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ärgerlich

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
ärgerlich
Worttrennung
är·ger·lich
Komparativ
ärgerlicher
Superlativ
am ärgerlichsten

Ärger verursachend und Ärger empfindend sind verschiedene Bedeutungen. Über und auf stehen bei den üblichen Anschlüssen mit Akkusativ. Ärgerlicher vor einem Nomen kann auch die gebeugte Grundstufe sein.

Formen und Verwendung im Detail

ärgerlich: Ärgerlich beschreibt eine Person, die Ärger empfindet, oder einen Umstand, der Ärger hervorruft. Welche Bedeutung gemeint ist, hängt vom Bezugswort ab.

Was bedeutet ärgerlich?

„Der Zuschauer ist ärgerlich“ beschreibt seine Stimmung. „Die Unterbrechung ist ärgerlich“ bewertet dagegen einen störenden Vorgang. Die Unterbrechung empfindet nichts; sie gibt Anlass zu Ärger. Ärgerlich kann also die Reaktion oder ihren Auslöser kennzeichnen.

Bei einem Menschen bezeichnet das Wort in der Regel einen aktuellen Zustand. Wer heute ärgerlich reagiert, ist dadurch nicht schon allgemein reizbar. Bei einem Ereignis kann ärgerlich auch eine vergleichsweise milde Bewertung sein: Ein vergessener Anhang ist lästig, aber meist keine Katastrophe. Die Stärke erschließt sich aus dem Zusammenhang.

Synonyme und Bedeutungsunterschiede

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AlternativeWann passend?Was verändert sich?
verärgertEine Person empfindet ÄrgerMacht den Gefühlszustand besonders klar. Eine verärgerte Person ist nicht dasselbe wie ein ärgerlicher Fehler.
ungehaltenEine Person zeigt ihren UnmutBetont häufig eine ungeduldige oder deutlich missbilligende Reaktion.
lästigEin Umstand stört oder macht MüheDie Belastung steht stärker im Vordergrund als ein bestimmtes Gefühl.
bedauerlichEin Vorgang ist unerfreulichMeist sachlicher oder zurückhaltender; kann eher Traurigkeit als Verärgerung nahelegen.

Zwei Satzvergleiche

Eigener Beispielsatz: „Nach der dritten Unterbrechung klingt die Sprecherin ärgerlich.“

Zum Vergleich: „Nach der dritten Unterbrechung klingt die Sprecherin verärgert.“

Beide Sätze beschreiben eine wahrnehmbare Stimmung. Verärgert ist hier eine nahe Alternative. Die Formulierung „klingt“ macht zugleich deutlich, dass die Aussage auf ihrem Tonfall beruht.

Eigener Beispielsatz: „Der Zahlendreher ist ärgerlich.“

Zum Vergleich: „Der Zahlendreher ist bedauerlich.“

Ärgerlich hebt die störende Seite hervor, beispielsweise zusätzliche Korrekturarbeit. Bedauerlich lässt die Bewertung distanzierter wirken. Welche Variante passt, hängt davon ab, ob der Text persönliche Verärgerung oder eine sachliche Einschätzung ausdrücken soll.

Gefühl und Charakter unterscheiden

Erfundene Beispielsituation: Ein Schüler reagiert nach einer unbegründeten Anschuldigung mit einem knappen „Das stimmt nicht“. In einer Charakterisierung lässt sich schreiben: „Er antwortet ärgerlich auf den Vorwurf.“ Für „Er ist ein streitsüchtiger Mensch“ wäre diese einzelne Reaktion kein ausreichender Beleg. Ergänze deshalb Anlass und beobachtbares Verhalten, statt aus einer Stimmung sofort eine dauerhafte Eigenschaft abzuleiten.

Das Nomen Ärger benennt das Gefühl, das Verb ärgern seinen Auslöser oder das eigene Empfinden. „Sie ist ärgerlich über den Fehler“ und „Sie ärgert sich über den Fehler“ können sehr ähnliche Informationen ausdrücken.

Steigerung und Beugung

Ärgerlich ist ein Adjektiv. Die Steigerung lautet ärgerlich – ärgerlicher – am ärgerlichsten. Sie passt etwa beim Vergleich zweier störender Verzögerungen. Prädikativ bleibt das Wort ohne Endung: „Der Fehler ist ärgerlich.“ Vor einem Nomen erhält es eine Beugungsendung.

Beugung mit bestimmtem Artikel im Singular
FallMaskulinumFemininumNeutrum
Nominativder ärgerliche Fehlerdie ärgerliche Pannedas ärgerliche Versehen
Genitivdes ärgerlichen Fehlersder ärgerlichen Pannedes ärgerlichen Versehens
Dativdem ärgerlichen Fehlerder ärgerlichen Pannedem ärgerlichen Versehen
Akkusativden ärgerlichen Fehlerdie ärgerliche Pannedas ärgerliche Versehen
Beispielhafte Formen mit und ohne Begleiter
KonstruktionSingular, maskulinPlural
mit ein / keineein ärgerlicher Fehlerkeine ärgerlichen Fehler
ohne Artikelärgerlicher Aufwandärgerliche Fehler

Die Übersicht mit Beispielen zu Begleitern zeigt Formen im Nominativ; keine ist ein negativer Begleiter, kein unbestimmter Pluralartikel. Typische Anschlüsse sind „ärgerlich über den Fehler“ und „ärgerlich auf den Verursacher“, jeweils mit Akkusativ.

Beugung von ärgerlich

Ein ärgerlicher Mensch empfindet Ärger, ein ärgerlicher Fehler verursacht ihn. Für beide Lesarten gelten dieselben Beugungsformen. Die Grundstufe vor einem Nomen ist von der Steigerung ärgerlicher zu unterscheiden.

Die Endung vor einem Nomen richtet sich nach Fall, Geschlecht, Zahl und Begleiter. In der gemischten Beugung steht im Plural keine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne ArtikelDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativärgerlicherärgerlicheärgerlichesärgerliche
Genitivärgerlichenärgerlicherärgerlichenärgerlicher
Dativärgerlichemärgerlicherärgerlichemärgerlichen
Akkusativärgerlichenärgerlicheärgerlichesärgerliche
Schwache Beugung · nach der, die, dasDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativärgerlicheärgerlicheärgerlicheärgerlichen
Genitivärgerlichenärgerlichenärgerlichenärgerlichen
Dativärgerlichenärgerlichenärgerlichenärgerlichen
Akkusativärgerlichenärgerlicheärgerlicheärgerlichen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keineDie Formen nach Fall, Geschlecht und Zahl vergleichen.
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin SingularFeminin SingularNeutrum SingularPlural alle Genera
Nominativärgerlicherärgerlicheärgerlichesärgerlichen
Genitivärgerlichenärgerlichenärgerlichenärgerlichen
Dativärgerlichenärgerlichenärgerlichenärgerlichen
Akkusativärgerlichenärgerlicheärgerlichesärgerlichen