berauscht
berauscht: In einem Rauschzustand oder von einem starken Eindruck, einer Vorstellung oder einem Erfolg emotional erfasst.
Von einem Rausch oder starken Eindruck erfasst
Berauscht beschreibt einen Zustand: Ein Mensch steht unter einer Rauschwirkung oder ist im übertragenen Sinn von einem Erlebnis, einer Vorstellung oder einem Erfolg stark ergriffen. Welche Bedeutung vorliegt, lässt sich meist an der genannten Ursache erkennen.
„Vom Erfolg berauscht“ ist eine bildhafte Formulierung. Sie kann ausdrücken, dass die Freude besonders stark ist und der Blick für Schwierigkeiten in den Hintergrund tritt. Das ist aber keine zwingende Aussage über jede erfolgreiche Person. Der weitere Text muss eine solche Deutung stützen.
Anders als berauschend bezeichnet berauscht nicht in erster Linie die Wirkung einer Sache, sondern den Zustand der betroffenen Person. Die Musik kann berauschend sein; eine Zuhörerin kann von ihr berauscht sein.
Synonyme: Welche Alternative passt?
| Alternative | Passender Zusammenhang | Unterschied |
|---|---|---|
| begeistert | starke positive Reaktion | Im übertragenen Gebrauch nahe, oft weniger intensiv. |
| euphorisch | überschäumende Freude und Zuversicht | Betont die Hochstimmung; kein beliebiger Ersatz für einen tatsächlichen Rauschzustand. |
| hingerissen | von einem Eindruck stark eingenommen | Passt zu Kunst, Schönheit oder einer Begegnung. |
| betrunken | Rausch durch Alkohol | Enger; aus berauscht allein folgt diese konkrete Ursache nicht. |
Ursache und Stärke beachten
Eigener Beispielsatz: „Vom gelungenen Auftritt berauscht, entwirft Mira neue Pläne.“
Zum Vergleich: „Vom gelungenen Auftritt begeistert, entwirft Mira neue Pläne.“
Beide eigenen Fassungen können ihre Freude beschreiben. Berauscht wirkt stärker und kann einen vorübergehend unkritischen Blick andeuten. Ob die neuen Pläne unrealistisch sind, muss gesondert gezeigt werden.
Eigener Beispielsatz: „Die Figur wirkt nach dem Fest berauscht.“
Zum Vergleich: „Die Figur ist nach dem Fest betrunken.“
Die zweite Aussage legt Alkohol als Ursache fest und behauptet den Zustand deutlicher. Die erste könnte auch einen Eindruck oder eine bildhafte Hochstimmung meinen. Eine solche Präzisierung ist ohne weitere Informationen nicht gerechtfertigt.
Eine vorübergehende Stimmung einordnen
Erfundene Beispielsituation: Eine Figur jubelt nach einer Zusage, spricht von vielen neuen Möglichkeiten und übersieht zunächst eine organisatorische Rückfrage. „Von der Zusage berauscht, richtet sie ihren Blick ganz auf den erhofften Erfolg“ verbindet die Stimmung mit beobachtbarem Verhalten. Daraus folgt nicht, dass sie grundsätzlich unvernünftig ist. Spätere ruhige Planung könnte den Eindruck wieder verändern.
Partizip II und gebeugtes Adjektiv
Berauscht ist das Partizip II von berauschen. In „Die Nachricht hat ihn berauscht“ gehört es zur Verbform. In „ein berauschter Zuhörer“ wird es wie ein Adjektiv gebeugt. Vergleichsformen sind berauschter und am berauschtesten, wenn ein Grad des Zustands verglichen wird.
| Fall | Maskulin | Feminin | Neutrum |
|---|---|---|---|
| Nominativ | der berauschte Zuhörer | die berauschte Zuhörerin | das berauschte Publikum |
| Genitiv | des berauschten Zuhörers | der berauschten Zuhörerin | des berauschten Publikums |
| Dativ | dem berauschten Zuhörer | der berauschten Zuhörerin | dem berauschten Publikum |
| Akkusativ | den berauschten Zuhörer | die berauschte Zuhörerin | das berauschte Publikum |
Eine Ursache kann mit von und Dativ ergänzt werden: „von einem Erfolg berauscht“. Weitere Eigenschaftswörter stehen in der Adjektivliste.
