allmächtig

Allmächtig: Mit unbegrenzter Macht ausgestattet; übertragen auch: so mächtig erscheinend, dass kaum Widerspruch oder Begrenzung möglich wirkt.

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Macht ohne erkennbare Grenze

Allmächtig bedeutet in seiner wörtlichen Bedeutung, dass einer Macht keine Grenze gesetzt ist. Der Ausdruck wird besonders in religiösen Zusammenhängen verwendet, wenn die Macht Gottes beschrieben wird. Ein Wortartikel erklärt hier den Sprachgebrauch; er entscheidet keine religiöse oder philosophische Frage.

Übertragen kann eine Person oder Institution allmächtig genannt werden, wenn ihr Einfluss als nahezu unbeschränkt erscheint. Die Formulierung ist dann oft eine Übertreibung oder die Wiedergabe einer Perspektive. Eine Leiterin kann auf Beteiligte allmächtig wirken, obwohl ihre tatsächlichen Befugnisse begrenzt sind.

Das Wort bewertet die Reichweite der Macht, nicht automatisch deren Verwendung. Ob jemand fürsorglich, willkürlich oder rücksichtslos handelt, muss der Zusammenhang zeigen. Ebenso ist Macht nicht mit Wissen gleichzusetzen: Wer viel entscheiden kann, weiß deshalb nicht alles.

Eigene Beispiele und Lesarten

  • „Die religiöse Erzählung spricht von einem allmächtigen Gott.“ Die Beschreibung gehört zur dargestellten religiösen Vorstellung. Sie bezeichnet einen unbegrenzten Machtanspruch.
  • „Für die jüngeren Mitglieder schien der Vorsitzende allmächtig.“ Das Verb schien und die genannte Gruppe markieren eine Wahrnehmung. Der Satz behauptet nicht, dass der Vorsitzende tatsächlich alles bestimmen konnte.
  • „Die vermeintlich allmächtige Verwaltung scheiterte an einer alltäglichen Panne.“ Der Gegensatz kann eine überhöhte Vorstellung von Macht ironisch zurücknehmen.

Allmächtig, mächtig und allwissend

mächtig
Kann großen Einfluss oder große Handlungsmöglichkeiten bezeichnen, ohne Grenzenlosigkeit zu behaupten. Das zusätzliche all- verstärkt die Aussage erheblich.
einflussreich
Betont die Möglichkeit, Entscheidungen oder Entwicklungen mitzuprägen. Dazu muss jemand nicht selbst alle Entscheidungen treffen.
allwissend
Bezieht sich auf Wissen, nicht auf Macht. Wer in einer Erzählung vieles weiß, kann trotzdem nicht eingreifen oder alles verhindern.
autoritär
Beschreibt eher eine Art, mit Macht und Gehorsam umzugehen. Das ist eine andere Ebene als der Umfang der tatsächlichen Macht.

Eine übertriebene Zuschreibung kann als Hyperbel wirken. Dafür muss die über die Wirklichkeit hinausgehende Verstärkung im konkreten Text erkennbar sein. Nicht jede religiöse Verwendung ist deshalb einfach als komische Übertreibung zu behandeln.

Grammatik und Schreibweise

Wortart: Adjektiv. Allmächtig wird zusammengeschrieben, mit ll und ä. Die Wortbildung verbindet all- mit mächtig. Vor einem Nomen bleibt es klein: der allmächtige Herrscher. Als substantivische Bezeichnung lautet die Großschreibung etwa der Allmächtige.

Steigerung

Wörtlich unbegrenzte Macht lässt sich nicht sinnvoll als noch unbegrenzter steigern. Deshalb verwendet man normalerweise keine gewöhnliche Steigerungsreihe. In übertreibender Rede können spielerische Vergleichsformen auftreten. Für sachliche Abstufungen passen mächtiger oder mit weiter reichenden Befugnissen wesentlich genauer.

Beugung vor einem Nomen

Die Tabellen zeigen die Formen des hier erklärten Adjektivs. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl des Nomens. Die Pluralspalte gilt für alle grammatischen Geschlechter. Bei der gemischten Beugung steht im Plural etwa keine oder meine; ein hat keinen Plural.

allmächtig: Starke Beugung – ohne Artikel
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Nominativallmächtigerallmächtigeallmächtigesallmächtige
Genitivallmächtigenallmächtigerallmächtigenallmächtiger
Dativallmächtigemallmächtigerallmächtigemallmächtigen
Akkusativallmächtigenallmächtigeallmächtigesallmächtige
allmächtig: Schwache Beugung – nach der, die, das
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Nominativallmächtigeallmächtigeallmächtigeallmächtigen
Genitivallmächtigenallmächtigenallmächtigenallmächtigen
Dativallmächtigenallmächtigenallmächtigenallmächtigen
Akkusativallmächtigenallmächtigeallmächtigeallmächtigen
allmächtig: Gemischte Beugung – nach ein/eine; Plural nach keine
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Nominativallmächtigerallmächtigeallmächtigesallmächtigen
Genitivallmächtigenallmächtigenallmächtigenallmächtigen
Dativallmächtigenallmächtigenallmächtigenallmächtigen
Akkusativallmächtigenallmächtigeallmächtigesallmächtigen

Macht aus einer Figurenperspektive beschreiben

Erfundene Szene: In einer Geschichte vergibt der Leiter eines Internats Zimmer und Aufgaben. Eine neue Schülerin glaubt zunächst, niemand könne seinen Anweisungen widersprechen. Später erfährt sie von einem gewählten Gremium, das Entscheidungen überprüfen kann.

Aus der anfänglichen Sicht der Schülerin erscheint der Leiter allmächtig. Er verfügt über ihren Tagesablauf, während ihr die Grenzen seiner Zuständigkeit unbekannt bleiben. Die spätere Erwähnung des Gremiums relativiert diesen Eindruck: Seine Macht ist groß, aber nicht uneingeschränkt.

Warum die Einschränkung zählt: Die Analyse unterscheidet das Wissen der Figur vom gesamten dargestellten Geschehen. Sie erklärt die Wirkung der Wortwahl, ohne die anfängliche Wahrnehmung als objektive Tatsache zu übernehmen.

Ob der Leiter seine Stellung missbraucht, wäre eine weitere Frage. Dafür müssten konkrete Entscheidungen und ihr Kontext untersucht werden. Die Bezeichnung allmächtig allein beantwortet sie nicht.

Schreibprobe

Ersetze allmächtig durch mächtig. Verschwindet ein wichtiger Eindruck von Ausweglosigkeit oder Überhöhung, ist die starke Form möglicherweise gezielt gewählt. Bleibt die Aussage unverändert, kann die schwächere Form sachlich genauer sein.

Weitere Wörter zum Beschreiben, Vergleichen und Auswählen findest du in der Adjektivliste.