Meine Wörter

Meinung

Form & Grammatik

Substantiv
Stichwort
Meinung
Worttrennung
Mei·nung
Artikel
die
Geschlecht
Femininum
Genitiv
der Meinung
Plural
die Meinungen

Gebrauch: Persönliche oder gemeinsame Auffassung. Meiner Meinung nach steht mit Dativ; das Wort sagt für sich nichts über die Beleglage einer Aussage.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Eine Meinung ist eine Auffassung oder Beurteilung, die jemand zu einer Sache oder Person hat. Sie kann eine Vorliebe, eine Bewertung oder eine Überzeugung ausdrücken. Das Wort allein verrät nicht, wie gut die Auffassung begründet ist.

Bedeutungen

Bedeutung 1: Eine persönliche Sicht

„Meiner Meinung nach ist der Schluss zu kurz“ benennt ein Urteil über einen Text. Wer dazu erklärt, welche Frage offen bleibt, macht seine Meinung nachvollziehbarer.

Eine Meinung muss nicht unbegründet sein. Sie kann auf sorgfältiger Prüfung beruhen; ebenso kann jemand etwas ohne ausreichende Kenntnis beurteilen. Entscheidend sind die jeweiligen Gründe, nicht nur die Bezeichnung Meinung.

Geteilte Auffassungen

Öffentliche Meinung bezeichnet verbreitete Sichtweisen innerhalb einer Öffentlichkeit. Das bedeutet nicht, dass alle Menschen gleich denken.

In einer Zusammenfassung sollte der Bezug möglichst deutlich sein: „Die befragte Klasse bevorzugt den ersten Entwurf“ sagt genauer, wessen Urteil erfasst wurde, als eine unbelegte Behauptung über „die Meinung aller“.

Bewertung und überprüfbare Behauptung

„Mir gefällt der kürzere Text besser“ drückt eine Bewertung aus. „Der Text hat 300 Wörter“ ist dagegen eine Behauptung, die man am Text überprüfen kann.

Die Einleitung „Ich bin der Meinung“ verwandelt eine überprüfbare Mengenangabe nicht in eine bloße Geschmacksfrage. Umgekehrt lässt sich eine persönliche Vorliebe nicht allein durch das Zählen von Wörtern widerlegen.

„Meiner Meinung nach beginnt die Erzählung zu unvermittelt; ich vermisse eine Orientierung darüber, wo die Szene spielt.“

Das Urteil wird mit einer konkreten Leserfrage begründet. Die Einleitung kennzeichnet die Perspektive, ersetzt aber nicht die Prüfung am Text.

Meinung: Synonyme und andere Wörter

Eine Sicht auf etwas

Ansicht · Auffassung · Standpunkt

Ansicht und Auffassung liegen oft nahe. Standpunkt hebt stärker die Position hervor, von der aus jemand eine Frage beurteilt. Bei Ansicht muss der Zusammenhang andere Bedeutungen wie eine Gebäudeansicht ausschließen.

„Ihre Meinung zu diesem Vorschlag hat sich geändert.“ → „Ihre Auffassung von diesem Vorschlag hat sich geändert.“ Beide Sätze beschreiben einen Wandel der Sicht; die zweite Fassung verändert die Anschlussform.

Mit stärkerem oder vorsichtigerem Gewicht

Überzeugung · Einschätzung · Vermutung

Überzeugung betont, wie fest jemand an einer Auffassung festhält. Einschätzung klingt nach einer Beurteilung. Vermutung stellt deutlicher heraus, dass etwas nicht sicher feststeht.

„Nach meiner Meinung reicht die Zeit.“ → „Nach meiner Einschätzung reicht die Zeit.“ Das passt bei einer begründeten Planung. „Meine feste Überzeugung“ würde zusätzlich die Sicherheit des Sprechers betonen.

Beispiele und Verwendung

„Lina ändert ihre Meinung über den Entwurf, nachdem sie auch das überarbeitete Ende gelesen hat.“

Die neue Information beeinflusst ihr Urteil. Ein Meinungswechsel ist hier weder automatisch Schwäche noch ein Beweis dafür, dass die erste Fassung schlecht war.

„Ben findet die Figur sympathisch; Nora nennt dieselbe Figur rücksichtslos. Beide erklären ihr Urteil an einer Szene.“

Die Bewertungen unterscheiden sich. Für die Besprechung ist hilfreich, die jeweilige Begründung am Text zu prüfen.

„Die Redaktion trennt im Bericht die gezählten Stimmen von den persönlichen Meinungen der Befragten.“

Zahlen und Bewertungen beantworten verschiedene Fragen. Die Trennung macht den Bericht leichter nachvollziehbar.

Eine sachliche Auseinandersetzung mit einer Meinung richtet sich auf Gründe und Aussagen. Ein ruhiger Ton allein garantiert jedoch noch keine richtigen Angaben.

Grammatik und Beugung

Das feminine Nomen heißt die Meinung, im Genitiv der Meinung. Der Plural lautet die Meinungen; im Dativ bleibt die Pluralform erhalten: den Meinungen.

Die Worttrennung lautet Mei·nung. Das Wort ist mit dem Verb meinen verwandt; es wird als Substantiv großgeschrieben.

Meiner Meinung nach steht mit Dativ. Auch nach meiner Meinung ist möglich. In Ich bin der Meinung, dass der Schluss fehlt folgt dagegen ein dass-Satz mit Komma.

Die Ergänzungen haben unterschiedliche Aufgaben: eine Meinung zu einem Vorschlag nennt das Thema, eine gute Meinung von jemandem nennt eine positive Beurteilung dieser Person.

Meinung: alle Fälle
FallSingularPlural
Nominativdie Meinungdie Meinungen
Genitivder Meinungder Meinungen
Dativder Meinungden Meinungen
Akkusativdie Meinungdie Meinungen

Redewendungen und feste Verbindungen

Jemandes Meinung teilen

Wer eine Meinung teilt, stimmt ihr zu. Es geht nicht darum, eine Aussage in Teile zu zerlegen.

„Ich teile deine Meinung über den Einstieg, sehe den Schluss aber anders.“ Zustimmung kann sich auf einen einzelnen Punkt beschränken. Der Satz behauptet keine vollständige Einigkeit.

Jemandem die Meinung sagen

Die Wendung kann ein deutliches, oft verärgertes Zurechtweisen meinen. Sie ist stärker als das neutrale Äußern einer Ansicht.

„Nach dem dritten unerlaubten Ausleihen sagte sie ihm die Meinung.“ Gemeint ist hier eine klare Rüge. Für einen sachlichen Bericht sollte man die Kritik möglichst genauer benennen.