homorgan

Homorgan: in der Lautlehre: mit demselben Artikulationsorgan beziehungsweise am entsprechenden gleichen Artikulationsort gebildet.

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Was bedeutet homorgan?

Homorgan beschreibt eine Gemeinsamkeit bei der Bildung von Lauten. Entscheidend ist, welche Sprechorgane an welchem Ort zusammenwirken. Die Laute [p] und [b] werden beispielsweise mit beiden Lippen gebildet und sind in diesem Sinn homorgan.

Homorgane Laute müssen nicht gleich klingen. Sie können sich etwa hinsichtlich der Stimmhaftigkeit oder der Art unterscheiden, wie der Luftstrom geführt wird. Die gemeinsame Bildung an den Lippen macht aus [p], [b] und [m] deshalb keinen einzigen Laut.

Das Fachwort bezieht sich auf gesprochene Laute und ihre Bildung. Gleich oder ähnlich geschriebene Buchstaben sind noch kein hinreichender Nachweis. Wer einen Lautvergleich erläutert, sollte die tatsächliche Aussprache und das gemeinsame Artikulationsmerkmal nennen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Laute [p] und [b] sind homorgan.“ Beide werden mit den Lippen gebildet.
  • „Die Übung vergleicht homorgane Laute mit unterschiedlicher Stimmhaftigkeit.“ Ein gemeinsames Merkmal schließt andere Unterschiede nicht aus.
  • „Die gleiche Schreibung allein beweist keine homorgane Lautbildung.“ Buchstabenform und Artikulation sind getrennte Gegenstände.

Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Bilabial nennt einen bestimmten Artikulationsort: Beide Lippen sind beteiligt. Homorgan ist dagegen eine Vergleichsbezeichnung für Laute mit gemeinsamem Artikulationsorgan beziehungsweise entsprechendem Ort. Nicht jede homorgane Lautgruppe muss bilabial sein.

Gleichartig ist viel allgemeiner. Homorgan legt genauer fest, in welcher Hinsicht Laute übereinstimmen. Es bedeutet weder gleich laut noch gleich geschrieben und auch nicht vollständig gleich ausgesprochen.

Schreibweise und Grammatik

Homorgan wird zusammengeschrieben und enthält nach hom direkt organ. Es heißt ein homorganer Laut, eine homorgane Verbindung und mit homorganen Lauten. In die Laute sind homorgan bleibt die Grundform. Die eckigen Klammern in [p] und [b] kennzeichnen die phonetisch betrachteten Laute.

Steigerung

In der fachlichen Einteilung wird homorgan gewöhnlich nicht gesteigert. Ein genauer Vergleich benennt den gemeinsamen Artikulationsort und verbleibende Unterschiede. Homorganer in ein homorganer Laut enthält eine Beugungsendung und ist kein Komparativ. Ähnlicher Klang ist zudem kein Maß für eine größere Homorganität.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhomorganerhomorganehomorganeshomorgane
Genitivhomorganenhomorganerhomorganenhomorganer
Dativhomorganemhomorganerhomorganemhomorganen
Akkusativhomorganenhomorganehomorganeshomorgane
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhomorganehomorganehomorganehomorganen
Genitivhomorganenhomorganenhomorganenhomorganen
Dativhomorganenhomorganenhomorganenhomorganen
Akkusativhomorganenhomorganehomorganehomorganen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativhomorganerhomorganehomorganeshomorganen
Genitivhomorganenhomorganenhomorganenhomorganen
Dativhomorganenhomorganenhomorganenhomorganen
Akkusativhomorganenhomorganehomorganeshomorganen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Phonetikübung beobachten Lernende die Lippenbewegung beim Sprechen von [p], [b] und [m]. Sie erkennen die Beteiligung beider Lippen, hören aber unterschiedliche Laute. Die Aufgabe verlangt eine Beschreibung sowohl der Gemeinsamkeit als auch der Unterschiede.

Die drei Laute sind hinsichtlich ihrer Bildung mit den Lippen homorgan. Dass sie verschieden klingen, widerspricht dieser Einordnung nicht. Homorgan benennt nur die gemeinsame Artikulationsgrundlage und lässt weitere Merkmale der Lautbildung offen.

Das Beispiel verhindert die Verwechslung von gleicher Bildungsstelle und vollständiger Lautgleichheit. Eine ausführliche phonetische Analyse müsste zusätzlich die einzelnen Artikulationsarten und die Beteiligung der Stimme unterscheiden.

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