alt

Alt kann ein hohes Lebensalter, eine längere Bestandsdauer oder die Zugehörigkeit zu einer früheren Zeit bezeichnen. Es kann aber auch einfach eine Altersangabe einleiten: Ein zwei Tage altes Küken ist noch sehr jung.

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Bedeutung und wichtige Unterschiede

Lebensalter und genaue Altersangabe

Ein alter Baum hat im Verhältnis zu seinem natürlichen Lebensverlauf ein hohes Alter erreicht. Mit einer Zahl benennt alt dagegen nur die verstrichene Zeit: Ein fünf Monate alter Hund wird dadurch nicht als betagt beschrieben. Bei Vergleichen ist älter ebenfalls relativ; ein älteres Geschwister kann selbst noch ein Kind sein.

Nicht mehr neu oder aus einer früheren Zeit

Eine alte Tasche kann schon lange im Gebrauch sein. Alte Briefe können aus einer früheren Lebensphase stammen. Ob die Gegenstände beschädigt, wertvoll oder noch gut nutzbar sind, muss zusätzlich beschrieben werden. Die Herkunft aus einer früheren Zeit ist für sich genommen weder ein Mangel noch ein Qualitätsbeweis.

Lange vertraut oder ehemalig

Ein alter Freund kann eine Person sein, die man seit Langem kennt, ohne dass sie ein hohes Lebensalter hat. Der alte Arbeitsplatz ist häufig der frühere Arbeitsplatz. Bei solchen Verbindungen entscheidet das Nomen darüber, welche zeitliche Beziehung im Vordergrund steht.

Eine vertraute Form bleibt bestehen

In alles beim Alten steht alt für den unveränderten Zustand. Bei einer alten Gewohnheit geht es um lange Vertrautheit. In abwertenden Anreden kann das Wort auch nur verstärken; daraus lässt sich kein zuverlässiges Alter ablesen.

Beispiele und Verwendung

Die folgenden Sätze sind eigene Sprachbeispiele.

„Das zehn Tage alte Kätzchen schlief in einem weichen Tuch.“

So ist es gemeint: Alt trägt eine genaue Altersangabe; das Tier ist trotzdem sehr jung.

„Vor der Schule traf sie einen alten Freund aus ihrer Grundschulzeit.“

So ist es gemeint: Die lange Bekanntschaft steht im Vordergrund, nicht das biologische Alter.

„In der alten Wohnung lag die Küche direkt neben dem Eingang.“

So ist es gemeint: In einem Umzugskontext bezeichnet alt die frühere Wohnung. Das Gebäude muss deshalb nicht historisch sein.

Typische Wortverbindungen

Ein alter Baum, ein altes Foto, alte Freunde, eine alte Gewohnheit; drei Jahre alt sein, älter werden oder etwas beim Alten lassen. Das Bezugswort und die Situation bestimmen die Lesart.

Ähnliche Wörter und Gegenbegriffe

Die passende Wortwahl hängt von der Bedeutung ab
Wort oder AusdruckUnterschied und Verwendung
erfahrenBezeichnet Kenntnisse durch praktische Tätigkeit. Ein hohes Alter belegt diese Kenntnisse nicht automatisch.
altmodischBewertet das Verhältnis zur gegenwärtigen Mode oder zu heutigen Vorstellungen. Ein alter Gegenstand kann weiterhin zeitgemäß sein.
jung / neu / frischJeweils passende Gegenbegriffe für verschiedene Bedeutungen. Sie dürfen nicht ohne Rücksicht auf das Bezugswort vertauscht werden.
ehemaligEine genaue Alternative, wenn eine frühere Zugehörigkeit und nicht das Lebensalter gemeint ist.

Grammatik und richtige Schreibung

Alt ist ein Adjektiv. Vor Nomen erhält es eine Endung: eine alte Karte. Nach einer Altersangabe kann es attributiv oder prädikativ stehen: ein sieben Jahre altes Kind beziehungsweise Das Kind ist sieben Jahre alt. Substantiviert wird es großgeschrieben, etwa etwas Altes oder beim Alten.

Steigerung: Alt – älter – am ältesten. Die Steigerung bildet einen Umlaut. Eine ältere Schwester muss nicht alt sein; sie ist lediglich älter als die Vergleichsperson. In der Bedeutung ehemalig passt ein Altersvergleich dagegen nicht ohne Bedeutungswechsel.

alt – Starke Beugung: ohne Artikel
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
alle Geschlechter
Nominativalteraltealtesalte
Genitivaltenalteraltenalter
Dativaltemalteraltemalten
Akkusativaltenaltealtesalte
alt – Schwache Beugung: nach der, die, das
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
alle Geschlechter
Nominativaltealtealtealten
Genitivaltenaltenaltenalten
Dativaltenaltenaltenalten
Akkusativaltenaltealtealten
alt – Gemischte Beugung: nach ein, kein oder einem Possessivwort
FallMaskulinum
Singular
Femininum
Singular
Neutrum
Singular
Plural
alle Geschlechter
Nominativalteraltealtesalten
Genitivaltenaltenaltenalten
Dativaltenaltenaltenalten
Akkusativaltenaltealtesalten

Die Tabellen zeigen die Adjektivformen vor einem Nomen. Ein unbestimmter Artikel wie ein hat keinen Plural; die Pluralspalte der gemischten Beugung gilt etwa nach keine oder meine. Ohne Artikel gelten dort die starken Formen. Das Nomen erhält gegebenenfalls zusätzlich seine eigene Fallendung.

Eine Person beschreiben, ohne ihr Alter zum Charakter zu machen

Eigene, erfundene Situation: Eine erfundene Erzählerin besucht ihren 78-jährigen Nachbarn. Er repariert einen Fahrradreifen und erklärt einem Kind geduldig die einzelnen Arbeitsschritte.

Beobachtung und Wortwahl: Die Altersangabe benennt eine biografische Tatsache. Die Geduld zeigt sich erst im Verhalten beim Erklären.

Der 78 Jahre alte Nachbar saß neben dem umgedrehten Fahrrad. Als das Kind den Flicken schief ansetzte, nahm er ihn ruhig wieder ab und zeigte den Handgriff noch einmal. Seine Geduld wurde in dieser kleinen Unterbrechung deutlicher als in jeder bloßen Beschreibung seines Alters.

Warum das funktioniert: Der Absatz trennt Alter und Deutung. Geduld wird an einer konkreten Handlung sichtbar, nicht aus einer Altersgruppe abgeleitet. Das hilft auch bei einer Charakterisierung literarischer Figuren.

Grenze der Aussage: Eine einzelne geduldige Reaktion beweist noch keine ausnahmslose Gelassenheit. Ebenso wenig sagt das Lebensalter allein etwas über Gesundheit, Fähigkeiten oder Überzeugungen aus.

Kurz geprüft

Kann die älteste Person einer Gruppe erst zwölf Jahre alt sein?

Antwort und Erklärung

Ja. Der Superlativ vergleicht innerhalb der genannten Gruppe. Wenn alle anderen jünger sind, ist die Zwölfjährige die älteste Person dieser Gruppe, ohne im gewöhnlichen Sinn alt zu sein.

Weitere Wörter für deinen Text findest du in der Adjektivliste mit Wortauswahl und Vergleichen. Die Grundregeln erklärt der Beitrag Adjektive: Verwendung, Beugung und Steigerung.