mager
Form & Grammatik
- Stichwort
- mager
- Worttrennung
- ma·ger
- Komparativ
- magerer
- Superlativ
- am magersten
Vergleiche können geringe Körperfülle, wenig Fett oder geringen Ertrag betreffen. Magerer vor einem Nomen ist auch die gebeugte Grundstufe; der Zusammenhang zeigt den Maßstab.
Mager bezeichnet einen sehr schlanken Körper, einen geringen Fettgehalt oder ein knappes, wenig ergiebiges Ergebnis.
Was bedeutet mager?
Die Bedeutung hängt vom Bezugswort ab. Mageres Fleisch enthält vergleichsweise wenig Fett; eine magere Ausbeute bleibt hinter der erhofften Menge zurück. Bei Böden kann eine geringe Nährstoffversorgung oder ein geringer Ertrag gemeint sein.
Auf Menschen bezogen kann mager wertend und verletzend klingen. Aus dem Aussehen allein lässt sich weder der Gesundheitszustand noch eine bestimmte Erkrankung ableiten. Wo die Körperform für den Text unwichtig ist, braucht sie auch nicht bewertet zu werden.
Eigene Beispiele mit Erklärung
- „Für die Füllung wird mageres Fleisch verwendet.“ Die Aussage betrifft den Fettanteil.
- „Nach zwei Stunden Recherche bleibt die Ausbeute mager.“ Es wurden nur wenige verwertbare Ergebnisse gefunden.
- „Die Figur erscheint auf der Zeichnung auffallend mager.“ Beschrieben wird ein äußerer Eindruck; eine Diagnose folgt daraus nicht.
Synonyme für mager: passend zum Zusammenhang
Mager kann geringen Fettanteil, geringe Körperfülle oder einen unzureichenden Ertrag beschreiben. Die Alternativen müssen diesen Bezug unterscheiden. Eine magere Ausbeute ist nicht fettarm, und ein mageres Lebensmittel ist nicht automatisch von schlechter Qualität. Die bildhafte Bewertung von Ergebnissen benötigt außerdem einen Maßstab: Was wurde erwartet, und was ist tatsächlich vorhanden?
| Ersatzwort | Passt bei | Unterschied |
|---|---|---|
| fettarm | Lebensmitteln im allgemeinen Sprachgebrauch | Benennt den geringen Fettanteil sachlicher. Aus dem Wort allein folgt keine genaue Mengenangabe. |
| dürftig | Begründungen, Ergebnissen und Ausstattung | Betont das unzureichende oder enttäuschende Ausmaß und ist deutlich wertend. |
| knapp | Ertrag und verfügbaren Mitteln | Hebt die geringe Menge hervor, ohne immer ebenso stark die Qualität zu beanstanden. |
Wörter im Satz vergleichen
Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.
Ausgangssatz: „Für das Gericht wählt sie ein mageres Stück Fleisch.“
Alternative: „Für das Gericht wählt sie ein fettarmes Stück Fleisch.“
Fettarm erklärt, welcher Bestandteil vergleichsweise wenig vorhanden ist. Der Satz bewertet damit weder den Geschmack noch sämtliche anderen Eigenschaften des Lebensmittels.
Ausgangssatz: „Die Begründung für den Vorschlag bleibt mager.“
Alternative: „Die Begründung für den Vorschlag bleibt dürftig.“
Dürftig passt, wenn wichtige Gründe fehlen oder nicht ausgeführt werden. Eine kurze, aber schlüssige Begründung muss dagegen weder mager noch dürftig sein; Länge und Tragfähigkeit sind verschieden.
Hier passt der Austausch nicht: Schlank kann bei Menschen neutraler oder anerkennend klingen, während mager einen Mangel nahelegen kann. Beide Ausdrücke sind deshalb keine völlig gleichwertigen Bewertungen. Aus der sichtbaren Körperform lässt sich zudem keine bestimmte gesundheitliche Ursache ableiten.
„Ein magerer Ertrag“ enthält zunächst die gebeugte Grundform. Erst „Der Ertrag ist magerer als im Vorjahr“ stellt einen Vergleich her. Für sachliche Berichte sind konkrete Mengen oft hilfreicher: Sie zeigen, ob tatsächlich wenig erreicht wurde oder lediglich eine sehr hohe Erwartung bestand.
Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse
Schlank beschreibt die Körperform häufig neutraler oder positiv. Mager hebt eher das geringe Körpervolumen hervor und kann einen Mangel nahelegen. Fettarm ist bei Lebensmitteln oft die sachlichere Alternative. Eine magere Begründung ist dagegen inhaltlich dürftig, nicht fettarm.
Schreibweise und Grammatik
Die Grundform lautet mager. Vor einem Nomen sind magere, magerer und mageres üblich; das e im Stamm bleibt in diesen hier gezeigten Formen erhalten.
Steigerung
Mager – magerer – am magersten. Achte auf den Unterschied: In magerer Käse kann magerer bereits die Grundstufe mit Beugungsendung sein. Erst ein Vergleich wie Dieser Käse ist magerer als jener zeigt eindeutig den Komparativ.
Beugung im Überblick
Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.
BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | magerer | magere | mageres | magere |
| Genitiv | mageren | magerer | mageren | magerer |
| Dativ | magerem | magerer | magerem | mageren |
| Akkusativ | mageren | magere | mageres | magere |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | magere | magere | magere | mageren |
| Genitiv | mageren | mageren | mageren | mageren |
| Dativ | mageren | mageren | mageren | mageren |
| Akkusativ | mageren | magere | magere | mageren |
| Fall | Maskulin, Singular | Feminin, Singular | Neutrum, Singular | Plural, alle Genera |
|---|---|---|---|---|
| Nominativ | magerer | magere | mageres | mageren |
| Genitiv | mageren | mageren | mageren | mageren |
| Dativ | mageren | mageren | mageren | mageren |
| Akkusativ | mageren | magere | mageres | mageren |
Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.
Die Verwendung an einem Beispiel verstehen
Erfundenes Beispiel: Eine erfundene Arbeitsgruppe sammelt Rückmeldungen zu einem Entwurf. Trotz zwanzig angeschriebener Personen treffen nur zwei verwertbare Antworten ein.
Die Rückmeldung bleibt mager: Von zwanzig angeschriebenen Personen liefern nur zwei einen konkreten Verbesserungsvorschlag.
Die Zahlen machen den Maßstab der Bewertung sichtbar. Ohne diesen Zusammenhang könnte „mager“ lediglich Unzufriedenheit ausdrücken.
Ist „ein magerer Ertrag“ zwingend eine Steigerung?
Nein. Hier kann „magerer“ die gebeugte Grundstufe nach „ein“ sein. Die Bedeutung ist dann schlicht: ein geringer Ertrag.
Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.
