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schnüffeln

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
schnüffeln
Worttrennung
schnüf·feln
Präsens
er schnüffelt
Präteritum
er schnüffelte
Partizip II
geschnüffelt
Hilfsverb
haben

Heimliches Durchsuchen/Ermitteln: umgangssprachlich abwertend. Nasenhochziehen: umgangssprachlich. Rauschmittelgebrauch: Jargon.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Schnüffeln bedeutet meist, durch kurze Atemzüge mit der Nase einen Geruch zu prüfen oder wahrzunehmen. Umgangssprachlich und abwertend meint es auch heimliches Nachforschen. Weitere Verwendungen betreffen das Hochziehen der Nase und im Jargon einen Rauschmittelkonsum.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Mit der Nase einen Geruch suchen oder wahrnehmen

Besonders bei Tieren beschreibt schnüffeln kurze, oft hörbare Atemzüge zur Geruchswahrnehmung. An etwas schnüffeln nennt den untersuchten Gegenstand oder Ort. Auch ein wahrgenommener Geruch kann genannt werden.

Der Hund schnüffelt an der leeren Tasche und wendet sich dann dem Korb zu.

Der Vorgang dient hier der Geruchswahrnehmung. Ob der Hund etwas Bestimmtes gefunden hat, bleibt offen.

Bedeutung 2: Jargon: durch eingeatmete Dämpfe einen Rausch suchen

Im entsprechenden Jargon bezeichnet schnüffeln einen Rauschmittelgebrauch durch eingeatmete Dämpfe. Ein dabei genannter Stoff kann als Akkusativobjekt stehen. Das ist eine andere Lesart als das gewöhnliche Prüfen eines Geruchs.

Der Bericht schildert, dass die erwachsene Figur über einen längeren Zeitraum geschnüffelt hat.

Der Zusammenhang nennt einen Rauschmittelkonsum. Eine gewöhnliche Geruchswahrnehmung am Essen ist hier nicht gemeint.

Bedeutung 3: Die Nase wiederholt hochziehen

Umgangssprachlich kann schnüffeln wiederholtes kurzes Hochziehen der Nase bedeuten. Es muss dabei kein Geruch gesucht werden.

Im stillen Leseraum war nur das gelegentliche Schnüffeln eines Besuchers zu hören.

Die Lautbeschreibung kann das Hochziehen der Nase meinen. Sie beweist keinen Rauschmittelkonsum.

Bedeutung 4: Heimlich fremde Dinge durchsuchen

Umgangssprachlich abwertend heißt schnüffeln, ohne Berechtigung in fremden Sachen oder Angelegenheiten nach Informationen zu suchen. Nicht jedes neugierige Fragen überschreitet diese Grenze.

Die Erzählerin entdeckt, dass ihr Mitbewohner in ihren privaten Briefen geschnüffelt hat.

Private Briefe und der unerlaubte Zugriff tragen die abwertende Bezeichnung.

Bedeutung 5: Abwertend: Ermittlungen durchführen

Auch berufliches Beschaffen von Informationen kann umgangssprachlich abwertend schnüffeln heißen. Hier bewertet ein Sprecher die Ermittlungen, die tatsächlich in einem Auftrag stattfinden können.

Die verdächtige Romanfigur schimpft über die Ermittler, die ihrer Ansicht nach überall schnüffeln.

Ihr Urteil beschreibt die Haltung zur Ermittlung. Es beweist nicht, dass die Ermittler unberechtigt handeln.

Synonyme: andere Wörter für schnüffeln

Beim Geruch

schnuppern · beriechen · einen Geruch wahrnehmen

Schnuppern passt häufig zur kurzen prüfenden Geruchswahrnehmung. Beriechen nimmt den Gegenstand unmittelbar als Objekt: die Tasche beriechen statt an der Tasche schnüffeln.

„Der Hund schnüffelt am Korb“ kann als „Er beriecht den Korb“ umformuliert werden; die Ergänzung wechselt.

Beim Nachforschen

herumspionieren · heimlich durchsuchen · ermitteln

Die ersten beiden Ausdrücke behalten eine kritische Wertung. Ermitteln kann dagegen sachlich und berechtigt sein. Es ist deshalb wichtig, den wertenden Sprecher zu nennen.

„Die Figur behauptet, die Polizei schnüffle“ enthält ihre Bewertung. „Die Polizei ermittelt“ ist zurückhaltender.

Beispiele und Verwendung

Nicht vom Wort allein auf eine Ursache schließen

Die Figur schnüffelt, weil ihre Nase verstopft ist.

Der genannte Zusammenhang trägt das Nasenhochziehen. Das gleiche Verb in einem anderen Satz kann Geruchssuche oder eine weitere Lesart meinen.

Eine Grenze beim Interesse erkennen

Sie ist neugierig auf das Buch, öffnet aber den danebenliegenden privaten Brief nicht.

Interesse allein ist kein Schnüffeln in fremden Angelegenheiten. Die Handlung und die Berechtigung sind entscheidend.

Grammatik und Beugung

Die schwachen Hauptformen lauten schnüffelt – schnüffelte – hat geschnüffelt. Die Worttrennung lautet schnüf·feln.

In der ersten Person sind ich schnüffle und ich schnüffele möglich. Die Tabelle zeigt ich schnüffle. Das Perfekt verwendet haben.

Je nach Lesart steht an oder in mit einer Ortsangabe: an einer Tasche, in fremden Briefen schnüffeln. Ein direkter Akkusativ kann etwa einen wahrgenommenen Geruch oder einen im Jargon bezeichneten Stoff nennen.

schnüffeln: Präsens, Präteritum, Perfekt
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich schnüffleich schnüffelteich habe geschnüffelt
dudu schnüffelstdu schnüffeltestdu hast geschnüffelt
er/sie/eser/sie/es schnüffelter/sie/es schnüffelteer/sie/es hat geschnüffelt
wirwir schnüffelnwir schnüffeltenwir haben geschnüffelt
ihrihr schnüffeltihr schnüffeltetihr habt geschnüffelt
siesie schnüffelnsie schnüffeltensie haben geschnüffelt
schnüffeln: Plusquamperfekt, Futur I, Futur II
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte geschnüffeltich werde schnüffelnich werde geschnüffelt haben
dudu hattest geschnüffeltdu wirst schnüffelndu wirst geschnüffelt haben
er/sie/eser/sie/es hatte geschnüffelter/sie/es wird schnüffelner/sie/es wird geschnüffelt haben
wirwir hatten geschnüffeltwir werden schnüffelnwir werden geschnüffelt haben
ihrihr hattet geschnüffeltihr werdet schnüffelnihr werdet geschnüffelt haben
siesie hatten geschnüffeltsie werden schnüffelnsie werden geschnüffelt haben
schnüffeln: Konjunktiv I, Konjunktiv II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich schnüffeleich schnüffelte
dudu schnüfflestdu schnüffeltest
er/sie/eser/sie/es schnüffeleer/sie/es schnüffelte
wirwir schnüffelnwir schnüffelten
ihrihr schnüffletihr schnüffeltet
siesie schnüffelnsie schnüffelten
schnüffeln: Aufforderungsformen
AnredeForm
duschnüffle!
ihrschnüffelt!
Sieschnüffeln Sie!