Meine Wörter

sprechen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
sprechen
Worttrennung
spre·chen
Präsens
er spricht
Präteritum
er sprach
Partizip II
gesprochen
Perfekt
er hat gesprochen
Hilfsverb
haben
Infinitiv
sprechen
Trennbarkeit
nicht trennbar

Ergänzungen: mit jemandem (Dativ), über etwas (Akkusativ), von etwas (Dativ) sprechen

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Sprechen bedeutet, sprachliche Laute und Wörter hervorzubringen, sich mündlich auszudrücken oder ein Gespräch zu führen. Das Verb bezeichnet außerdem das Beherrschen einer Sprache und kann bildlich ausdrücken, dass etwas erkennbar wird.

Bedeutungen

1 Laute bilden und sich mündlich ausdrücken

Sprechen kann die Fähigkeit zur Lautsprache oder die konkrete Art des Sprechens meinen. Zusätze wie leise, deutlich oder mit Akzent beschreiben die Ausführung. Bei einem Papagei kann das Wort das Nachahmen menschlicher Sprachlaute bezeichnen.

„Vor dem Mikrofon sprach die Schülerin langsam und deutlich.“

Die Zusätze erläutern das hörbare Verhalten. Weder der Inhalt ihrer Äußerung noch ihre Sicherheit in anderen Situationen wird damit vollständig beschrieben.

2 Eine Sprache benutzen oder beherrschen

Wer eine Sprache spricht, kann sie verwenden. Wie gut oder wie häufig das geschieht, sollte bei Bedarf ergänzt werden. Die Aussage ist nicht automatisch mit einer bestimmten Muttersprache oder Herkunft gleichzusetzen.

„Er spricht im Unterricht Französisch und zu Hause meist Deutsch.“

Der Satz unterscheidet die Verwendungsbereiche. Er sagt nicht, welche Sprache zuerst gelernt wurde oder ob beide gleich sicher beherrscht werden.

3 Sich unterhalten, jemanden erreichen oder vortragen

Mit jemandem sprechen meint ein Gespräch; jemanden sprechen kann das Erreichen dieser Person bezeichnen. Vor einem Publikum sprechen bedeutet häufig, eine Rede oder einen Vortrag zu halten. Auch ein Gebet oder ein Urteil kann gesprochen werden.

„Kann ich nach der Probe die Leiterin sprechen?“

Gefragt wird nach einer Gelegenheit zum Gespräch. Ein bereits stattgefundenes Treffen oder eine Zustimmung der Leiterin wird nicht behauptet.

4 Bildlich erkennbar werden oder als Hinweis gelten

Aus einer Äußerung kann etwa Ärger sprechen. Ein Umstand kann für oder gegen eine Annahme sprechen. Das Verb bezeichnet dann einen Ausdruck oder ein Anzeichen, keine wirkliche Stimme.

„Die genaue Zeitangabe spricht für ihre Erinnerung.“

Die Zeitangabe ist ein stützender Hinweis. Ein endgültiger Beweis für jedes Detail der Erinnerung ist damit noch nicht erbracht.

5 Schweizerisch: Geldmittel bewilligen

In der schweizerischen Amtssprache kann einen Kredit sprechen das Bewilligen eines Geldbetrags bezeichnen. Diese regionale Verwendung ist von einem Gespräch über einen Kredit zu unterscheiden.

„Im fiktiven Protokoll heißt es: Der Rat hat einen Kredit für die Renovierung gesprochen.“

Der Satz berichtet eine Bewilligung. Dass das Geld bereits ausgezahlt oder die Renovierung abgeschlossen wurde, folgt daraus nicht.

sprechen: Synonyme und andere Wörter

Sprechen, sich äußern oder reden?

Sich äußern richtet den Blick auf einen Beitrag oder eine Stellungnahme und kann auch schriftlich geschehen. Sich unterhalten betont das Gespräch. Rezitieren passt nur zum Vortragen eines Textes.

„Sie spricht über den Entwurf.“ – „Sie äußert sich schriftlich zum Entwurf.“

Beide Sätze handeln von einer Mitteilung zum Thema. Der zweite verändert aber den Kommunikationsweg. Ein Ersatzwort muss deshalb nicht nur inhaltlich, sondern auch zur beschriebenen Situation passen.

Beispiele und Verwendung

„Die beiden haben lange miteinander gesprochen, ohne zu einer Entscheidung zu kommen.“

Ein Gespräch und sein Ergebnis werden getrennt. Lange zu sprechen beweist weder Einigkeit noch einen Beschluss.

„Die Figur ist auf ihren Nachbarn nicht gut zu sprechen.“

Die feste Verbindung bezeichnet eine verärgerte oder ablehnende Haltung. Sie behauptet keine Störung der Sprachfähigkeit.

Grammatik und Beugung

Das starke Verb bildet spricht, sprach, hat gesprochen. Im Präsens wechseln du und er/sie/es zu i: du sprichst, er spricht. Der Imperativ heißt sprich! Über ein Thema sprechen verlangt über mit Akkusativ, mit einer Person sprechen mit Dativ. Der substantivierte Infinitiv wird großgeschrieben: beim Sprechen.

sprechen – Indikativ: Gegenwart und Vergangenheit
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich sprecheich sprachich habe gesprochen
dudu sprichstdu sprachstdu hast gesprochen
er / sie / eser/sie/es sprichter/sie/es spracher/sie/es hat gesprochen
wirwir sprechenwir sprachenwir haben gesprochen
ihrihr sprechtihr sprachtihr habt gesprochen
sie / Siesie sprechensie sprachensie haben gesprochen
sprechen – Indikativ: weitere Zeiten
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte gesprochenich werde sprechenich werde gesprochen haben
dudu hattest gesprochendu wirst sprechendu wirst gesprochen haben
er / sie / eser/sie/es hatte gesprochener/sie/es wird sprechener/sie/es wird gesprochen haben
wirwir hatten gesprochenwir werden sprechenwir werden gesprochen haben
ihrihr hattet gesprochenihr werdet sprechenihr werdet gesprochen haben
sie / Siesie hatten gesprochensie werden sprechensie werden gesprochen haben
sprechen – Konjunktiv I und II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv I PerfektKonjunktiv IIKonjunktiv II Vergangenheit
ichich sprecheich habe gesprochenich sprächeich hätte gesprochen
dudu sprechestdu habest gesprochendu sprächest / du sprächstdu hättest gesprochen
er / sie / eser/sie/es sprecheer/sie/es habe gesprochener/sie/es sprächeer/sie/es hätte gesprochen
wirwir sprechenwir haben gesprochenwir sprächenwir hätten gesprochen
ihrihr sprechetihr habet gesprochenihr sprächet / ihr sprächtihr hättet gesprochen
sie / Siesie sprechensie haben gesprochensie sprächensie hätten gesprochen
sprechen – Imperativ: Aufforderungsformen
AnredeForm
dusprich!
ihrsprecht!
Siesprechen Sie!

Redewendungen

Auf jemanden nicht gut zu sprechen sein

Die feste Verbindung bedeutet, auf eine Person verärgert zu sein oder ihr ablehnend gegenüberzustehen. „Nach dem Streit war Ada auf ihren Nachbarn nicht gut zu sprechen.“ Die Wendung beschreibt ihre Haltung, keine Schwierigkeit beim Hervorbringen von Lauten. Der Anlass ist im Beispiel genannt; die Stärke und Dauer des Ärgers bleiben offen.