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o. O.

Form & Grammatik

Abkürzung
Stichwort
o. O.
Worttrennung
o. O.
Langform
ohne Ort; ohne Obligo
Kürzelart
Schreibabkürzung
Schreibung
o klein, O groß, jeweils mit Punkt und einem Leerzeichen zwischen den Teilen.

Gebrauch: Schreibabkürzung zweier Wortgruppen mit ohne; keine eigene Kasus- oder Pluralreihe. Formen des Substantivs Obligo nicht als Formen des Kürzels ausgeben.

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

o. O. steht in bibliografischen Angaben für ohne Ort. Es kennzeichnet eine fehlende Ortsangabe. In einem wirtschaftlichen Zusammenhang kann dasselbe Kürzel dagegen ohne Obligo bedeuten, also „unverbindlich“ oder „ohne Gewähr“.

Bedeutungen

1 Eine fehlende Ortsangabe kennzeichnen

Wenn ein Literaturbeleg einen Erscheinungs- oder Verlagsort verlangt, die Angabe aber nicht feststellbar ist, kann o. O. diese Lücke markieren. Der Hinweis bedeutet nicht, dass ein Werk an keinem Ort entstanden oder erschienen sei. Es fehlt vielmehr die für den Nachweis benötigte Angabe.

„Albers: Kleine Stadtchronik. o. O., 1924.“

In diesem erfundenen Beleg ist das Jahr vorhanden, die Ortsangabe dagegen nicht. Das Kürzel ersetzt nur den Ort; Titel und andere notwendige Angaben werden dadurch nicht entbehrlich. Die genaue Anordnung des Belegs hängt vom Zitierstil ab.

2 Ohne Obligo: unverbindlich oder ohne Gewähr

Im wirtschaftlichen Wortschatz kann o. O. die Wendung „ohne Obligo“ abkürzen. Gemeint ist sprachlich ein Vorbehalt zur Verbindlichkeit oder Gewähr. Das zugrunde liegende Substantiv Obligo wird im eigenen Wortartikel näher erklärt.

„Die Auskunft enthält den Zusatz o. O.“

Wenn der Zusammenhang „ohne Obligo“ ergibt, ist das ein Gewährvorbehalt und keine Aussage über einen Erscheinungsort. Welche Auflösung gemeint ist, muss aus der Art des Dokuments und dem umgebenden Text hervorgehen.

o. O., o. J. und genaue Angaben

Ohne Ortsangabe ist eine verständliche Umschreibung der bibliografischen Lesart. O. J. beziehungsweise im Satz o. J. steht dagegen für „ohne Jahr“. Ein fehlender Ort und ein fehlendes Jahr sind verschiedene Lücken. Wenn beides fehlt, genügt es nicht, nur eine dieser Angaben zu kennzeichnen.

Ohne Obligo ist die ausgeschriebene wirtschaftliche Lesart. Wenn der Kontext mehrdeutig ist, verhindert die Langform eine Verwechslung mit der bibliografischen Angabe.

Beispiele und Verwendung

„Das Jahr ist bekannt; beim Ort steht o. O.“ Die Aussage unterscheidet eine vorhandene von einer fehlenden Angabe. Sie begründet nicht, weshalb der Ort unbekannt ist.

„Im Literaturverzeichnis wurde o. O. ergänzt.“ Damit wird die Lücke sichtbar gemacht. Ob diese Kennzeichnung verlangt wird oder der Ort im gewählten Stil entfallen kann, ergibt sich aus dessen Regeln.

Schreibung und Grammatik

Die Schreibung lautet o. O.: erstes o klein, zweites O groß, jeweils mit Punkt und mit einem Leerzeichen zwischen den Teilen. Die Großschreibung des zweiten Buchstabens passt sowohl zu „Ort“ als auch zu „Obligo“. Am Satzanfang steht O. O.

Beide Auflösungen sind Wortgruppen mit „ohne“. Das Kürzel erhält keine eigenen Beugungsendungen. Das Substantiv „Obligo“ kann außerhalb dieser Wendung eigene Formen haben; diese werden nicht als Beugung von o. O. ausgegeben. Eine eigene Deklinationstabelle wäre daher unpassend.

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