deutlich. Die Reaktion der Schwester müsste der Text zusätzlich zeigen.

nachäffen: Synonyme und andere Wörter

Die Nachahmung neutraler benennen

nachahmen · imitieren · nachmachen

Diese Wörter können eine Nachahmung ohne spöttische Absicht bezeichnen. Wer nachäffen dadurch ersetzt, kann die abwertende Wirkung abschwächen. Das ist eine Stiländerung und nicht nur eine andere Lautfolge.

„Er äfft ihre Stimme nach.“ → „Er imitiert ihre Stimme.“

Die zweite Fassung lässt offen, ob die Imitation spöttisch oder etwa Teil einer Übung ist.

Die beabsichtigte Überzeichnung hervorheben

verspotten · karikieren · übertrieben nachahmen

Verspotten nennt eine abwertende Wirkung oder Absicht, verlangt aber keine Nachahmung. Karikieren betont die Überzeichnung. Übertrieben nachahmen beschreibt genauer, wodurch die Wirkung entstehen kann.

„Sie macht ihn lächerlich, indem sie seine Gesten überzeichnet“ erklärt mehr als ein bloßes Ersatzwort.

Die Umschreibung nennt ein konkretes Verfahren. Dass sich jemand verletzt fühlt, müsste gesondert beschrieben werden.

Beispiele und Verwendung

„Auf der Bühne äfft die Figur den langen Gruß des Beamten nach; das Publikum erkennt die übertriebene Verbeugung wieder.“

Das Beispiel verbindet ein wiedererkennbares Vorbild mit einer sichtbaren Überzeichnung.

„In der Besprechung wird die nachgespielte Bewegung nicht als Nachäffen bezeichnet, weil die Lernenden sie lediglich sorgfältig üben.“

Der Kontext begründet hier die neutrale Wortwahl. Eine genaue Nachahmung muss nicht spöttisch sein.

Grammatik und Beugung

Die Formen lauten nachäffen – äffte nach – hat nachgeäfft. Das schwache Verb ist trennbar: Sie äfft ihn nach. Im Nebensatz heißt es weil sie ihn nachäfft. Der Infinitiv mit zu lautet nachzuäffen.

Die nachgeahmte Person oder Sache steht im Akkusativ: den Sprecher nachäffen; seine Bewegungen nachäffen. Das Partizip I ist nachäffend, die Worttrennung nach·äf·fen. Die Tabellen zeigen die aktiven Formen; die spöttische Bedeutung entsteht nicht aus einer besonderen Verbendung, sondern aus der Wortwahl und ihrem Zusammenhang.

Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichäffe nachäffte nach
duäffst nachäfftest nach
er/sie/esäfft nachäffte nach
wiräffen nachäfften nach
ihräfft nachäfftet nach
sie/Sieäffen nachäfften nach
Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichhabe nachgeäffthatte nachgeäfft
duhast nachgeäffthattest nachgeäfft
er/sie/eshat nachgeäffthatte nachgeäfft
wirhaben nachgeäffthatten nachgeäfft
ihrhabt nachgeäffthattet nachgeäfft
sie/Siehaben nachgeäffthatten nachgeäfft
Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde nachäffenwerde nachgeäfft haben
duwirst nachäffenwirst nachgeäfft haben
er/sie/eswird nachäffenwird nachgeäfft haben
wirwerden nachäffenwerden nachgeäfft haben
ihrwerdet nachäffenwerdet nachgeäfft haben
sie/Siewerden nachäffenwerden nachgeäfft haben
Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichäffe nachäffte nach
duäffest nachäfftest nach
er/sie/esäffe nachäffte nach
wiräffen nachäfften nach
ihräffet nachäfftet nach
sie/Sieäffen nachäfften nach
Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
ichhabe nachgeäffthätte nachgeäfft
duhabest nachgeäffthättest nachgeäfft
er/sie/eshabe nachgeäffthätte nachgeäfft
wirhaben nachgeäffthätten nachgeäfft
ihrhabet nachgeäffthättet nachgeäfft
sie/Siehaben nachgeäffthätten nachgeäfft
Konjunktiv: Verbindungen mit werden und würde
PersonKonjunktiv I: Futur Iwürde-Form
ichwerde nachäffenwürde nachäffen
duwerdest nachäffenwürdest nachäffen
er/sie/eswerde nachäffenwürde nachäffen
wirwerden nachäffenwürden nachäffen
ihrwerdet nachäffenwürdet nachäffen
sie/Siewerden nachäffenwürden nachäffen
Konjunktiv: zusammengesetzte Formen
PersonKonjunktiv I: Futur IIwürde-Form mit Partizip II
ichwerde nachgeäfft habenwürde nachgeäfft haben
duwerdest nachgeäfft habenwürdest nachgeäfft haben
er/sie/eswerde nachgeäfft habenwürde nachgeäfft haben
wirwerden nachgeäfft habenwürden nachgeäfft haben
ihrwerdet nachgeäfft habenwürdet nachgeäfft haben
sie/Siewerden nachgeäfft habenwürden nachgeäfft haben
Imperativ
FormWortform
duäff nach! / äffe nach!
ihräfft nach!
Sieäffen Sie nach!
Infinitiv und Partizipien
FormWortform
Infinitivnachäffen
Partizip Inachäffend
Partizip IInachgeäfft