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nahelegen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
nahelegen
Worttrennung
na·he·le·gen
Präsens
legt nahe
Präteritum
legte nahe
Partizip II
nahegelegt
Perfekt
hat nahegelegt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
nahelegen
Trennbarkeit
trennbar: legt nahe

Reflexiver Gebrauch: nicht reflexiv

Gebrauch: Schwaches Verb. Infinitiv mit zu: nahezulegen. Ein Rat oder ein Hinweis ist nicht automatisch ein Befehl beziehungsweise Beweis.

Ergänzungen: jemandem etwas nahelegen: Dativ und Akkusativ; etwas legt einen Schluss nahe

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Nahelegen heißt, jemandem etwas zu empfehlen oder zu einer Handlung zu raten. Es kann außerdem bedeuten, dass Hinweise eine Vermutung oder Schlussfolgerung plausibel machen. Eine Empfehlung ist noch kein Befehl, ein Hinweis noch kein Beweis.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Etwas empfehlen oder dazu auffordern

Wer jemandem etwas nahelegt, lenkt dessen Entscheidung in eine bestimmte Richtung. Die Formulierung kann ein freundlicher Rat sein, aber auch eine nachdrückliche indirekte Aufforderung. Wie viel Druck darin liegt, hängt von der Situation ab.

„Die Tutorin legte ihm nahe, den Aufbau vor dem Schreiben zu skizzieren.“

Sie empfiehlt eine Vorgehensweise. Der Satz sagt nicht, dass er ihr folgen muss oder den Rat bereits umgesetzt hat.

Bedeutung 2: Einen Schluss oder eine Vermutung stützen

Beobachtungen oder Umstände können einen Gedanken als wahrscheinlich oder sinnvoll erscheinen lassen. Dabei ist keine beratende Person nötig: Die Hinweise selbst legen etwas nahe.

„Die nassen Fußspuren legen nahe, dass jemand durch den Garten gekommen ist.“

Die Spuren stützen eine mögliche Erklärung. Sie beweisen für sich genommen weder den genauen Weg noch die Identität der Person.

Synonyme: andere Wörter für nahelegen

Empfehlen passt zu einem Rat; auf etwas hindeuten zu Hinweisen. Erzwingen und beweisen wären in vielen Sätzen zu stark.

Einen Rat geben

empfehlen · anraten · vorschlagen

Empfehlen und anraten benennen einen Rat. Vorschlagen kann offener klingen. Nahelegen kann im Zusammenhang einer Entscheidung auch eine indirekte, nachdrückliche Aufforderung sein. Ob bereits Druck ausgeübt wird, muss der Text erkennen lassen.

„Sie legt ihm eine Pause nahe.“ → „Sie rät ihm zu einer Pause.“ „Sie zwingt ihn zu einer Pause“ wäre ohne weitere Hinweise eine andere Aussage.

Aus Hinweisen folgern

darauf hindeuten · vermuten lassen · plausibel machen

Diese Ausdrücke halten offen, dass eine Deutung noch geprüft werden muss. Belegen und beweisen können stärkere Absicherung behaupten. Nicht jede nahegelegte Erklärung ist die einzig mögliche.

„Die Ergebnisse legen eine weitere Untersuchung nahe.“ → „Die Ergebnisse sprechen dafür, weiter zu untersuchen.“ „Die Ergebnisse beweisen unsere Vermutung“ folgt daraus nicht.

Beispiele und Verwendung

Den Ton einer Aufforderung erkennen

„Man legte der Sprecherin nahe, ihre Aussage zu korrigieren.“

Die Formulierung nennt eine indirekte Aufforderung. Ob sie als Rat, dringende Bitte oder Druck zu verstehen ist, hängt von den Beteiligten und der Situation ab. Das unbestimmte man lässt außerdem offen, wer die Aufforderung äußert.

Beobachtung und Schluss auseinanderhalten

„Die auffällig kurzen Antworten legen nahe, dass die Figur das Gespräch beenden möchte.“

In einer Interpretation ist das eine begründungsbedürftige Deutung. Kurze Antworten können auch andere Ursachen haben. Eine gute Analyse verbindet den Schluss mit weiteren Textbeobachtungen, statt ihn als sichere Tatsache auszugeben.

Grammatik und Beugung

Die Stammformen heißen legt nahe, legte nahe, hat nahegelegt. Die Person, die einen Rat erhält, steht im Dativ: „Sie legt ihm eine Pause nahe.“ Eine Pause ist hier das Akkusativobjekt. Auch eine Infinitivgruppe ist möglich: „Sie legt ihm nahe, eine Pause zu machen.“

Im Hauptsatz wird das Verb getrennt: „Der Befund legt diesen Schluss nahe.“ Im Nebensatz steht es zusammen: „weil der Befund diesen Schluss nahelegt“. Schreibe den Infinitiv nahelegen, den Infinitiv mit zu nahezulegen und das Partizip nahegelegt. Die Worttrennung lautet na·he·le·gen.

Die beiden Bedeutungen unterscheiden sich vor allem durch das Subjekt und die Ergänzungen: Eine Person legt jemandem eine Handlung nahe; ein Hinweis legt einen Schluss nahe. Die Konjugation bleibt dabei gleich.

Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichich lege naheich legte nahe
dudu legst nahedu legtest nahe
er / sie / eser/sie/es legt naheer/sie/es legte nahe
wirwir legen nahewir legten nahe
ihrihr legt naheihr legtet nahe
siesie legen nahesie legten nahe
Konjunktiv I und II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich lege naheich legte nahe
dudu legest nahedu legtest nahe
er / sie / eser/sie/es lege naheer/sie/es legte nahe
wirwir legen nahewir legten nahe
ihrihr leget naheihr legtet nahe
siesie legen nahesie legten nahe
Perfekt
PersonPerfekt
ichich habe nahegelegt
dudu hast nahegelegt
er / sie / eser/sie/es hat nahegelegt
wirwir haben nahegelegt
ihrihr habt nahegelegt
siesie haben nahegelegt
Aufforderungsformen
AnredeImperativ
dulege nahe!
ihrlegt nahe!
Sielegen Sie nahe!