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nachten

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
nachten
Worttrennung
nach·ten
Präsens
es nachtet
Präteritum
es nachtete
Partizip II
genachtet
Hilfsverb
haben
Form
unpersönlich: es nachtet

Schweizerisch, sonst dichterisch. Die unpersönliche Bedeutung Nacht werden ist von veraltetem persönlichem übernachten zu unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Nachten bedeutet, dass es Nacht oder dunkel wird. Das Verb wird unpersönlich mit es gebraucht. Es ist schweizerisch, außerhalb dieses Gebrauchs vor allem dichterisch. Im alltäglichen Standardtext ist es wird dunkel meist die verständlichere Formulierung.

Bedeutungen

1 Es wird Nacht

Nachten beschreibt den Übergang zur Nacht. Es benennt keinen bestimmten Menschen als Handelnden. Wie spät es ist und wie schnell die Dunkelheit zunimmt, muss der Zusammenhang zeigen. Die knappe Form kann in einer Landschaftsschilderung den Tageswechsel hervorheben.

„Als die Gruppe den Waldrand erreicht, nachtet es bereits.“

Der Satz ordnet die Ankunft in den beginnenden Abend beziehungsweise die Nacht ein. Eine genaue Uhrzeit ist nicht angegeben. Bereits setzt den Zeitpunkt in Beziehung zu einer Erwartung; es behauptet nicht, dass die Nacht ungewöhnlich früh beginnt.

nachten: Synonyme und andere Wörter

Nachten, dunkel werden oder dämmern?

Dunkel werden erklärt die hier gemeinte Bedeutung ohne die dichterische Färbung. Nacht werden hebt den Tagesabschnitt hervor. Dämmern kann den Übergang am Abend, aber auch am Morgen bezeichnen; für nachten passt nur der abendliche Bezug.

„Es nachtet über dem Tal.“ – „Über dem Tal wird es dunkel.“

Beide Sätze können dieselbe Abendstimmung beschreiben. Die zweite Fassung ist im Alltag geläufiger. Es dämmert wäre ohne zusätzlichen Zusammenhang nicht eindeutig dem Abend zugeordnet.

Beispiele und Verwendung

„Im letzten Absatz nachtet es, während die Figuren noch auf dem Rückweg sind.“

Die Zeitangabe beschreibt die erzählte Situation. Sie sagt nichts darüber aus, wie lange das Lesen des Absatzes dauert.

„Die Autorin schreibt: Es nachtet über den Feldern.“

Die Wortwahl kann eine verdichtete, dichterische Wirkung haben. Das ist eine Beschreibung des Stils dieses Satzes, kein Beweis für die Gattung oder Entstehungszeit des ganzen Textes.

„Die ältere Erzählung berichtet, die Reisenden hätten im Dorf genachtet.“

Hier liegt eine andere, veraltete Bedeutung vor: übernachten, also die Nacht an einem Ort verbringen. Diese persönliche Verwendung ist von dem heute behandelten unpersönlichen Nachtwerden zu unterscheiden; die folgende Tabelle gilt nicht als Aufforderung, beide Satzmuster beliebig auszutauschen.

Grammatik und Beugung

Nachten ist ein schwaches Verb. Die unpersönlichen Hauptformen lauten es nachtet, es nachtete, es hat genachtet. Das Hilfsverb ist haben; der Bezug auf einen Übergang macht daraus kein Perfekt mit sein. Die Worttrennung lautet nach·ten, der Infinitiv mit zu heißt zu nachten. Das es bezeichnet hier keine zuvor genannte Person oder Sache. Für diese Bedeutung werden deshalb keine Reihen mit ich, du, wir oder einem Imperativ angegeben. Die ältere Bedeutung übernachten ist in der Recherche gesondert belegt und bleibt als veraltet gekennzeichnet.

nachten: unpersönliche Formen mit es
ZeitForm
Präsenses nachtet
Präteritumes nachtete
Perfektes hat genachtet
Plusquamperfektes hatte genachtet
Futur Ies wird nachten
Futur IIes wird genachtet haben
nachten: Möglichkeitsformen mit es
ModusForm
Konjunktiv Ies nachte
Konjunktiv I Vergangenheites habe genachtet
Konjunktiv IIes nachtete
Konjunktiv II Vergangenheites hätte genachtet