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nachfolgen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
nachfolgen
Worttrennung
nach·fol·gen
Präsens
er/sie/es folgt nach
Präteritum
er/sie/es folgte nach
Partizip II
nachgefolgt
Perfekt
ist nachgefolgt
Hilfsverb
sein
Infinitiv
nachfolgen
Trennbarkeit
trennbar: folgt nach

Gebrauch: Räumliches oder zeitliches Folgen, Nachfolge im Amt und gehobenen Gebrauch im Sinn einer Gefolgschaft unterscheiden.

Ergänzungen: jemandem/etwas nachfolgen (Dativ)

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Nachfolgen heißt, hinter jemandem oder etwas zu kommen, zeitlich daran anzuschließen oder eine vorherige Person in ihrer Funktion abzulösen. Gehobener, oft religiöser Gebrauch kann außerdem bedeuten, sich an einer Person und ihrem Vorbild auszurichten. Die Ergänzung und der Zusammenhang bestimmen den Sinn.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Hinter jemandem kommen

Wer einer anderen Person nachfolgt, bewegt sich hinter ihr in dieselbe Richtung. Ein Abstand oder eine Verzögerung ist möglich. Allein aus dem Verb geht nicht hervor, ob jemand heimlich verfolgt wird oder ob beide denselben Weg verabredet haben.

„Die Führerin betrat den schmalen Gang; die Gruppe folgte ihr mit etwas Abstand nach.“

Die Szene beschreibt die räumliche Reihenfolge. Eine spätere Übernahme der Führung ist damit nicht gemeint.

Bedeutung 2: Zeitlich oder in einer Reihenfolge anschließen

Auch Teile eines Textes, Vorgänge oder weitere Gegenstände können nachfolgen. Das Partizip nachfolgend verweist häufig auf den späteren Teil einer Darstellung. Eine bestimmte Zeitspanne oder eine Ursache wird durch das Wort allein nicht festgelegt.

„Auf den kurzen Überblick folgte eine ausführliche Gegenüberstellung nach.“

Die Aussage ordnet zwei Textteile. Sie besagt nicht, dass die Gegenüberstellung unmittelbar oder ohne weitere Zwischenschritte beginnt.

Bedeutung 3: Eine Funktion übernehmen

Eine Person kann einer anderen in einer leitenden oder sonstigen Funktion nachfolgen. Damit ist eine zeitliche Nachfolge gemeint. Sie muss nicht mit verwandtschaftlicher Abstammung zusammenhängen und bedeutet auch nicht, dass alle Ansichten der früheren Person übernommen werden.

„Nach der Wahl folgte ihr bisheriger Stellvertreter ihr als Vorsitzender nach.“

Das Beispiel nennt den Wechsel in einer Aufgabe. Welche Ziele der neue Vorsitzende verfolgt, bleibt offen.

Bedeutung 4: Gehoben: einem Vorbild folgen

In einem gehobenen, besonders religiösen Zusammenhang kann nachfolgen eine Bindung an ein Vorbild oder eine Lehre ausdrücken. Eine räumliche Bewegung ist dann nicht der Kern der Aussage. Welche Überzeugungen oder Handlungen dazugehören, muss der betreffende Text erläutern.

„Im Gedicht verspricht die Sprecherfigur, ihrem Vorbild auch in schweren Zeiten nachzufolgen.“

Die Aussage betrifft eine innere Orientierung. Ob und wie die Figur das Versprechen einlöst, ist an der weiteren Handlung zu prüfen.

nachfolgen: Synonyme und andere Wörter

Eine Bewegung oder Reihenfolge beschreiben

folgen · hinterhergehen · anschließend kommen

Folgen ist der allgemeinere Ausdruck. Hinterhergehen bezeichnet eine Bewegung zu Fuß und passt deshalb nicht zu jedem nachfolgenden Textteil. Anschließend kommen erläutert eine zeitliche oder textliche Reihenfolge.

„Die Gruppe folgt ihr nach.“ → „Die Gruppe folgt ihr.“

Die zweite Fassung ist knapper. Beide können eine räumliche Bewegung meinen; der Zusammenhang bleibt entscheidend.

Eine Aufgabe übernehmen

die Nachfolge antreten · ablösen · übernehmen

Die Nachfolge antreten nennt den Funktionswechsel ausdrücklich. Ablösen kann außerdem einen Wechsel während eines laufenden Dienstes meinen. Übernehmen benötigt eine Angabe dessen, was übernommen wird.

„Er folgt ihr als Vorsitzender nach.“ → „Er übernimmt nach ihr den Vorsitz.“

Beide Sätze benennen eine Nachfolge. Keiner legt fest, ob ihre politische oder sachliche Linie fortgeführt wird.

Beispiele und Verwendung

„Die nachfolgenden Absätze erklären die beiden Ausnahmen getrennt.“

Nachfolgend verweist hier auf den Ort im Text. Es sagt nichts über die Schwierigkeit oder Wichtigkeit der Absätze.

„Die Erzählung stellt zunächst vor, wer dem alten Leiter nachgefolgt ist, und erklärt erst später dessen Ziele.“

Der Funktionswechsel und die inhaltliche Ausrichtung werden dadurch nicht miteinander gleichgesetzt.

Grammatik und Beugung

Die Stammformen lauten folgt nach – folgte nach – ist nachgefolgt. Das schwache Verb ist trennbar und bildet das Perfekt mit sein. Das ge steht im Partizip zwischen nach und folgt. Mit zu lautet der Infinitiv nachzufolgen; Partizip I: nachfolgend. Worttrennung: nach·fol·gen.

Die Bezugsperson steht im Dativ: Sie folgt dem bisherigen Leiter nach; er ist ihr nachgefolgt. Die Hauptsatztabelle trennt den Verbzusatz. Im Nebensatz steht er mit dem Verb zusammen: weil sie dem Leiter nachfolgt. Der bestimmte Artikel macht aus der Partizipform in im Nachfolgenden eine großgeschriebene Substantivierung.

Indikativ: Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichfolge nachfolgte nach
dufolgst nachfolgtest nach
er/sie/esfolgt nachfolgte nach
wirfolgen nachfolgten nach
ihrfolgt nachfolgtet nach
sie/Siefolgen nachfolgten nach
Indikativ: Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichbin nachgefolgtwar nachgefolgt
dubist nachgefolgtwarst nachgefolgt
er/sie/esist nachgefolgtwar nachgefolgt
wirsind nachgefolgtwaren nachgefolgt
ihrseid nachgefolgtwart nachgefolgt
sie/Siesind nachgefolgtwaren nachgefolgt
Indikativ: Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichwerde nachfolgenwerde nachgefolgt sein
duwirst nachfolgenwirst nachgefolgt sein
er/sie/eswird nachfolgenwird nachgefolgt sein
wirwerden nachfolgenwerden nachgefolgt sein
ihrwerdet nachfolgenwerdet nachgefolgt sein
sie/Siewerden nachfolgenwerden nachgefolgt sein
Konjunktiv: einfache Formen
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichfolge nachfolgte nach
dufolgest nachfolgtest nach
er/sie/esfolge nachfolgte nach
wirfolgen nachfolgten nach
ihrfolget nachfolgtet nach
sie/Siefolgen nachfolgten nach
Konjunktiv: Vergangenheit
PersonKonjunktiv I: PerfektKonjunktiv II: Vergangenheit
ichsei nachgefolgtwäre nachgefolgt
duseiest nachgefolgt / seist nachgefolgtwärest nachgefolgt / wärst nachgefolgt
er/sie/essei nachgefolgtwäre nachgefolgt
wirseien nachgefolgtwären nachgefolgt
ihrseiet nachgefolgtwäret nachgefolgt / wärt nachgefolgt
sie/Sieseien nachgefolgtwären nachgefolgt
Konjunktiv: Verbindungen mit werden und würde
PersonKonjunktiv I: Futur Iwürde-Form
ichwerde nachfolgenwürde nachfolgen
duwerdest nachfolgenwürdest nachfolgen
er/sie/eswerde nachfolgenwürde nachfolgen
wirwerden nachfolgenwürden nachfolgen
ihrwerdet nachfolgenwürdet nachfolgen
sie/Siewerden nachfolgenwürden nachfolgen
Konjunktiv: zusammengesetzte Formen
PersonKonjunktiv I: Futur IIwürde-Form mit Partizip II
ichwerde nachgefolgt seinwürde nachgefolgt sein
duwerdest nachgefolgt seinwürdest nachgefolgt sein
er/sie/eswerde nachgefolgt seinwürde nachgefolgt sein
wirwerden nachgefolgt seinwürden nachgefolgt sein
ihrwerdet nachgefolgt seinwürdet nachgefolgt sein
sie/Siewerden nachgefolgt seinwürden nachgefolgt sein
Imperativ
FormWortform
dufolg nach! / folge nach!
ihrfolgt nach!
Siefolgen Sie nach!
Infinitiv und Partizipien
FormWortform
Infinitivnachfolgen
Infinitiv mit zunachzufolgen
Partizip Inachfolgend
Partizip IInachgefolgt

Nachfolger oder Nachfahre?

Ein Nachfolger tritt an die Stelle einer anderen Person, etwa in einem Amt. Ein Nachfahre gehört zu einer späteren Generation ihrer Familie. Eigenes Beispiel: „Die neue Leiterin ist seine Nachfolgerin, aber keine Nachfahrin.“ Ein familiäres Verhältnis ist für die Nachfolge in einer Aufgabe nicht erforderlich.