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zerplatzen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
zerplatzen
Worttrennung
zer·plat·zen
Präsens
er/sie/es zerplatzt
Präteritum
er/sie/es zerplatzte
Partizip II
zerplatzt
Perfekt
ist zerplatzt
Hilfsverb
sein
Infinitiv
zerplatzen

Gebrauch: Schwach, nicht trennbar, ohne Akkusativobjekt; Perfekt mit sein. Starke Gefühle in der Wendung bildlich.

Ergänzungen: etwas zerplatzt; vor Wut / Zorn / Neid zerplatzen

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Zerplatzen bedeutet, plötzlich auseinanderzuplatzen oder aufzuspringen. Übertragen können Hoffnungen und Pläne zerplatzen, wenn sie sich nicht erfüllen. Vor Wut zerplatzen ist dagegen ein Bild für ein sehr starkes Gefühl.

Bedeutungen

1 Plötzlich auseinanderplatzen

Ein Ballon, ein Reifen oder eine Seifenblase kann zerplatzen. Die bisher geschlossene Form löst sich dabei plötzlich auf. Ein lauter Knall kann dazugehören, ist aber nicht in jedem Fall hörbar.

„Die Seifenblase zerplatzt, bevor sie den Zaun erreicht.“

Die dünne Hülle verliert ihren Zusammenhalt. Der Satz benötigt keinen lauten Knall, um zur Bedeutung zu passen.

2 Übertragen eine Hoffnung verlieren

Wenn ein Traum oder Plan zerplatzt, erfüllt er sich nicht wie erwartet. Das Bild hebt oft hervor, dass eine vorher ansprechend oder sicher wirkende Vorstellung plötzlich hinfällig wird.

„Mit der Absage zerplatzt ihr Plan für das gemeinsame Konzert.“

Der konkrete Plan wird unmöglich. Daraus folgt keine allgemeine Aussage über alle künftigen Möglichkeiten der Figur.

Synonyme: andere Wörter für zerplatzen

Zerspringen, aufplatzen oder scheitern?

Zerspringen passt oft zu einem festen Gegenstand, der in Stücke geht. Aufplatzen kann eine sich öffnende Hülle bezeichnen. Scheitern passt zu einem Vorhaben.

Nicht jedes Zerplatzen ist eine Explosion. Ebenso kann ein Vorhaben langsam scheitern; das Bild des Zerplatzens wirkt häufig plötzlicher.

„Der Plan scheitert an den Terminen“ nennt einen Hinderungsgrund. „Der Traum zerplatzt“ betont stärker den Verlust der erhofften Vorstellung.

Beispiele und Verwendung

Die erzählerische Wirkung benennen

„Ihre große Erwartung zerplatzt wie eine Seifenblase.“

Der Vergleich macht die Vorstellung von etwas leicht Zerstörbarem anschaulich. Er ist keine sachliche Beschreibung einer Flüssigkeit.

Den Verursacher anders anschließen

„Die Berührung lässt die Blase zerplatzen.“

Zerplatzen hat hier selbst kein Akkusativobjekt. Die verursachende Wirkung wird durch lassen ausgedrückt.

Grammatik und Beugung

Die Formen sind zerplatzen, zerplatzte, ist zerplatzt. Die Worttrennung lautet zer·plat·zen. Das Verb ist schwach, nicht trennbar und wird ohne Akkusativobjekt gebraucht. Das Perfekt steht mit sein.

Es heißt du zerplatzt, ihr zerplatzt; das Präteritum lautet du zerplatztest, ihr zerplatztet. Die Endungen bleiben von denen des Präsens zu unterscheiden. Die Personenformen sind grammatisch vorhanden; bei Dingen stehen im gewöhnlichen Gebrauch besonders die dritte Person und ihre Pluralform.

Indikativ: Gegenwart und Vergangenheit
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich zerplatzeich zerplatzteich bin zerplatzt
dudu zerplatztdu zerplatztestdu bist zerplatzt
er/sie/eser/sie/es zerplatzter/sie/es zerplatzteer/sie/es ist zerplatzt
wirwir zerplatzenwir zerplatztenwir sind zerplatzt
ihrihr zerplatztihr zerplatztetihr seid zerplatzt
siesie zerplatzensie zerplatztensie sind zerplatzt
Indikativ: Vorvergangenheit und Zukunft
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich war zerplatztich werde zerplatzenich werde zerplatzt sein
dudu warst zerplatztdu wirst zerplatzendu wirst zerplatzt sein
er/sie/eser/sie/es war zerplatzter/sie/es wird zerplatzener/sie/es wird zerplatzt sein
wirwir waren zerplatztwir werden zerplatzenwir werden zerplatzt sein
ihrihr wart zerplatztihr werdet zerplatzenihr werdet zerplatzt sein
siesie waren zerplatztsie werden zerplatzensie werden zerplatzt sein
Konjunktiv: Formen und würde-Verbindung
PersonKonjunktiv IKonjunktiv IIwürde-Verbindung
ichich zerplatzeich zerplatzteich würde zerplatzen
dudu zerplatzestdu zerplatztestdu würdest zerplatzen
er/sie/eser/sie/es zerplatzeer/sie/es zerplatzteer/sie/es würde zerplatzen
wirwir zerplatzenwir zerplatztenwir würden zerplatzen
ihrihr zerplatzetihr zerplatztetihr würdet zerplatzen
siesie zerplatzensie zerplatztensie würden zerplatzen
Aufforderungen
AnredeImperativ
duzerplatz! / zerplatze!
ihrzerplatzt!
Siezerplatzen Sie!

Was bedeutet „vor Wut zerplatzen“?

Die Verbindung beschreibt sehr starke Wut in übertreibender Form. „Er könnte vor Wut zerplatzen, sagt aber zunächst nichts“ trennt das innere Gefühl vom äußeren Verhalten. Die Figur zerplatzt nicht wirklich. Vergleichbar sind vor Zorn zerplatzen und vor Neid zerplatzen; das jeweils genannte Gefühl muss im Text stimmen.