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bilabial

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
bilabial
Worttrennung
bi·la·bi·al

Als Klassifikation eines Artikulationsortes wird bilabial gewöhnlich nicht gesteigert. Eine Aussprache ist nicht „bilabialer“, nur weil sie lauter ist. Lautstärke und Artikulationsort sind voneinander zu unterscheiden.

Formen und Verwendung im Detail

Bilabial: In der Lautlehre: mit beiden Lippen gebildet. Das Wort bezeichnet den Artikulationsort eines Lautes.

Was bedeutet bilabial?

Beim Sprechen eines bilabialen Lautes wirken Ober- und Unterlippe zusammen. Im Deutschen gehören die Laute [p], [b] und [m] dazu. Sie werden trotzdem nicht gleich ausgesprochen: Der gemeinsame Artikulationsort ist nur ein Merkmal unter mehreren.

Bei [p] und [b] wird ein Verschluss an den Lippen gebildet und wieder gelöst. Bei [m] sind die Lippen ebenfalls geschlossen, während die Luft durch die Nase entweicht. So zeigt gerade der Vergleich dieser Laute, weshalb die Angabe bilabial noch keine vollständige Lautbeschreibung liefert.

Die eckigen Klammern kennzeichnen hier Laute, keine Buchstaben. Ein Buchstabe kann je nach Wort und sprachlichem Zusammenhang unterschiedlich ausgesprochen werden. In einer phonetischen Analyse muss daher die tatsächliche Aussprache betrachtet werden, nicht bloß die sichtbare Schreibung.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Der erste Laut in „Maus“ ist bilabial.“ Für [m] schließen sich beide Lippen; der Luftstrom geht durch die Nase.
  • „Die Laute [p] und [b] haben einen bilabialen Artikulationsort.“ Die Gemeinsamkeit betrifft die Lippen und macht die beiden Laute nicht identisch.
  • „In der Übung wird ein bilabialer Laut einem labiodentalen gegenübergestellt.“ Der Vergleich richtet die Aufmerksamkeit auf unterschiedliche Kontaktstellen im Mund.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Labiodental bezeichnet die Bildung mit Unterlippe und oberen Schneidezähnen, etwa bei [f]. Dort sind also nicht beide Lippen die maßgeblichen Partner.

Stimmhaft und stimmlos beantworten eine andere Frage: ob die Stimmlippen bei der Lautbildung schwingen. Nasal beschreibt ebenfalls ein anderes Merkmal. Ein Laut kann deshalb gleichzeitig bilabial und nasal sein. Wer mehrere Fachwörter verwendet, sollte ihre jeweilige Aufgabe benennen.

Schreibweise und Grammatik

Das Wort wird bilabial geschrieben und in bi·la·bi·al getrennt. Formen sind ein bilabialer Laut, eine bilabiale Artikulation, die bilabialen Konsonanten. Das Adjektiv steht klein; als substantivierte Lautbezeichnung schreibt man etwa der Bilabial groß.

Steigerung

Als Klassifikation eines Artikulationsortes wird bilabial gewöhnlich nicht gesteigert. Eine Aussprache ist nicht „bilabialer“, nur weil sie lauter ist. Lautstärke und Artikulationsort sind voneinander zu unterscheiden.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbilabialerbilabialebilabialesbilabiale
Genitivbilabialenbilabialerbilabialenbilabialer
Dativbilabialembilabialerbilabialembilabialen
Akkusativbilabialenbilabialebilabialesbilabiale
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbilabialebilabialebilabialebilabialen
Genitivbilabialenbilabialenbilabialenbilabialen
Dativbilabialenbilabialenbilabialenbilabialen
Akkusativbilabialenbilabialebilabialebilabialen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativbilabialerbilabialebilabialesbilabialen
Genitivbilabialenbilabialenbilabialenbilabialen
Dativbilabialenbilabialenbilabialenbilabialen
Akkusativbilabialenbilabialebilabialesbilabialen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Deutschstunde sprechen die Lernenden langsam „Maus“, „Pause“ und „Faser“ und beobachten die Bewegungen ihrer Lippen.

Die Anlaute von „Maus“ und „Pause“ sind bilabial: Beide Lippen wirken zusammen. Bei „Faser“ entsteht [f] dagegen zwischen Unterlippe und oberen Zähnen. Die Beobachtung erklärt den Unterschied zwischen bilabial und labiodental an drei vertrauten Wörtern.

Die Übung bleibt bei sicht- und hörbaren Merkmalen. Aus einer Lippenbewegung allein lässt sich nicht die gesamte Lautbildung erkennen, etwa die Stellung des Gaumensegels. Die vollständige Beschreibung benötigt deshalb mehrere voneinander unabhängige Merkmale.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.