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dürftig

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
dürftig
Worttrennung
dürf·tig
Komparativ
dürftiger
Superlativ
am dürftigsten

Die Steigerung lautet dürftig – dürftiger – am dürftigsten. Sie verstärkt die Bewertung des Mangels. Für eine hilfreiche Rückmeldung ist es meist wichtiger, die fehlenden Bestandteile zu nennen, als den Grad der Unzulänglichkeit nur sprachlich zu erhöhen.

Formen und Verwendung im Detail

Dürftig: Knapp, karg oder für den jeweiligen Zweck nicht ausreichend.

Was bedeutet dürftig?

Dürftig beschreibt einen Mangel an Umfang, Ausstattung oder Qualität. Eine dürftige Erklärung enthält zu wenig, um die gestellte Frage angemessen zu beantworten. Eine dürftige Ausstattung bietet nur wenige oder unzureichende Mittel.

Das Urteil bezieht sich auf einen Maßstab. Eine kurze Antwort kann für eine einfache Frage völlig genügen und muss deshalb nicht dürftig sein. Erst im Verhältnis zur Aufgabe wird verständlich, weshalb etwas als unzureichend bewertet wird.

Bei Lebensverhältnissen kann das Wort materielle Armut oder Kargheit ausdrücken. Auf das Aussehen einer Person bezogen kommt es seltener im Sinn von schmächtig vor. Gerade dort kann es abwertend wirken und sollte nicht unbesehen als neutrale Beschreibung behandelt werden.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die dürftige Begründung nennt eine Meinung, aber keinen Grund dafür.“ Es fehlt etwas, das für eine Begründung wesentlich ist.
  • „Mit der dürftigen Ausstattung lässt sich nur eine einfache Kulisse bauen.“ Die vorhandenen Mittel begrenzen das Vorhaben.
  • „Der Bericht bleibt trotz seiner Länge inhaltlich dürftig.“ Umfang allein garantiert keine gehaltvolle Information.

Synonyme für dürftig: passend zum Zusammenhang

Dürftig enthält meist das Urteil, dass Umfang, Ausstattung oder Gehalt für den jeweiligen Zweck nicht ausreichen. Eine Ersatzformulierung sollte diesen Maßstab erkennen lassen. Knapp kann dagegen auch loben, weil etwas ohne Umwege auf das Wesentliche beschränkt ist.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
unzureichendErklärungen und LeistungenBenennt ausdrücklich, dass die Anforderung nicht erfüllt wird.
kargAusstattung und LebensverhältnisseBetont wenig Vorhandenes, nicht immer denselben Qualitätsmangel.
spärlichAngaben oder BelegeRückt ihre geringe Menge in den Vordergrund.
magerAusbeute oder ErgebnisBildhafte, oft kritische Bezeichnung für wenig Ertrag.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Die Auskunft über die Öffnungszeiten ist dürftig.“
Alternative: „Die Auskunft über die Öffnungszeiten ist unzureichend.“

Die Alternative hebt hervor, dass notwendige Informationen fehlen. Für hilfreiches Feedback lässt sich ergänzen, ob etwa die Wochenendzeiten oder Feiertagsregelungen offenbleiben.

Ausgangssatz: „Der Fund liefert nur dürftige Hinweise auf die frühere Nutzung.“
Alternative: „Der Fund liefert nur spärliche Hinweise auf die frühere Nutzung.“

Spärlich betont die geringe Zahl oder Menge. Ob die wenigen Hinweise trotzdem aussagekräftig sind, bleibt damit offener als bei der insgesamt kritischen Wertung dürftig.

Hier passt der Austausch nicht: Eine knappe Wegbeschreibung ist nicht zwangsläufig dürftig. „An der Brücke links“ kann vollkommen ausreichen, wenn damit die gesuchte Abzweigung eindeutig bezeichnet ist.

In einem Bericht wirken konkrete Ergänzungen stärker als eine pauschale Abwertung: „Die Erklärung nennt das Ergebnis, aber keinen Rechenweg.“ Dadurch wird erkennbar, worin die Dürftigkeit liegt. „Karg“ sollte bei einer Ausstattung nicht automatisch durch „schlecht“ ersetzt werden; wenige Mittel können für einen begrenzten Zweck genügen.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Knapp kann eine gelungene Beschränkung auf das Wesentliche bezeichnen. Dürftig enthält meist deutlicher das Urteil, dass etwas fehlt. Kürze und Unzulänglichkeit sind deshalb nicht dasselbe.

Dürr kann bei Worten oder Erklärungen ebenfalls eine sehr knappe, wenig ergiebige Darstellung meinen. Defizitär klingt fachlicher und verweist auf ein Defizit; die konkrete Art des Mangels muss trotzdem erläutert werden.

Schreibweise und Grammatik

Dürftig wird mit ü und der Buchstabenfolge rft geschrieben. Die Formen lauten ein dürftiger Bericht, eine dürftige Erklärung, mit dürftigen Mitteln. Das zugehörige Nomen heißt Dürftigkeit.

Steigerung

Die Steigerung lautet dürftig – dürftiger – am dürftigsten. Sie verstärkt die Bewertung des Mangels. Für eine hilfreiche Rückmeldung ist es meist wichtiger, die fehlenden Bestandteile zu nennen, als den Grad der Unzulänglichkeit nur sprachlich zu erhöhen.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdürftigerdürftigedürftigesdürftige
Genitivdürftigendürftigerdürftigendürftiger
Dativdürftigemdürftigerdürftigemdürftigen
Akkusativdürftigendürftigedürftigesdürftige
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdürftigedürftigedürftigedürftigen
Genitivdürftigendürftigendürftigendürftigen
Dativdürftigendürftigendürftigendürftigen
Akkusativdürftigendürftigedürftigedürftigen
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativdürftigerdürftigedürftigesdürftigen
Genitivdürftigendürftigendürftigendürftigen
Dativdürftigendürftigendürftigendürftigen
Akkusativdürftigendürftigedürftigesdürftigen

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Schreibübung soll eine Figur anhand einer Handlung charakterisiert werden. Im Entwurf steht lediglich, sie sei hilfsbereit. Eine Mitschülerin bezeichnet diese Erklärung als dürftig und zeigt, wie sie ergänzt werden kann.

Die Figur wirkt hilfsbereit, weil sie nach dem Unterricht bleibt und einer Mitschülerin die Aufgabe erklärt. Die konkrete Handlung stützt die Deutung. Eine bloße Wiederholung des Eigenschaftswortes hätte diesen fehlenden Schritt nicht ersetzt.

Das Beispiel macht den Maßstab des Urteils sichtbar: Für die Aufgabe werden Beobachtung und Deutung benötigt. Die Rückmeldung richtet sich auf die fehlende Begründung, nicht auf eine pauschale Abwertung der schreibenden Person.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.