m. E.
Form & Grammatik
- Stichwort
- m. E.
- Worttrennung
- m. E.
- Langform
- meines Erachtens
- Kürzelart
- Schreibabkürzung
- Schreibung
- Im Satz m klein und E groß; Punkte nach beiden Buchstaben, Leerzeichen dazwischen. Am Satzanfang M. E.
Mehrgliedrige Abkürzung beim Zeilenwechsel zusammenhalten.
Gebrauch: Schreibabkürzung einer festen Genitivgruppe, die eine persönliche Einschätzung kennzeichnet. Keine eigenen Beugungsendungen.
Definition · kurz erklärt
m. E. ist die Abkürzung für meines Erachtens. Sie kennzeichnet eine persönliche Einschätzung: Die schreibende Person hält etwas für richtig, sinnvoll oder überzeugend und macht erkennbar, dass sie dabei urteilt.
Bedeutung
1 Die eigene Einschätzung kenntlich machen
M. E. lässt sich sinngemäß mit „nach meiner Einschätzung“ oder „meiner Meinung nach“ wiedergeben. Der Zusatz ordnet eine Aussage der urteilenden Person zu. Er kann einen vorsichtig formulierten Vorschlag begleiten, aber auch eine entschieden vertretene Auffassung. Wie sicher sich jemand fühlt, ergibt sich aus dem ganzen Satz.
„Der zweite Entwurf erklärt das Problem m. E. verständlicher.“
Die Person bewertet die Verständlichkeit zweier Entwürfe. Das Kürzel macht aus dieser Bewertung keine allgemein feststehende Tatsache. Eine anschließende Begründung könnte zeigen, welche Beispiele oder Formulierungen sie besser findet.
m. E. und ähnliche Formulierungen
Meiner Meinung nach bezeichnet ebenfalls einen persönlichen Standpunkt. „Meiner Meinung nach fehlt ein Beispiel“ und „M. E. fehlt ein Beispiel“ können inhaltlich dasselbe ausdrücken. Die ausgeschriebene Fassung ist auch ohne Kenntnis des Kürzels verständlich. Der Begriff Meinung bezeichnet dabei die vertretene Auffassung.
Meines Wissens, kurz m. W., hat einen anderen Schwerpunkt: Es geht um den eigenen Kenntnisstand. „Der Text ist m. E. zu lang“ bewertet den Umfang; „Der Text ist meines Wissens noch unveröffentlicht“ schränkt eine Tatsachenangabe auf das eigene Wissen ein. Eine Einschätzung und ein Wissensvorbehalt können zusammenpassen, sind aber nicht dasselbe.
Beispiele und Verwendung
„Die beiden Begriffe sollten m. E. getrennt erklärt werden.“ Das ist ein redaktioneller Vorschlag. Die Abkürzung nennt seine Perspektive, ersetzt aber nicht die Erklärung, worin sich die Begriffe unterscheiden.
„Diese Lösung ist m. E. ungeeignet, weil sie den zweiten Fall nicht berücksichtigt.“ Der Standpunkt wird hier mit einem konkreten Grund verbunden. M. E. schwächt den Einwand nicht automatisch ab; die klare Bewertung „ungeeignet“ bleibt erhalten.
In einer Notiz, Diskussion oder fachlichen Stellungnahme kann das Kürzel Platz sparen. In einem Text für Menschen, die solche Abkürzungen nicht kennen, ist „meines Erachtens“ oder eine einfachere ausgeschriebene Form leichter zu lesen.
Schreibung und Grammatik
Innerhalb des Satzes schreibt man m. E.: m klein, E groß, nach beiden Buchstaben ein Punkt und dazwischen ein Leerzeichen. Am Satzanfang wird der erste Buchstabe groß: M. E. Ein geschütztes Leerzeichen verhindert, dass die beiden Teile auf verschiedene Zeilen geraten.
Die Langform „meines Erachtens“ ist eine feste Wortgruppe im Genitiv, die die Einschätzung zu einer Aussage angibt. Die Schreibabkürzung bekommt keine eigene Kasus- oder Pluralendung. Sie wird nicht wie ein Substantiv mit „der“, „die“ oder „das“ in den Satz eingesetzt. In „Das ist m. E. hilfreich“ ist kein Kommapaar um den Zusatz erforderlich.
Weitere Kürzel stehen in der Abkürzungssammlung.
