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nachstellen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
nachstellen
Worttrennung
nach·stel·len
Präsens
stellt nach
Präteritum
stellte nach
Partizip II
nachgestellt
Perfekt
hat nachgestellt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
nachstellen
Trennbarkeit
trennbar: stellt nach; nachzustellen

Reflexiver Gebrauch: nicht reflexiv

Gebrauch: Schwaches Verb. Nachbilden, Einstellen, sprachliche Stellung und Verfolgen sind verschiedene Gebrauchsweisen.

Ergänzungen: etwas nachstellen (Akkusativ); jemandem/einem Tier nachstellen (Dativ)

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Nachstellen kann bedeuten, eine Szene nachzubilden, eine Einstellung zu korrigieren, eine Uhr zurückzustellen oder jemandem beharrlich zu folgen. In der Grammatik heißt es, einen Ausdruck hinter einen anderen zu setzen. Besonders wichtig ist der Unterschied zwischen etwas nachstellen und jemandem nachstellen.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Eine Szene nachbilden

Eine Handlung oder Situation wird noch einmal dargestellt, zum Beispiel für eine Vorführung, einen Unterrichtsversuch oder eine Filmaufnahme. Eine nachgestellte Szene ist keine ursprüngliche Aufnahme des Geschehens. Wie genau die Nachbildung ist, muss gesondert erklärt werden.

„Für das Lernvideo stellten zwei Jugendliche die Gesprächssituation nach.“

Die Situation wird für die Aufnahme dargestellt. Der Satz belegt nicht, dass jede Einzelheit genauso wie beim ursprünglichen Gespräch ablief.

Bedeutung 2: Eine Einstellung korrigieren

Bei einem Gerät oder Bauteil kann nachstellen heißen, eine vorhandene Einstellung erneut anzupassen. Das kann nach Gebrauch oder wegen einer Abweichung nötig sein. Das Wort allein nennt weder den genauen Arbeitsschritt noch eine abgeschlossene Reparatur.

„Die Mechanikerin stellte die Bremse nach und prüfte anschließend ihre Wirkung.“

Das Nachstellen und die Funktionsprüfung sind hier zwei ausdrücklich genannte Schritte. Eine Einstellung ersetzt nicht automatisch die anschließende Prüfung.

Bedeutung 3: Eine Uhr zurückstellen

Eine Uhr nachzustellen bedeutet, ihre angezeigte Zeit zurückzusetzen. Die Uhr zeigt danach eine frühere Zeit. Ohne weiteren Zusammenhang ist daraus nicht abzuleiten, ob eine Zeitumstellung oder eine zuvor falsche Anzeige der Anlass war.

„Weil die Uhr fünf Minuten vorging, stellte er sie um fünf Minuten nach.“

Die Anzeige wird zurückgesetzt. Ursache und Umfang der Korrektur sind im Beispiel ausdrücklich genannt.

Bedeutung 4: Einen Ausdruck dahintersetzen

In der Grammatik bedeutet nachstellen, ein Wort oder einen Ausdruck hinter einen anderen zu setzen. Häufig begegnet die Form nachgestellt, etwa bei einer nachgestellten Erläuterung. Es geht um die sprachliche Reihenfolge.

„In der Fassung ‚Meine Schwester, die Ärztin, kommt später‘ ist die Erläuterung ‚die Ärztin‘ dem Ausdruck ‚meine Schwester‘ nachgestellt.“

Die Erläuterung steht hinter ihrem Bezugsausdruck. Daraus folgt keine Aussage über einen geringeren Wert oder Rang.

Bedeutung 5: Ein Tier oder eine Person verfolgen

Gehoben kann jemand einem Tier oder einer Person nachstellen, also verfolgen oder auflauern. Beim Tier kann ein Jagdzusammenhang gemeint sein. Der Dativ nennt das verfolgte Lebewesen.

„In der Erzählung stellt der Wilderer dem seltenen Tier nach.“

Das Tier ist Ziel der Verfolgung. Ob es tatsächlich gefangen wird, sagt das Verb nicht.

Bedeutung 6: Jemanden beharrlich bedrängen

Bei Personen kann nachstellen auch eine aufdringliche, wiederholte Annäherung bezeichnen. Der Ausdruck schildert dann kein unverfängliches Interesse. Welche konkreten Handlungen vorliegen, muss der Zusammenhang erklären; aus dem Wort allein ergibt sich keine genaue Beurteilung eines Einzelfalls.

„Obwohl sie jeden Kontakt abgelehnt hatte, stellte er ihr weiter nach und wartete wiederholt vor ihrem Arbeitsplatz.“

Die Ablehnung und das wiederholte Warten machen die unerwünschte Beharrlichkeit konkret. Eine einmalige zufällige Begegnung wäre damit nicht gleichzusetzen.

Synonyme: andere Wörter für nachstellen

Bei nachstellen entscheidet schon der Kasus über die Richtung der Aussage. Eine nachgestellte Szene ist etwas anderes als eine Person, der nachgestellt wird.

Eine Darstellung wiederholen

nachbilden · nachspielen · rekonstruieren

Nachspielen passt zu dargestellten Handlungen. Rekonstruieren kann eine systematische Ermittlung des ursprünglichen Ablaufs meinen und behauptet dann mehr als eine bloße Darstellung.

„Die Gruppe stellte die Szene nach.“ → „Die Gruppe spielte die Szene nach.“ Die zweite Fassung passt, wenn die Gruppe tatsächlich handelnd darstellt.

Eine Einstellung ändern

nachjustieren · neu einstellen · zurückstellen

Nachjustieren passt zu einer Einstellung. Zurückstellen ist für die Uhr präziser, wenn die Anzeige auf eine frühere Zeit gesetzt wird. Reparieren wäre weiter und wird durch nachstellen allein nicht belegt.

„Die Uhr ging vor; sie stellte sie nach.“ → „Die Uhr ging vor; sie stellte sie zurück.“ Die Zeitrichtung bleibt gleich.

Einem Lebewesen folgen

verfolgen · auflauern · bedrängen

Verfolgen ist allgemeiner. Auflauern setzt ein Warten auf das Ziel voraus. Bedrängen passt bei aufdringlichem Verhalten, erklärt aber nicht jeden Jagdvorgang.

„Er stellte ihr nach und wartete wiederholt vor dem Eingang“ kann mit „Er lauerte ihr wiederholt am Eingang auf“ konkretisiert werden, wenn genau dieses absichtliche Warten im Zusammenhang belegt ist.

Beispiele und Verwendung

Original und Nachbildung trennen

„Die Aufnahme zeigt eine nachgestellte Rettung, keinen tatsächlichen Einsatz.“

Die Kennzeichnung verhindert, dass eine Darstellung als ursprüngliches Ereignis missverstanden wird.

Dativ und Akkusativ auseinanderhalten

„Die Schauspielerin stellt eine Begegnung nach; in der Geschichte stellt eine Figur einer anderen nach.“

Eine Begegnung ist das nachgebildete Akkusativobjekt. Einer anderen ist die Person im Dativ, auf die die Verfolgung zielt.

Sprachliche Reihenfolge beschreiben

„Die Ortsangabe wurde dem Namen nachgestellt.“

Die Aussage betrifft die Position eines Ausdrucks. Ob dabei eine Apposition vorliegt, hängt vom konkreten Aufbau ab; Nachstellung allein genügt für diese Einordnung nicht.

Grammatik und Beugung

Nachstellen wird schwach gebildet: stellt nach – stellte nach – hat nachgestellt. Das Partizip II heißt nachgestellt, der Infinitiv mit zu nachzustellen. Die Worttrennung lautet nach·stel·len.

Das Verb ist trennbar: Sie stellt die Szene nach. Im Nebensatz steht es zusammen: weil sie die Szene nachstellt. Die Imperative sind stell nach! und stelle nach!.

Beim Nachbilden und Einstellen steht ein Akkusativobjekt: die Szene, die Bremse. Beim Verfolgen steht der Dativ: dem Tier, der Person. In der grammatischen Verwendung können beide Rollen zusammentreffen: Sie stellt die Erläuterung dem Namen nach – die Erläuterung wird versetzt, dem Namen gibt ihren Bezug an.

Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichstelle nachstellte nach
dustellst nachstelltest nach
er/sie/esstellt nachstellte nach
wirstellen nachstellten nach
ihrstellt nachstelltet nach
siestellen nachstellten nach
Konjunktiv I und II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichstelle nachstellte nach
dustellest nachstelltest nach
er/sie/esstelle nachstellte nach
wirstellen nachstellten nach
ihrstellet nachstelltet nach
siestellen nachstellten nach
Perfekt mit haben
PersonPerfekt
ichhabe nachgestellt
duhast nachgestellt
er/sie/eshat nachgestellt
wirhaben nachgestellt
ihrhabt nachgestellt
siehaben nachgestellt
Aufforderungsformen
AnredeImperativ
dustell nach! / stelle nach!
ihrstellt nach!
Siestellen Sie nach!

Nachgestellt oder nachrangig?

Ein nachgestellter Ausdruck steht an einer späteren Stelle. Das bedeutet nicht, dass er unwichtig ist. „Die entscheidende Einschränkung ist dem Satz nachgestellt“ kann gerade auf eine wichtige Information am Ende hinweisen. Reihenfolge und Bedeutung dürfen nicht gleichgesetzt werden.