bleich
Form & Grammatik
- Stichwort
- bleich
- Worttrennung
- bleich
- Komparativ
- bleicher
- Superlativ
- am bleichsten
Die regelmäßige Steigerung lautet bleich – bleicher – am bleichsten. Damit lässt sich etwa die unterschiedliche Farbintensität zweier Flächen vergleichen. Bei einer Personenbeschreibung sollte die Steigerung nur einen sichtbaren Eindruck wiedergeben, keine ungesicherte Gesundheitsbewertung.
Bleich: Auffallend blass oder farbarm; bei Menschen häufig ein heller, wenig rosiger Teint, bei Dingen ein schwacher oder ausgewaschener Farbeindruck.
Was bedeutet bleich?
Bleich bezeichnet geringe oder zurückgetretene Farbe. Ein bleiches Gesicht wirkt auffallend blass. Bleiches Licht kann schwach und wenig warm erscheinen; bleiche Stoffe haben eine matte oder ausgewaschene Wirkung. Das genaue Merkmal richtet sich nach dem Bezugswort.
Bei Menschen kann die Beschreibung einen dauerhaften Teint oder eine vorübergehende Veränderung meinen. Eine Person wird in einer Erzählung etwa vor Schreck bleich. Ohne einen solchen Zusammenhang sagt das Adjektiv jedoch nicht, warum das Gesicht blass wirkt.
Bleich bedeutet auch nicht notwendig weiß. Ein Gegenstand kann noch einen erkennbaren Farbton besitzen, der nur wenig kräftig erscheint. Für genaue Beobachtungen sind Angaben wie bleichgelb, blassgrau oder fast farblos unter Umständen hilfreicher.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Nach der überraschenden Nachricht wird ihr Gesicht bleich.“ Der Satz beschreibt eine Veränderung und verbindet sie mit dem erzählten Ereignis.
- „Durch den Vorhang fällt bleiches Morgenlicht.“ Das Licht erscheint schwach oder wenig farbkräftig.
- „Die einst kräftige Zeichnung wirkt heute bleich.“ Die Farben haben im wahrgenommenen Eindruck an Intensität verloren.
Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Blass ist oft ein sehr nahes Ersatzwort. Bleich kann in erzählenden Texten stärker die auffällige Farblosigkeit betonen. Weiß bezeichnet dagegen eine Farbe und ist nicht in jedem Zusammenhang austauschbar.
Gebleicht benennt einen Zustand nach einem Bleichvorgang. Bleich beschreibt zunächst ein Erscheinungsbild und legt die Ursache nicht fest. Auch bleichsüchtig ist kein gewöhnliches Synonym: Es gehört zu einer historischen medizinischen Bezeichnung.
Schreibweise und Grammatik
Bleich wird mit ei geschrieben. Vor Nomen entstehen ein bleicher Schein, eine bleiche Wange, bei bleichem Licht. Als Eigenschaft nach einem Verb bleibt die Grundform: Sie wirkt bleich. Die Endung ch bleibt beim Beugen erhalten.
Steigerung
Die regelmäßige Steigerung lautet bleich – bleicher – am bleichsten. Damit lässt sich etwa die unterschiedliche Farbintensität zweier Flächen vergleichen. Bei einer Personenbeschreibung sollte die Steigerung nur einen sichtbaren Eindruck wiedergeben, keine ungesicherte Gesundheitsbewertung.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | bleicher | bleiche | bleiches | bleiche |
| Genitiv | bleichen | bleicher | bleichen | bleicher |
| Dativ | bleichem | bleicher | bleichem | bleichen |
| Akkusativ | bleichen | bleiche | bleiches | bleiche |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | bleiche | bleiche | bleiche | bleichen |
| Genitiv | bleichen | bleichen | bleichen | bleichen |
| Dativ | bleichen | bleichen | bleichen | bleichen |
| Akkusativ | bleichen | bleiche | bleiche | bleichen |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | bleicher | bleiche | bleiches | bleichen |
| Genitiv | bleichen | bleichen | bleichen | bleichen |
| Dativ | bleichen | bleichen | bleichen | bleichen |
| Akkusativ | bleichen | bleiche | bleiches | bleichen |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Szene zeigt einen Schüler vor einer Präsentation. Er hält seine Karten fest, antwortet knapp und wirkt im Vergleich zu vorher auffallend bleich.
Das bleiche Gesicht unterstützt zusammen mit den knappen Antworten und den festgehaltenen Karten den Eindruck von Anspannung. Die Beschreibung verbindet mehrere sichtbare Hinweise, statt aus dem Teint allein auf einen bestimmten inneren Zustand zu schließen.
Die Deutung bleibt vorsichtig, weil Aussehen und Empfinden nicht eindeutig ineinander übersetzt werden können. In einer Personenbeschreibung kann bleich ein äußeres Merkmal sein; eine Charakterisierung benötigt zusätzlich Handlungen, Aussagen und den situativen Zusammenhang.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
