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unterbinden

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
unterbinden
Worttrennung
un·ter·bin·den
Präsens
er/sie/es unterbindet
Präteritum
er/sie/es unterband
Partizip II
unterbunden
Perfekt
hat unterbunden
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
In den hier erklärten Bedeutungen untrennbar.

Ergänzungen: Etwas unterbinden: Akkusativobjekt.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Unterbinden heißt, etwas durch gezielte Maßnahmen zu verhindern oder nicht weiter geschehen zu lassen. Seltener ist ein Aufhalten im Ablauf gemeint. In der Medizin kann unterbinden das Abschnüren eines Gefäßes bezeichnen.

Bedeutungen

Etwas verhindern oder stoppen

Wer eine Handlung unterbindet, sorgt mit bestimmten Maßnahmen dafür, dass sie nicht geschieht oder nicht weitergeht. Das Wort betont das Eingreifen. Ein bloßer Wunsch oder ein ausgesprochenes Verbot muss dafür noch nicht ausreichen.

„Die Moderation unterband die persönlichen Angriffe und lenkte das Gespräch auf die Sachfrage zurück.“

Beschrieben ist eine tatsächlich wirksame Unterbrechung der Angriffe. Ob damit auch der ganze Streit beendet ist, bleibt offen.

Seltener: einen Ablauf aufhalten

Seltener kann unterbinden den Ablauf von etwas aufhalten oder unterbrechen. Ob die Unterbrechung nur vorübergehend ist, muss der Zusammenhang erläutern.

„Der Schaden unterband zunächst den weiteren Austausch zwischen den beiden Stellen.“

Zunächst begrenzt die Aussage zeitlich. Der Satz behauptet keine dauerhafte Unmöglichkeit.

Fachsprachlich: ein Gefäß abschnüren

In der Medizin hat unterbinden die besondere Bedeutung des Abschnürens eines Gefäßes. Diese Fachbedeutung ist von einem allgemeinen Verhindern zu unterscheiden.

„Im medizinischen Bericht wird erwähnt, dass ein Gefäß unterbunden wurde.“

Die Formulierung erklärt den Ausdruck im Bericht. Sie ist keine Anleitung und enthält keine Aussage darüber, welche Behandlung in einem Einzelfall geeignet wäre.

Synonyme: andere Wörter für unterbinden

Verhindern oder beenden?

Verhindern kann bedeuten, dass etwas gar nicht erst geschieht. Beenden setzt gewöhnlich voraus, dass es bereits begonnen hat. Unterbinden kann je nach Situation beide Seiten berühren.

Wer weitere Störungen unterbindet, kann auf einen schon begonnenen Vorfall reagieren und zugleich neue Störungen verhindern. Der Zeitbezug gehört in die Beschreibung.

„Sie verhindert den ersten Zwischenruf“ betrifft den Beginn. „Sie unterbindet weitere Zwischenrufe“ setzt bereits geschehene Zwischenrufe voraus.

Verbieten ist noch nicht unterbinden

Ein Verbot ist eine Regel oder Anweisung. Unterbinden beschreibt dagegen das tatsächliche Verhindern oder Stoppen.

Eine unerlaubte Handlung kann trotz einer Regel weitergehen. In einem genauen Bericht sollten Anweisung und Wirkung getrennt werden.

„Das Schild verbietet das Betreten“ benennt eine Regel. „Die Absperrung unterbindet den Zugang“ beschreibt eine konkrete Wirkung.

Beispiele und Verwendung

„Die Rückfrage unterband die Gerüchte nicht; sie wurden anschließend weiterverbreitet.“

Die Verneinung stellt klar, dass das Eingreifen sein Ziel hier nicht erreicht hat.

„Der Erzähler behauptet, die Figur wolle jede Kritik unterbinden; als Beleg nennt er die wiederholten Redeverbote.“

Absicht und Bewertung sind ausdrücklich zugeordnet. Ein einzelner knapp formulierter Hinweis wäre noch kein Beleg für jede Kritik.

Grammatik und Beugung

Das starke Verb lautet unterbindet – unterband – hat unterbunden. Der Konjunktiv II ist unterbände. In den hier erklärten Bedeutungen bleibt unter- mit dem Verb verbunden: Sie unterbindet den Streit, ohne den Streit zu unterbinden. Das Partizip lautet unterbunden, ohne zusätzliches ge-.

Das, was verhindert wird, steht als Akkusativobjekt: den Zugang unterbinden. Die Worttrennung lautet un·ter·bin·den. Die Tabellen zeigen die aktiven Formen; ein Passiv wie „Der Zugang wird unterbunden“ setzt den betroffenen Vorgang in den Vordergrund.

Indikativ: Gegenwart und Vergangenheit

unterbinden: Indikativ: Gegenwart und Vergangenheit
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich unterbindeich unterbandich habe unterbunden
dudu unterbindestdu unterbandest / du unterbandstdu hast unterbunden
er/sie/eser/sie/es unterbindeter/sie/es unterbander/sie/es hat unterbunden
wirwir unterbindenwir unterbandenwir haben unterbunden
ihrihr unterbindetihr unterbandetihr habt unterbunden
siesie unterbindensie unterbandensie haben unterbunden

Indikativ: Vorvergangenheit und Zukunft

unterbinden: Indikativ: Vorvergangenheit und Zukunft
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte unterbundenich werde unterbindenich werde unterbunden haben
dudu hattest unterbundendu wirst unterbindendu wirst unterbunden haben
er/sie/eser/sie/es hatte unterbundener/sie/es wird unterbindener/sie/es wird unterbunden haben
wirwir hatten unterbundenwir werden unterbindenwir werden unterbunden haben
ihrihr hattet unterbundenihr werdet unterbindenihr werdet unterbunden haben
siesie hatten unterbundensie werden unterbindensie werden unterbunden haben

Konjunktiv: Formen und würde-Verbindung

unterbinden: Konjunktiv: Formen und würde-Verbindung
PersonKonjunktiv IKonjunktiv IIwürde-Verbindung
ichich unterbindeich unterbändeich würde unterbinden
dudu unterbindestdu unterbändestdu würdest unterbinden
er/sie/eser/sie/es unterbindeer/sie/es unterbändeer/sie/es würde unterbinden
wirwir unterbindenwir unterbändenwir würden unterbinden
ihrihr unterbindetihr unterbändetihr würdet unterbinden
siesie unterbindensie unterbändensie würden unterbinden

Aufforderungen

unterbinden: Aufforderungen
AnredeImperativ
duunterbinde!
ihrunterbindet!
Sieunterbinden Sie!