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zurückblicken

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
zurückblicken
Worttrennung
zu·rück·bli·cken
Präsens
blickt zurück
Präteritum
blickte zurück
Partizip II
zurückgeblickt
Perfekt
hat zurückgeblickt
Hilfsverb
haben
Trennbarkeit
trennbar

Räumliches Schauen und gedankliche Rückschau unterscheiden. Auf etwas zurückblicken können kann vorhandene Erfahrung oder Tradition hervorheben.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Zurückblicken kann eine Bewegung des Blicks oder eine gedankliche Rückschau bezeichnen. Ob jemand nach hinten sieht oder über frühere Erlebnisse nachdenkt, zeigt der Zusammenhang. Das Perfekt lautet hat zurückgeblickt.

Bedeutungen

Nach hinten schauen

Eine Person richtet den Blick nach hinten, etwa indem sie den Kopf wendet oder in einen Spiegel sieht. Der Ausdruck legt nicht in jedem Satz fest, wie weit sie ihren Körper dabei dreht.

„Am Ende des Weges blickt Mara noch einmal zurück.“

Mara schaut in die Richtung, aus der sie gekommen ist. Eine Erinnerung an frühere Jahre ist dafür nicht vorausgesetzt.

Vergangenes gedanklich betrachten

Wer auf eine Zeit, ein Ereignis oder einen früheren Weg zurückblickt, erinnert sich daran oder betrachtet es aus späterer Sicht. Die Rückschau kann erfreut, kritisch oder sachlich sein.

„Nach dem Fest blickt die Klasse auf die gemeinsame Vorbereitung zurück.“

Die Beteiligten betrachten eine abgeschlossene Phase. Ob alle dieselbe Erinnerung und Bewertung haben, bleibt offen.

Synonyme: andere Wörter für zurückblicken

Bei einer Blickrichtung

nach hinten schauen · sich umblicken · den Blick zurückwenden

Nach hinten schauen ist eine unmittelbare Erklärung. Sich umblicken kann ebenfalls passen, bedeutet aber nicht in jedem Zusammenhang eine Rückschau auf Erlebnisse.

„Sie blickt zum Tor zurück“ kann „Sie schaut noch einmal zum Tor hinter sich“ heißen. „Sie erinnert sich an das Tor“ beschreibt dagegen einen gedanklichen Vorgang.

Eine räumliche Blickrichtung ist von einer zeitlichen Rückschau zu unterscheiden.

Bei einer Rückschau

sich erinnern · Rückschau halten · Vergangenes betrachten

Sich erinnern betont das erneute Bewusstwerden. Zurückblicken kann zusätzlich die zusammenhängende Betrachtung einer früheren Phase hervorheben. Beurteilen wäre enger auf eine Bewertung gerichtet.

„Sie blickt auf die Schulzeit zurück“ kann „Sie erinnert sich an ihre Schulzeit“ entsprechen. „Sie bewertet jede damalige Entscheidung“ fügt eine andere Aufgabe hinzu.

Eine Rückschau ist weder automatisch lückenlos noch objektiv.

Beispiele und Verwendung

Den Zusammenhang erkennen

„Die Figur blickt zurück, weil sie hinter sich Schritte hört.“

Der Anlass macht die räumliche Bedeutung deutlich. Ohne diesen Zusammenhang könnte ein Text auch eine gedankliche Rückschau meinen.

Erinnerung und Urteil trennen

„Rückblickend nennt der Erzähler die Entscheidung leichtsinnig; damals hielt er sie für mutig.“

Der Satz stellt die frühere Sicht der späteren Bewertung gegenüber. Er erklärt dadurch auch die Perspektive des Erzählers.

Grammatik und Beugung

Die schwachen Formen lauten blickt zurück – blickte zurück – hat zurückgeblickt. Das Verb ist trennbar und bildet das Perfekt mit haben.

Bei der gedanklichen Rückschau kann auf mit Akkusativ stehen: auf den vergangenen Sommer zurückblicken. Die Wortgruppe nennt das betrachtete Vergangene.

Im Nebensatz lautet die Form weil sie zurückblickt. Der Infinitiv mit zu heißt zurückzublicken; das Partizip lautet zurückgeblickt.

Gegenwart und Vergangenheit

Gegenwart und Vergangenheit
PersonPräsensPräteritumPerfekt
ichich blicke zurückich blickte zurückich habe zurückgeblickt
dudu blickst zurückdu blicktest zurückdu hast zurückgeblickt
er/sie/eser/sie/es blickt zurücker/sie/es blickte zurücker/sie/es hat zurückgeblickt
wirwir blicken zurückwir blickten zurückwir haben zurückgeblickt
ihrihr blickt zurückihr blicktet zurückihr habt zurückgeblickt
siesie blicken zurücksie blickten zurücksie haben zurückgeblickt

Vorvergangenheit und Zukunft

Vorvergangenheit und Zukunft
PersonPlusquamperfektFutur IFutur II
ichich hatte zurückgeblicktich werde zurückblickenich werde zurückgeblickt haben
dudu hattest zurückgeblicktdu wirst zurückblickendu wirst zurückgeblickt haben
er/sie/eser/sie/es hatte zurückgeblickter/sie/es wird zurückblickener/sie/es wird zurückgeblickt haben
wirwir hatten zurückgeblicktwir werden zurückblickenwir werden zurückgeblickt haben
ihrihr hattet zurückgeblicktihr werdet zurückblickenihr werdet zurückgeblickt haben
siesie hatten zurückgeblicktsie werden zurückblickensie werden zurückgeblickt haben

Konjunktiv und würde-Verbindung

Konjunktiv und würde-Verbindung
PersonKonjunktiv IKonjunktiv IIwürde-Verbindung
ichich blicke zurückich blickte zurückich würde zurückblicken
dudu blickest zurückdu blicktest zurückdu würdest zurückblicken
er/sie/eser/sie/es blicke zurücker/sie/es blickte zurücker/sie/es würde zurückblicken
wirwir blicken zurückwir blickten zurückwir würden zurückblicken
ihrihr blicket zurückihr blicktet zurückihr würdet zurückblicken
siesie blicken zurücksie blickten zurücksie würden zurückblicken

Aufforderungen

Aufforderungen
AnredeImperativ
dublick zurück! / blicke zurück!
ihrblickt zurück!
Sieblicken Sie zurück!

Schreibweise und Worttrennung

Die Worttrennung lautet zu·rück·bli·cken. Infinitiv und Partizip werden zusammengeschrieben. In der Hauptsatzform steht der trennbare Teil dagegen nach dem Verb: Sie blickt zurück.

Redewendungen und feste Verbindungen

Auf etwas zurückblicken können

Die Verbindung kann eine vorhandene frühere Erfahrung, Tradition oder Leistung hervorheben. Können meint dann nicht bloß die körperliche Fähigkeit, den Blick zu wenden.

„Zum Jubiläum kann die Theatergruppe auf zehn gemeinsame Spielzeiten zurückblicken.“

Der Satz nennt eine frühere Tätigkeit über einen Zeitraum. Wie erfolgreich jede einzelne Spielzeit war, müsste eigens erklärt werden.