sterben
Form & Grammatik
Verb- Stichwort
- sterben
- Worttrennung
- ster·ben
- Präsens
- er stirbt
- Präteritum
- er starb
- Partizip II
- gestorben
- Hilfsverb
- sein
Gebrauch: Meist ohne Akkusativobjekt; ein bestimmter Tod kann als Akkusativ des Inhalts stehen.
Definition · kurz erklärt
Sterben bedeutet, dass das Leben eines Lebewesens endet. Das Verb kann außerdem die Art des Todes oder den Verlust eines nahestehenden Menschen ausdrücken. Bildlich können Hoffnungen, Einrichtungen oder Pläne sterben.
Bedeutungen
Aufhören zu leben
Menschen, Tiere und Pflanzen sterben, wenn ihr Leben endet. Bei einem Wald kann die Formulierung das Zugrundegehen vieler Bäume zusammenfassen. Die Ursache muss eigens genannt werden.
„Im letzten Kapitel erfährt die Hauptfigur, dass ihr früherer Lehrer gestorben ist.“
Der Satz berichtet den Tod. Zeitpunkt und Ursache werden damit noch nicht erklärt.
Einen bestimmten Tod erleiden
Mit einer Ergänzung wie einen langsamen Tod sterben kann die Art des Todes beschrieben werden. Grammatisch ist das ein Akkusativ des Inhalts, nicht eine getötete zweite Person als Objekt.
„Der Bericht sagt, der alte Baum sei nach und nach einen langsamen Tod gestorben.“
Die Ergänzung beschreibt den Verlauf. Sie bezeichnet keinen weiteren Betroffenen.
Für jemanden oder etwas das Leben lassen
Für jemanden oder ein Ziel sterben benennt einen Zusammenhang, in dem jemand das Leben verliert. Die Formulierung kann in historischen oder literarischen Texten mit einer besonderen Wertung verbunden sein.
„Das Gedicht beschreibt einen Menschen, der für seine Überzeugung stirbt.“
Die Überzeugung ist der genannte Bezug. Welche Bewertung das Gedicht damit verbindet, muss die weitere Analyse zeigen.
Jemandem durch den Tod verloren gehen
Eine nahestehende Person kann mit Dativ genannt werden: Jemandem ist ein Angehöriger gestorben. Der Dativ bezeichnet den Menschen, für den der Tod einen Verlust bedeutet.
„Der Hauptfigur ist kurz vor Beginn der Handlung die Schwester gestorben.“
Die Schwester ist das grammatische Subjekt. Der Hauptfigur steht im Dativ und bezeichnet die vom Verlust betroffene Person.
Bildlich: erlöschen oder nicht weiterbestehen
Übertragen können Hoffnung oder Liebe sterben. Auch ein Vorhaben kann umgangssprachlich als gestorben bezeichnet werden, wenn es nicht zustande kommt oder nicht mehr weiterverfolgt wird.
„Mit der endgültigen Absage starb ihre Hoffnung auf die Aufführung in diesem Sommer.“
Die Hoffnung erlischt. Ein körperlicher Tod wird durch diese Metapher nicht behauptet.
sterben: Synonyme und andere Wörter
Beim Lebensende
sein Leben verlieren · versterben · umkommen
Versterben klingt förmlicher. Umkommen legt eher äußere Umstände wie einen Unfall oder eine Katastrophe nahe und ist nicht in jedem Todesfall ein gleich genauer Ersatz.
„Der Mensch ist gestorben“ legt keine konkrete Ursache fest; „Er ist bei dem Unfall umgekommen“ nennt einen Zusammenhang.
Bei einer Übertragung
erlöschen · enden · nicht weiterverfolgt werden
Erlöschen passt etwa zu Hoffnung oder Liebe. Nicht weiterverfolgt werden erklärt einen aufgegebenen Plan. Die Wörter gehören nicht zur wörtlichen Personenbeschreibung.
„Der Plan ist gestorben“ lässt sich als „Der Plan wird nicht umgesetzt“ erklären, nicht als biologischer Vorgang.
Beispiele und Verwendung
„Die Erzählerin lässt offen, wann die Figur gestorben ist.“
Eine genaue Wiedergabe sollte diesen unbekannten Zeitpunkt nicht ergänzen.
„Im Märchen endet die Erzählung mit und wenn sie nicht gestorben sind, dann leben sie noch heute.“
Die bekannte Schlussformel gehört zum Erzählen. Sie ist kein tatsächlicher Nachweis über das weitere Leben der Figuren.
Grammatik und Beugung
Die starken Formen lauten stirbt – starb – ist gestorben. Im Präsens steht du stirbst, im Konjunktiv II etwa du stürbest. Die Worttrennung ist ster·ben.
Das Perfekt verwendet sein. An nennt häufig eine Ursache mit Dativ: an einer Krankheit sterben. Für nennt mit Akkusativ einen Bezug wie für eine Überzeugung. In einen bestimmten Tod sterben steht ein Akkusativ des Inhalts.
Die Aufforderungsformen besitzen im Singular den Stamm stirb. Ihre Verwendung in Figurenrede kann eine starke Drohung oder Verwünschung sein; die Tabelle benennt die grammatische Form. Das Nomen Tod und das Adjektiv tot sind beim Schreiben zu unterscheiden.
| Person | Präsens | Präteritum |
|---|---|---|
| ich | sterbe | starb |
| du | stirbst | starbst |
| er/sie/es | stirbt | starb |
| wir | sterben | starben |
| ihr | sterbt | starbt |
| sie | sterben | starben |
| Person | Perfekt | Plusquamperfekt |
|---|---|---|
| ich | bin gestorben | war gestorben |
| du | bist gestorben | warst gestorben |
| er/sie/es | ist gestorben | war gestorben |
| wir | sind gestorben | waren gestorben |
| ihr | seid gestorben | wart gestorben |
| sie | sind gestorben | waren gestorben |
| Person | Futur I | Futur II |
|---|---|---|
| ich | werde sterben | werde gestorben sein |
| du | wirst sterben | wirst gestorben sein |
| er/sie/es | wird sterben | wird gestorben sein |
| wir | werden sterben | werden gestorben sein |
| ihr | werdet sterben | werdet gestorben sein |
| sie | werden sterben | werden gestorben sein |
| Person | Konjunktiv I | Konjunktiv II |
|---|---|---|
| ich | sterbe | stürbe |
| du | sterbest | stürbest |
| er/sie/es | sterbe | stürbe |
| wir | sterben | stürben |
| ihr | sterbet | stürbet |
| sie | sterben | stürben |
| Person | Konjunktiv I: Perfekt | Konjunktiv II: Vergangenheit |
|---|---|---|
| ich | sei gestorben | wäre gestorben |
| du | seist gestorben | wärest gestorben |
| er/sie/es | sei gestorben | wäre gestorben |
| wir | seien gestorben | wären gestorben |
| ihr | seiet gestorben | wäret gestorben |
| sie | seien gestorben | wären gestorben |
| Anrede | Imperativ |
|---|---|
| du | stirb! |
| ihr | sterbt! |
| Sie | sterben Sie! |
Redewendungen und feste Verbindungen
Vor Neugier sterben
Die umgangssprachliche Übertreibung bedeutet, sehr neugierig zu sein. Je nach Ergänzung kann die Wendung auch große Angst, Scham oder Langeweile ausdrücken.
„Jetzt erzähl endlich, was in dem Brief steht; ich sterbe vor Neugier!“
Die Figur drängt auf eine Auskunft. Ein tatsächlicher Tod wird in diesem Zusammenhang nicht berichtet.
Für jemanden gestorben sein
Damit kann gemeint sein, von jemandem nach einer schweren Enttäuschung völlig ignoriert zu werden und für ihn keine Rolle mehr zu spielen.
„Nach dem Verrat, sagt die Figur, sei ihr früherer Freund für sie gestorben.“
Der Vorwurf gehört zur Figurenrede. Der Freund muss nicht tatsächlich tot sein.
