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verbleichen

Form & Grammatik

Verb
Stichwort
verbleichen
Worttrennung
ver·blei·chen
Präsens
verbleicht
Präteritum
verblich; seltener verbleichte
Partizip II
verblichen; seltener verbleicht
Hilfsverb
sein
Trennbarkeit
nicht trennbar

Reflexiver Gebrauch: Farbverlust und der gehobene ältere Sterbegebrauch stehen hier ohne Reflexivpronomen.

Ergänzungen: Valenz: intransitiv. eine Farbe oder ein Licht verbleicht; gehoben veraltet: jemand verbleicht

Formen und Verwendung im Detail

Definition · kurz erklärt

Verbleichen bedeutet, Farbe oder Leuchtkraft zu verlieren und blasser zu werden. Übertragen kann auch eine Erinnerung oder früherer Ruhm an Kraft verlieren. Gehoben und veraltet heißt verbleichen außerdem sterben.

Bedeutungen

Farbe oder Leuchtkraft verlieren

Farben, Stoffe und Schrift können verbleichen, wenn sie blasser oder schwächer erkennbar werden. Auch eine schwächer sichtbar werdende Lichtgestalt kann so beschrieben werden. Die Ursache muss gesondert genannt werden.

„Die Schrift auf dem alten Schild war so stark verblichen, dass nur noch einzelne Buchstaben zu lesen waren.“

Die eingeschränkte Lesbarkeit macht den Farbverlust konkret. Ob Sonne, Feuchtigkeit oder andere Einflüsse die Ursache waren, bleibt offen.

Bildlich an Wirkung verlieren

Ruhm, Erinnerungen oder andere Eindrücke können bildlich verbleichen. Das Bild beschreibt eine nachlassende Stärke oder Präsenz, nicht eine wirkliche Farbänderung.

„Mit den Jahren verblich der einstige Ruhm des kleinen Theaters.“

Das Theater ist weniger deutlich im öffentlichen Bewusstsein. Dass es selbst geschlossen wurde, sagt die Formulierung nicht.

Gehoben veraltet sterben

In älteren oder bewusst altertümlich klingenden Texten kann verbleichen den Tod einer Person bezeichnen. Häufig begegnet dazu die Form verblichen. Diese Verwendung ist von einem bloß blassen Gesicht zu unterscheiden.

„Der alte Reisende legt den letzten Brief seines verblichenen Gefährten auf den Tisch.“

Im gehobenen Erzählzusammenhang ist der Gefährte verstorben. Der Satz beschreibt nicht bloß eine blasse Hautfarbe.

Synonyme: andere Wörter für verbleichen

Verbleichen oder bleich sein?

verblassen · an Farbe verlieren · bleich werden

Bleich beschreibt ein Erscheinungsbild. Verbleichen bezeichnet einen Übergang beziehungsweise dessen Ergebnis. Weiß werden wäre nicht immer richtig, denn eine verblichene Farbe kann noch erkennbar sein.

„Der Vorhang verbleicht“ heißt etwa „Der Vorhang verliert an kräftiger Farbe“.

Die Umschreibung behauptet nicht, dass er vollständig weiß wird.

Verbleichen oder sterben?

sterben · versterben · verschieden sein

Diese Alternativen passen nur zum gehobenen veralteten Todesgebrauch. Sterben ist die allgemein verständliche Bezeichnung. Bei einer verblichenen Schrift wäre es als wörtlicher Ersatz unpassend.

„Der verblichene Gefährte“ kann im entsprechenden Text „der verstorbene Gefährte“ bedeuten.

Welche Lesart gemeint ist, erschließt sich aus dem Bezugswort und der zeitlichen Einordnung.

Beispiele und Verwendung

Den Gegenstand beachten

„Die Zeichnung verbleicht, die dargestellte Person ist längst gestorben.“

Der Satz unterscheidet den Zustand des Bildes vom Lebensende der Person. Beide Vorgänge werden nicht versehentlich gleichgesetzt.

Eine seltenere Form erkennen

„Neben Die Farben verblichen steht seltener Die Farben verbleichten.“

Die beiden Formen gehören zu einer starken und einer schwachen Reihe. Es handelt sich hier nicht um zwei verschiedene Grundwörter.

Grammatik und Beugung

Verbleichen besitzt eine starke und eine seltenere schwache Reihe: verblich – ist verblichen neben verbleichte – ist verbleicht. Die folgenden Tabellen zeigen die starke Reihe. Im Konjunktiv II heißt es verbliche; im Präteritum du verblichst, im Konjunktiv II du verblichest. Das Hilfsverb ist sein. Der zu-Infinitiv lautet zu verbleichen. Das Verb ist nicht trennbar; zum Farbverlust wird hier kein Akkusativobjekt benötigt.

Die Worttrennung lautet ver·blei·chen. Die Formen stehen direkt im Text; bei schmalen Bildschirmen kann die jeweilige Tabelle seitlich verschoben werden.

Präsens und Präteritum
PersonPräsensPräteritum
ichich verbleicheich verblich
dudu verbleichstdu verblichst
er/sie/eser/sie/es verbleichter/sie/es verblich
wirwir verbleichenwir verblichen
ihrihr verbleichtihr verblicht
siesie verbleichensie verblichen
Perfekt und Plusquamperfekt
PersonPerfektPlusquamperfekt
ichich bin verblichenich war verblichen
dudu bist verblichendu warst verblichen
er/sie/eser/sie/es ist verblichener/sie/es war verblichen
wirwir sind verblichenwir waren verblichen
ihrihr seid verblichenihr wart verblichen
siesie sind verblichensie waren verblichen
Futur I und Futur II
PersonFutur IFutur II
ichich werde verbleichenich werde verblichen sein
dudu wirst verbleichendu wirst verblichen sein
er/sie/eser/sie/es wird verbleichener/sie/es wird verblichen sein
wirwir werden verbleichenwir werden verblichen sein
ihrihr werdet verbleichenihr werdet verblichen sein
siesie werden verbleichensie werden verblichen sein
Konjunktiv I und Konjunktiv II
PersonKonjunktiv IKonjunktiv II
ichich verbleicheich verbliche
dudu verbleichestdu verblichest
er/sie/eser/sie/es verbleicheer/sie/es verbliche
wirwir verbleichenwir verblichen
ihrihr verbleichetihr verblichet
siesie verbleichensie verblichen
Imperativ
FormVollständige Wortform
duverbleiche!
ihrverbleicht!
Sieverbleichen Sie!
Infinite Formen
FormVollständige Wortform
Infinitivverbleichen
Infinitiv Perfektverblichen sein
zu-Infinitivzu verbleichen
zu-Infinitiv Perfektverblichen zu sein
Partizip Iverbleichend
Partizip IIverblichen