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wittern

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
wittern
Worttrennung
wit·tern
Präsens
er/sie/es wittert
Präteritum
er/sie/es witterte
Partizip II
gewittert
Perfekt
hat gewittert
Hilfsverb
haben
Infinitiv
wittern

Gebrauch: Schwach, nicht trennbar. Geruchsgebrauch besonders Jägersprache; Gefahr/Chance übertragen.

Ergänzungen: etwas / jemanden wittern; ohne Objekt: ein Tier wittert

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Wittern heißt, mit dem Geruchssinn etwas wahrzunehmen oder nach einem Geruch zu suchen. Übertragen kann jemand eine Gefahr oder Gelegenheit wittern: Er oder sie ahnt sie, ohne damit bereits sichere Kenntnis zu behaupten.

Bedeutungen

1 Einen Geruch aufnehmen oder suchen

Besonders in der Jägersprache bezeichnet wittern die Geruchswahrnehmung eines Tieres. Mit einem Objekt wird genannt, was es wahrnimmt. Ohne Objekt kann das Wort das suchende Aufnehmen von Gerüchen bezeichnen.

„Der Hund hebt die Nase und wittert die Spur des anderen Tieres.“

Die Spur wird über den Geruch wahrgenommen. Ob der Hund ihr danach folgt, ist eine weitere Handlung.

2 Eine Gefahr oder Gelegenheit ahnen

Im übertragenen Gebrauch bemerkt jemand Anzeichen für etwas, das ihn betrifft. Das kann eine Möglichkeit, ein Geschäft oder eine drohende Schwierigkeit sein. Die Einschätzung kann sich bestätigen oder falsch sein.

„In dem ungewöhnlichen Angebot wittert sie eine Falle.“

Sie vermutet einen verborgenen Nachteil. Die Wortwahl beweist noch nicht, dass tatsächlich jemand sie täuschen will.

Synonyme: andere Wörter für wittern

Riechen, schnuppern oder ahnen?

Riechen passt zum tatsächlichen Geruch. Schnuppern betont eher die kurzen Atembewegungen beim Aufnehmen eines Geruchs. Ahnen passt zur übertragenen Vermutung.

Wittern kann eine besonders feine oder aufmerksame Wahrnehmung nahelegen. Das ist kein Ersatz für einen nachprüfbaren Beleg, wenn von Betrug oder Gefahr gesprochen wird.

„Der Hund wittert Futter“ betrifft den Geruch. „Sie wittert einen Vorteil“ betrifft eine erahnte Möglichkeit.

Beispiele und Verwendung

Eine Deutung als Vermutung kennzeichnen

„Die Figur wittert hinter dem Lob eine versteckte Absicht.“

Die Aussage gibt die Einschätzung der Figur wieder. Eine Analyse muss davon unterscheiden, was der Text über die tatsächliche Absicht zeigt.

Ein Objekt ergänzen

„Der Hund wittert“ und „Der Hund wittert Wild.“

Der erste Satz beschreibt die Tätigkeit, der zweite nennt den Gegenstand der Wahrnehmung.

Grammatik und Beugung

Es heißt wittern, witterte, hat gewittert, getrennt wit·tern. Das Verb ist nicht trennbar. Neben der Vollform ich wittere begegnen verkürzte Formen wie ich wittre. Das Perfekt enthält haben.

Etwas wittern hat ein Akkusativobjekt; ohne Objekt kann ein Tier einfach wittern. Die Form gewittert gehört hier zu wittern. In es hat gewittert kann dieselbe Schreibung dagegen zum anderen Verb gewittern gehören; dort ist ein Wetterereignis gemeint.

Indikativ: Gegenwart und Vergangenheit
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich wittereich witterteich habe gewittert
dudu witterstdu wittertestdu hast gewittert
er/sie/eser/sie/es witterter/sie/es witterteer/sie/es hat gewittert
wirwir witternwir wittertenwir haben gewittert
ihrihr wittertihr wittertetihr habt gewittert
siesie witternsie wittertensie haben gewittert
Indikativ: Vorvergangenheit und Zukunft
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte gewittertich werde witternich werde gewittert haben
dudu hattest gewittertdu wirst witterndu wirst gewittert haben
er/sie/eser/sie/es hatte gewitterter/sie/es wird witterner/sie/es wird gewittert haben
wirwir hatten gewittertwir werden witternwir werden gewittert haben
ihrihr hattet gewittertihr werdet witternihr werdet gewittert haben
siesie hatten gewittertsie werden witternsie werden gewittert haben
Konjunktiv: Formen und würde-Verbindung
PersonKonjunktiv IKonjunktiv IIwürde-Verbindung
ichich wittereich witterteich würde wittern
dudu witterstdu wittertestdu würdest wittern
er/sie/eser/sie/es wittereer/sie/es witterteer/sie/es würde wittern
wirwir witternwir wittertenwir würden wittern
ihrihr wittertihr wittertetihr würdet wittern
siesie witternsie wittertensie würden wittern
Aufforderungen
AnredeImperativ
duwittere!
ihrwittert!
Siewittern Sie!

Was bedeutet Morgenluft wittern?

Die umgangssprachliche Redewendung bedeutet, eine günstige Chance auf Erfolg zu erkennen und dadurch neuen Antrieb zu bekommen. „Nach der unerwarteten Einladung witterte das junge Ensemble Morgenluft.“ Gemeint ist eine neue Aussicht für die Gruppe, nicht die tatsächliche Wahrnehmung frischer Luft. Ein sicherer Erfolg folgt daraus noch nicht.