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fett

Form & Grammatik

Adjektiv
Stichwort
fett
Worttrennung
fett
Komparativ
fetter
Superlativ
am fettesten

Die Steigerung lautet fetter und am fettesten. Es entsteht kein Umlaut. Vergleiche müssen sich auf dieselbe Bedeutung beziehen: Ein fetterer Schriftschnitt wird nach seiner Strichstärke verglichen, eine fettere Speise nach ihrem Fettgehalt. Fetter in ein fetter Gewinn ist dagegen auch eine bloße Endungsform der Grundstufe.

Formen und Verwendung im Detail

Fett: viel Fett enthaltend oder große Körperfülle aufweisend; außerdem ertragreich, üppig oder, bei Schrift, mit kräftigen Strichen gestaltet.

Was bedeutet fett?

Fett besitzt mehrere deutlich verschiedene Bedeutungen. Bei einer Speise beschreibt es einen hohen Fettgehalt. Bei einer Person bezieht es sich auf Körperfülle und kann stark abwertend wirken. Diese Verwendung sagt nichts über Fähigkeiten, Verhalten oder Charakter aus.

In der Gestaltung bezeichnet fett einen kräftigen Schriftschnitt. Die Buchstaben haben stärkere Striche und heben sich vom gewöhnlichen Text ab. Eine fette Überschrift muss deshalb weder besonders groß noch in Großbuchstaben gesetzt sein: Schriftgröße, Großschreibung und Strichstärke sind getrennte Merkmale.

Übertragen können fette Jahre Zeiten großen Wohlstands und ein fetter Gewinn einen hohen Ertrag meinen. Umgangssprachlich dient fett auch als begeistertes Lob. Regional kann es salopp betrunken bedeuten. Welche Lesart passt, lässt sich deshalb erst am Gegenstand und an der Gesprächssituation erkennen.

Eigene Beispiele mit Erklärung

  • „Die Überschrift ist fett, der folgende Absatz normal gesetzt.“ Die Strichstärke der Schrift wird unterschieden.
  • „Nach fetten Jahren gingen die Einnahmen zurück.“ Fett bezeichnet hier wirtschaftlich ertragreiche Zeiten.
  • „Die Soße ist deutlich fetter als die andere.“ Der Vergleich betrifft die Zusammensetzung einer Speise.

Synonyme für fett: passend zum Zusammenhang

Fett beschreibt je nach Zusammenhang Fettgehalt, Körperfülle, kräftige Schrift oder einen hohen Ertrag. Umgangssprachlich kann es außerdem starkes Lob ausdrücken. Die Alternative muss deshalb den Gegenstand genau beachten. Eine fette Überschrift, eine fette Soße und ein fetter Gewinn haben keine gemeinsame praktische Ersatzformulierung.

Wortalternativen und ihre Unterschiede
ErsatzwortPasst beiUnterschied
fettreichSpeisen mit hohem FettanteilBenennt die Zusammensetzung genauer.
kräftigSchriftzügen und LinienPasst zur Strichstärke, bleibt aber weniger fachlich genau.
ertragreichwirtschaftlich günstigen Zeiten und GeschäftenErklärt die übertragene Bedeutung.
üppiggroßen Gewinnen oder reichlichen MengenHebt Fülle hervor und kann positiv oder kritisch wirken.

Wörter im Satz vergleichen

Die folgenden Satzpaare sind eigene Sprachbeispiele.

Ausgangssatz: „Die Soße ist für ihren Geschmack zu fett.“
Alternative: „Die Soße ist für ihren Geschmack zu fettreich.“

Fettreich macht den hohen Fettanteil deutlich. Der Bezug zum persönlichen Geschmack bleibt bestehen; die Aussage ist keine allgemeine Beurteilung der gesamten Speise.

Ausgangssatz: „Nach fetten Jahren gehen die Einnahmen zurück.“
Alternative: „Nach ertragreichen Jahren gehen die Einnahmen zurück.“

Die zweite Fassung erklärt die wirtschaftliche Bedeutung nüchtern. Von Körperfülle oder Nahrungsbestandteilen ist in keiner der beiden Fassungen die Rede.

Hier passt der Austausch nicht: Eine fette Überschrift ist nicht einfach eine große Überschrift. Fett bezeichnet die kräftigere Strichstärke; Schriftgröße und Großbuchstaben sind eigenständige Gestaltungsmerkmale.

Fettig passt häufig zu einer Oberfläche, die mit Fett bedeckt ist. Fett beschreibt dort nicht immer dieselbe Eigenschaft; fettreich wiederum bezeichnet den Anteil in einem Stoff. Bei Menschen kann fett stark abwertend wirken. Eine solche Erzählerwortwahl sollte als Wertung erkannt werden und belegt weder Verhalten noch Fähigkeiten oder Charakter der beschriebenen Person.

Weitere Abgrenzungen: Bedeutungsunterschiede und typische Missverständnisse

Fettig kann eine mit Fett überzogene Oberfläche beschreiben. Fettes Papier wäre dafür kein ebenso eindeutiger Ausdruck. Fetthaltig benennt zunächst nur, dass Fett vorhanden ist, ohne einen hohen Anteil festzulegen.

Dick ist bei Gegenständen eine breitere Größenbeschreibung. Fett gehört bei Schrift zu einem bestimmten Gestaltungsmerkmal. Bei Personen können beide Ausdrücke verletzend wirken; ihre Verwendung durch einen Erzähler ist daher auch als sprachliche Wertung zu untersuchen.

Schreibweise und Grammatik

Fett wird mit zwei t geschrieben. Das Adjektiv steht normalerweise klein: eine fette Linie, ein fetter Ertrag und mit fetten Buchstaben. Das Nomen das Fett wird großgeschrieben. In die Überschrift ist fett bleibt die Grundform ungebeugt. Die Tabellen zeigen die Adjektivformen und nicht die Beugung des Nomens.

Steigerung

Die Steigerung lautet fetter und am fettesten. Es entsteht kein Umlaut. Vergleiche müssen sich auf dieselbe Bedeutung beziehen: Ein fetterer Schriftschnitt wird nach seiner Strichstärke verglichen, eine fettere Speise nach ihrem Fettgehalt. Fetter in ein fetter Gewinn ist dagegen auch eine bloße Endungsform der Grundstufe.

Beugung im Überblick

Die Tabellen zeigen die Grundstufe vor einem Nomen. Die hervorgehobene Endung richtet sich nach Artikel, Fall, Geschlecht und Zahl. Bei der gemischten Beugung steht im Plural beispielsweise keine oder meine; ein hat keinen Plural.

BeugungstabellenDie Formen nach Fall, Geschlecht und Artikel vergleichen.
Starke Beugung · ohne Artikel
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfetterfettefettesfette
Genitivfettenfetterfettenfetter
Dativfettemfetterfettemfetten
Akkusativfettenfettefettesfette
Schwache Beugung · nach der, die, das
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfettefettefettefetten
Genitivfettenfettenfettenfetten
Dativfettenfettenfettenfetten
Akkusativfettenfettefettefetten
Gemischte Beugung · nach ein/eine, im Plural nach keine
FallMaskulin, SingularFeminin, SingularNeutrum, SingularPlural, alle Genera
Nominativfetterfettefettesfetten
Genitivfettenfettenfettenfetten
Dativfettenfettenfettenfetten
Akkusativfettenfettefettesfetten

Die Grundregeln findest du im Überblick zu Adjektiven und ihrer Beugung.

Die Verwendung an einem Beispiel verstehen

Erfundenes Beispiel: In einer erfundenen Redaktionssitzung soll eine Überschrift stärker hervortreten. Jule vergrößert zunächst alle Buchstaben. Ihr Kollege hatte mit fett jedoch stärkere Striche bei gleichbleibender Schriftgröße gemeint. Beide betrachten die zwei Varianten nebeneinander.

Die zweite Überschrift ist fett gesetzt, weil ihre Buchstaben kräftigere Striche besitzen. Die erste ist lediglich größer. Die Gestaltung lässt sich genauer beschreiben, wenn Größe und Schriftschnitt getrennt benannt werden.

Die Szene macht eine alltägliche Mehrdeutigkeit durch einen sichtbaren Vergleich verständlich. Das Wort enthält keine Aussage darüber, welche Variante schöner ist. Diese Bewertung hängt vom beabsichtigten Einsatz der Überschrift ab.

Weitere passende Wörter findest du in der Adjektivliste mit Suche, Filtern und Wortauswahl.