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schämen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
schämen
Worttrennung
schä·men
Präsens
schämt sich
Präteritum
schämte sich
Partizip II
geschämt
Perfekt
hat sich geschämt
Hilfsverb
haben
Infinitiv
sich schämen; im Satz mit zu: sich zu schämen
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: fest reflexiv: sich schämen; das Pronomen richtet sich nach der Person

Gebrauch: Der Genitivanschluss ist heute weniger üblich als wegen einer Sache. Schamgefühl und eine aus Scham vermiedene Handlung unterscheiden; das Gefühl beweist nicht automatisch tatsächliches Fehlverhalten.

Ergänzungen: sich wegen einer Sache schämen; sich für jemanden/etwas schämen (für + Akkusativ); sich vor jemandem schämen (Dativ); auch gehoben sich einer Sache schämen (Genitiv); sich schämen, etwas zu tun

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Sich schämen bedeutet, Scham zu empfinden. Es kann außerdem heißen, sich aus Scham nicht zu einer bestimmten Handlung überwinden zu können. Das Reflexivpronomen gehört zur Konstruktion: ich schäme mich, du schämst dich, sie schämt sich.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Scham empfinden

Eine Person schämt sich, wenn sie ein Schamgefühl erlebt. Der Anlass kann die eigene Person, das eigene Verhalten oder das Verhalten anderer sein. Wofür sie sich schämt und ob die Bewertung berechtigt ist, ergibt sich nicht allein aus dem Verb.

„Nach ihrem schroffen Zwischenruf schämte sich Mira vor den übrigen Gruppenmitgliedern.“

Der Satz nennt Miras Gefühl und den sozialen Zusammenhang. Ob die anderen den Zwischenruf ebenso bewerten, bleibt offen.

Bedeutung 2: Sich aus Scham nicht überwinden können

Mit einem zu-Infinitiv kann sich schämen ausdrücken, dass Scham eine Person daran hindert, etwas zu tun. Im Mittelpunkt steht dann die Hemmung vor einer Handlung. Sie ist von einer nachträglichen Scham über eine bereits ausgeführte Handlung zu unterscheiden.

„Der neue Teilnehmer schämte sich, die einfach scheinende Frage vor der ganzen Runde zu stellen.“

Die Scham hemmt ihn beim Fragen. Das Beispiel behauptet nicht, die Frage sei tatsächlich unangebracht oder für die anderen leicht zu beantworten.

schämen: Synonyme und andere Wörter

Sich schämen oder sich genieren

sich genieren · sich unwohl fühlen

Sich genieren liegt nahe, wenn eine soziale Befangenheit oder Hemmung im Vordergrund steht. Sich unwohl fühlen ist weiter und kann auch körperliche Beschwerden nennen. Sich schämen bezeichnet das Schamgefühl genauer.

„Mira schämt sich wegen ihres Zwischenrufs.“ → „Mira fühlt sich wegen ihres Zwischenrufs unwohl.“

Die zweite Fassung ist zurückhaltender und nennt das Schamgefühl nicht ausdrücklich. Die Gefühle müssen deshalb nicht genau gleich sein.

Bei einer gehemmten Handlung

sich nicht trauen · sich genieren

Sich nicht trauen kann eine ähnliche Handlungshemmung beschreiben, etwa auch aus Angst. Sich schämen nennt Scham als Grund deutlicher. Ein bloßer Austausch kann diese Begründung verlieren.

„Er schämt sich, die Frage zu stellen.“ → „Er traut sich nicht, die Frage zu stellen.“

Beide Sätze lassen die Handlung als gehemmt erscheinen. Der zweite hält offen, ob Scham, Angst oder ein anderer Grund dahintersteht.

Beispiele und Verwendung

Reflexivpronomen richtig zuordnen

„Ich schäme mich; ihr schämt euch.“

Mich und euch beziehen sich jeweils auf das Subjekt. Sie sind keine austauschbaren Personenobjekte wie bei jemanden beschämen.

Genitiv und wegen unterscheiden

„In einem älteren Brief steht, sie schäme sich ihres Übermuts. Heute ist auch sie schämt sich wegen ihres Übermuts üblich.“

Ihres Übermuts ist im ersten Satz ein Genitivanschluss des Verbs. Im zweiten ist die Gruppe durch wegen eingeleitet. Es sind zwei unterschiedliche Satzanschlüsse.

Der gleiche Infinitiv kann verschiedene Situationen begleiten

„Sie schämt sich, eine so persönliche Bitte auszusprechen.“

Ohne weiteren Kontext kann die Scham die bevorstehende Bitte hemmen oder das Aussprechen begleiten. Der Satz allein legt keinen vollständigen zeitlichen Ablauf fest.

Grammatik und Beugung

Schämen wird schwach und reflexiv gebeugt: schämt sich, schämte sich, hat sich geschämt. Das Partizip II lautet geschämt. Der Infinitiv steht in der Konstruktion sich schämen; mit zu lautet die Wortgruppe sich zu schämen.

Das Reflexivpronomen verändert sich mit der Person: ich schäme mich, du schämst dich, wir schämen uns. Es wegzulassen würde die hier erklärte Konstruktion unvollständig machen.

Für verlangt Akkusativ, vor in vor jemandem Dativ. Der Genitiv in sich einer Sache schämen begegnet besonders in gehobener oder älterer Sprache; heute wird häufig wegen verwendet.

Beschämen ist ein anderes Verb: Ein Verhalten kann jemanden beschämen. Die betroffene Person steht dort als Objekt, während sie in sich schämen das Subjekt ist.

Indikativ – Präsens
Person Form
ich schäme mich
du schämst dich
er/sie/es schämt sich
wir schämen uns
ihr schämt euch
sie schämen sich
Indikativ – Präteritum
Person Form
ich schämte mich
du schämtest dich
er/sie/es schämte sich
wir schämten uns
ihr schämtet euch
sie schämten sich
Indikativ – Perfekt
Person Form
ich habe mich geschämt
du hast dich geschämt
er/sie/es hat sich geschämt
wir haben uns geschämt
ihr habt euch geschämt
sie haben sich geschämt
Indikativ – Plusquamperfekt
Person Form
ich hatte mich geschämt
du hattest dich geschämt
er/sie/es hatte sich geschämt
wir hatten uns geschämt
ihr hattet euch geschämt
sie hatten sich geschämt
Indikativ – Futur I
Person Form
ich werde mich schämen
du wirst dich schämen
er/sie/es wird sich schämen
wir werden uns schämen
ihr werdet euch schämen
sie werden sich schämen
Indikativ – Futur II
Person Form
ich werde mich geschämt haben
du wirst dich geschämt haben
er/sie/es wird sich geschämt haben
wir werden uns geschämt haben
ihr werdet euch geschämt haben
sie werden sich geschämt haben
Konjunktiv I – Präsens
Person Form
ich schäme mich
du schämest dich
er/sie/es schäme sich
wir schämen uns
ihr schämet euch
sie schämen sich
Konjunktiv I – Perfekt
Person Form
ich habe mich geschämt
du habest dich geschämt
er/sie/es habe sich geschämt
wir haben uns geschämt
ihr habet euch geschämt
sie haben sich geschämt
Konjunktiv I – Futur I
Person Form
ich werde mich schämen
du werdest dich schämen
er/sie/es werde sich schämen
wir werden uns schämen
ihr werdet euch schämen
sie werden sich schämen
Konjunktiv I – Futur II
Person Form
ich werde mich geschämt haben
du werdest dich geschämt haben
er/sie/es werde sich geschämt haben
wir werden uns geschämt haben
ihr werdet euch geschämt haben
sie werden sich geschämt haben
Konjunktiv II – Präteritum
Person Form
ich schämte mich
du schämtest dich
er/sie/es schämte sich
wir schämten uns
ihr schämtet euch
sie schämten sich
Konjunktiv II – Plusquamperfekt
Person Form
ich hätte mich geschämt
du hättest dich geschämt
er/sie/es hätte sich geschämt
wir hätten uns geschämt
ihr hättet euch geschämt
sie hätten sich geschämt
Konjunktiv II – Futur I
Person Form
ich würde mich schämen
du würdest dich schämen
er/sie/es würde sich schämen
wir würden uns schämen
ihr würdet euch schämen
sie würden sich schämen
Konjunktiv II – Futur II
Person Form
ich würde mich geschämt haben
du würdest dich geschämt haben
er/sie/es würde sich geschämt haben
wir würden uns geschämt haben
ihr würdet euch geschämt haben
sie würden sich geschämt haben
Imperativ
Person Form
2. Person Singular [du] schäm dich, schäme dich!
2. Person Plural [ihr] schämt euch!
Infinite Formen
Form Schreibung
Infinitiv mit zu zu schämen
Partizip I schämend
Partizip II geschämt