Tasche
Form & Grammatik
- Stichwort
- Tasche
- Worttrennung
- Ta·sche
- Artikel
- die
- Geschlecht
- Femininum
- Genitiv
- der Tasche
- Plural
- die Taschen
Gebrauch: Kann Teil eines Kleidungsstücks oder ein eigenständiges tragbares Behältnis sein.
Definition · kurz erklärt
Eine Tasche ist entweder ein auf- oder eingenähter Aufbewahrungsraum in einem Kleidungsstück oder ein eigenständiges Behältnis zum Tragen von Dingen. Welche Bedeutung vorliegt, ergibt sich meist aus Zusätzen wie Hosentasche, Handtasche oder Reisetasche.
Bedeutungen
Ein Aufbewahrungsraum in der Kleidung
Eine Tasche kann an einem Kleidungsstück aufgenäht oder in es eingearbeitet sein. Sie dient dazu, kleinere Gegenstände aufzubewahren.
„Der Schlüssel steckt in der rechten Tasche seiner Jacke.“
Hier ist die Tasche ein Teil der Jacke. Das Beispiel sagt nichts darüber, wie sicher der Schlüssel dort gegen Verlust ist.
Ein selbstständiges tragbares Behältnis
Tasche bezeichnet außerdem ein Behältnis mit Griff, Riemen oder ähnlicher Tragemöglichkeit. Form und Größe richten sich nach dem Zweck.
„Sie stellt die gepackte Tasche neben den Sitz.“
Gemeint ist ein eigenständiger Gegenstand. Ob darin Reisegepäck, Einkäufe oder Arbeitsmaterial liegen, bleibt offen.
Synonyme: andere Wörter für Tasche
Tasche und Beutel
Beutel bezeichnet häufig ein weiches, sackartiges Behältnis. Tüte legt eine andere einfache Verpackungs- oder Tragform nahe. Die Begriffe überschneiden sich, sind aber nicht in jedem Zusammenhang austauschbar.
„Sie trägt die Einkäufe in einer Tasche.“ → „Sie trägt die Einkäufe in einem Beutel.“
Die transportierten Dinge bleiben gleich. Der zweite Satz verändert die Vorstellung von der Form des Behältnisses.
Tasche und Koffer
Koffer · Gepäckstück
Koffer legt meist einen festeren, verschließbaren Gepäckbehälter nahe. Gepäckstück ist der weitere Begriff und lässt die Bauform offen.
„Er verstaut die Tasche im Gepäckfach.“ → „Er verstaut den Koffer im Gepäckfach.“
Die Handlung kann gleich bleiben, doch der bezeichnete Gegenstand wird anders vorgestellt. Eine eingenähte Jackentasche kann kein Koffer sein.
Beispiele und Verwendung
Alter ohne Werturteil
„Die alte Tasche wird weiterhin täglich benutzt.“
Alt kann eine lange Gebrauchsdauer bezeichnen. Es bedeutet nicht automatisch beschädigt, nutzlos oder wertvoll.
Farbe statt Material
„Die apfelgrüne Tasche besteht aus Stoff.“
Apfelgrün beschreibt den Farbton. Die Tasche muss weder Bestandteile eines Apfels enthalten noch nach ihm riechen.
Ein Gegenstand innerhalb des anderen
„In der großen Tasche befindet sich eine kleine Innentasche.“
Der erste Ausdruck bezeichnet das tragbare Behältnis. Der zweite benennt ein Fach, das zu diesem Gegenstand gehört. Beide Ebenen lassen sich im selben Satz verwenden.
Grammatik und Beugung
Tasche ist feminin. Im Singular unterscheidet sich die Kasusform des Nomens nicht; der Artikel zeigt beispielsweise die Tasche im Akkusativ und der Tasche im Dativ. Der Plural lautet in allen vier Fällen Taschen.
| Fall | Singular | Plural |
|---|---|---|
| Nominativ | die Tasche | die Taschen |
| Genitiv | der Tasche | der Taschen |
| Dativ | der Tasche | den Taschen |
| Akkusativ | die Tasche | die Taschen |
Schreibweise und Worttrennung
Die Worttrennung lautet Ta·sche, im Plural Ta·schen. Die Buchstabengruppe sch bleibt zusammen. In Zusammensetzungen wie Taschengeld oder Taschenlampe ist die Tasche ein Bedeutungsbezug, nicht zwingend der bezeichnete Gegenstand.
Redewendungen und feste Verbindungen
Etwas in der Tasche haben
Etwas sicher erreicht, gewonnen oder verfügbar haben.
„Mit der bestandenen letzten Prüfung hatte sie den Abschluss in der Tasche.“
Die Wendung betont den gesicherten Erfolg. Bei voreiliger Verwendung kann sie mehr Gewissheit behaupten, als tatsächlich besteht.
Tief in die Tasche greifen
Viel Geld ausgeben müssen oder bereitstellen.
„Für die unerwartete Reparatur musste er tief in die Tasche greifen.“
Die Aussage bezieht sich auf die finanzielle Belastung. Das Geld muss nicht als Bargeld in einer Kleidertasche liegen.
Jemandem auf der Tasche liegen
Umgangssprachlich und häufig vorwurfsvoll: sich von jemandem finanziell unterhalten lassen.
„Die Figur klagt, ihr erwachsener Bruder liege ihr seit Monaten auf der Tasche.“
Die Formulierung gibt eine wertende Sicht wieder. Sie erklärt nicht von selbst die Gründe der finanziellen Abhängigkeit.
